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Grimma Im Grimmaer Standesamt traute man sich 168-mal
Region Grimma Im Grimmaer Standesamt traute man sich 168-mal
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05:00 14.01.2010
Im Grimmaer Standesamt trauten sich im Vorjahr 168 Paare. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Standesbeamtin Maritta Recknagel hatte Anfang letzten Jahres eigentlich geglaubt, dass die Rekordmarke gebrochen würde. „Denn es hatten sich sehr viele Pärchen schon für einen Termin vormerken lassen.“ Doch war wohl die große Liebe dann doch nicht immer was für die Ewigkeit. Eine beträchtliche Anzahl der Heiratswilligen hätte irgendwann vorher doch den Rückzieher gemacht. „Es ist schade, dass dadurch viele Termine blockiert waren“, meint die Standesbeamte. „Zum Beispiel für den 9. 9. 09. Es gab sieben Voranmeldungen, und übrig geblieben sind dann gerade mal drei Eheschließungen, die wir wirklich durchführten, und das auch noch in großen Abständen, vormittags und nachmittags.“ Aus diesen Erfahrungen heraus ist man in diesem Jahr beim Standesamt ganz eisern und nimmt frühestens sechs Monate vor dem Hochzeitstermin eine Anmeldung entgegen.

Was in Grimma auch weiter im Trend ist: Man kommt gern aus anderen Gegenden, um sich in der Muldestadt was zu trauen: Bei 45 Prozent der Paare war mindestes einer der Partner aus einer anderen Stadt oder gar aus einem anderen Land. Andersherum konnte Maritta Recknagel gerade mal elf Paare zählen, für die die Aufgebote an andere Städte verschickt werden mussten, in denen Grimmaer dann geheiratet haben.

Mit den Familiennamen könne man es ja heute halten, wie es beliebt, während vor vielen Jahren der Name des Mannes angenommen werden musste, sagt Maritta Recknagel. So tragen nun von den 168 Paaren 151 einen gemeinsamen Ehenamen, sechsmal wurde der der Frau gewählt, zehnmal entschied man sich für einen Doppelnamen. 17-mal behielten die Partner ihren bisherigen Namen. Etwa 60 Prozent der Heiratswilligen seien vorher ledig gewesen, wobei der Großteil der heiratsfreudigen Männer und Frauen bereits über 30 Jahre alt gewesen wäre.

Nein, auch nach ihren vielen Jahren im Dienst hätte Maritta Recknagel es noch immer nicht erlebt, dass ein Partner beim feierlichen Heiratsakt „Nein“ sagte. Doch ein paar merkwürdige Dinge habe es dennoch gegeben: „Da kam ein Pärchen, das ganz schnell und kurzfristig heiraten wollte. Doch keine zwei Wochen später waren beide, und zwar einzeln, wieder bei uns und wollten ihre Ehe annullieren lassen.“ Das gehe ja nun auf dem Standesamt gar nicht, man habe sie ans Gericht verwiesen. Und über noch eine andere Geschichte müsse sie mit ihren Kolleginnen immer wieder schmunzeln: „Da ist eine junge Frau, die sich schon dreimal für eine Eheschließung angemeldet und alle Unterlagen gebracht hat. Immer waren es andere Partner, und immer hat sie kurzfristig vorher abgesagt. Beim letzten Mal hat sie dann ihre Mutter geschickt, weil es ihr selbst wohl offensichtlich peinlich war.“ Die junge Frau ist – zumindest in Grimma – noch immer nicht unter Haube.

Silke Hoffmann

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