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Grimma Hybridzüge von Leipzig nach Grimma – nur ein Gedankenspiel?
Region Grimma Hybridzüge von Leipzig nach Grimma – nur ein Gedankenspiel?
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13:00 29.11.2016
Um Grimma ans S-Bahn-Netz anzubinden kommen auch Alternativen ins Spiel. Quelle: Roger Dietze
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Grimma

Geht es nach Grimmas Oberbürgermeister Matthis Berger (parteilos) müsste bei den Bemühungen, seine Stadt ans mitteldeutsche S-Bahn-Netz anzubinden, ICE-Tempo aufgenommen werden. Doch für ihn zuckelt dabei wohl eher ein Bummelzug vor sich hin. Als im Oktober die schon zuvor in der Kritik stehende Transdev Regio Ost GmbH, die seit Juni die Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln bedient, wegen Nässeschäden ohne Vorwarnung ihre fünf Talent-Triebwagen aus dem Verkehr zog und für ein Reisechaos sorgte, brach es wieder aus dem Rathauschef heraus. „Für uns gibt es immer nur Sonderregelungen“, schimpfte er. Nur eine Teilhabe am S-Bahn-Netz brächte Gleichberechtigung und einen einheitlichen Standard. Sie sei von zentraler Bedeutung für die Region.

Dabei hat sich nach Angaben von Oliver Mietzsch, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), mit den Transdev-Zügen durchaus was getan auf der Strecke. Durch eine komplette Besetzung mit Zugbegleitern und einen Fahrkartenverkauf im Zug ohne Aufpreis habe sich der Service verbessert. Vor allem aber lobt Mietzsch, dass jetzt in der Hauptverkehrszeit von Montag bis Freitag täglich acht Züge mehr zwischen Leipzig und Grimma pendeln als noch unter DB-Regio-Regie. Das gebe eine bessere Anbindung an die Messestadt.

Berger versöhnt das nicht, denn die Züge enden und starten in Leipzig im oberen Hauptbahnhof. „80 Prozent der Leute, die von Grimma nach Leipzig fahren, wollen mit der S-Bahn weiter“, gibt er zu verstehen. Dabei sieht der Rathauschef „mehrere technische Möglichkeiten“, die Sache ins Rollen zu bringen. Grimma ist vom S-Bahn-Netz abgehängt, weil die Strecke ab Borsdorf nicht elektrifiziert ist, dieselbetriebene Züge aber aus Brandschutzgründen nicht durch den City-Tunnel dürfen. Weil eine Elektrifizierung bis zur Muldestadt in den Sternen steht, bringen Berger und seine Bürgermeisterkollegen aus Brandis, Naunhof und Parthenstein jetzt eine Hybridlösung ins Spiel: einen elektrobetriebenen Zug, der den Strom vom Fahrdraht nimmt und damit auch eine eigene Batterie speist, die auf nicht elektrifizierten Strecken die nötige Energie liefert. „Ab Borsdorf würde der Zug die letzten Kilometer mit aufgeladener Batterie rollen“, hofft Berger.

Mietzsch drückt bei diesen Plänen aber etwas auf die Bremse. „Ohne Strom lassen sich mit einer Batterie maximal 80 Kilometer überbrücken.“ Von Borsdorf nach Grimma und zurück könnte das gerade noch funktionieren. Bis Döbeln könnten die Züge aber nicht rollen. Zudem würden derzeitige Feldversuche nicht mit Talent-Fahrzeugen betrieben. Laut Mietzsch werden in Deutschland ebenso Diesel-Hybrid-Züge getestet. Zukunftsträchtig sind seiner Ansicht nach auch die Schienenfahrzeuge vom Typ Coradia iLint, mit denen Niedersachsen experimentiert. Sie tanken Wasserstoff. Dafür sei aber eine ganz neue Infrastruktur notwendig, weiß Mietzsch.

„Wir prüfen in Ruhe alle Möglichkeiten und schließen keine Option aus“, sagt der ZVNL-Chef. Es würden sich aber viele Fragen stellen, und Schnellschüsse nützten keinem. Sobald die technischen Voraussetzungen gegeben seien, werde Grimma ans S-Bahn-Netz genommen, verspricht er. Mietzsch hofft, dass das spätestens 2025 der Fall ist, wenn das mitteldeutsche S-Bahn-Netz und auch die Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln neu zu vergeben sind. Momentan gelte der Vertrag mit Transdev – und der beinhaltet Dieselzüge.

Von Frank Prenzel

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