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Grimma Im Landkreis Leipzig läuft Risikoanalyse für Gewässer
Region Grimma Im Landkreis Leipzig läuft Risikoanalyse für Gewässer
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17:00 11.11.2016
Quelle: ps-media
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Grimma/Mutzschen

Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus. In Teilen Deutschlands gilt nun eine Stallpflicht für Geflügel, damit sich die Tiere nicht über Wildvögel mit dem hochansteckenden Virus H5N8 infizieren. Nachdem das Geflügel bereits in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen von der Wiese muss, wollte am Freitag auch Brandenburg über eine Stallpflicht entscheiden. Wegen der Vogelgrippe-Gefahr hat der Landkreis Nordsachsen am Freitag eine Stallpflicht für Geflügel erlassen. Hühner, Enten, Gänse und anderes Geflügel dürfe in Risikogebieten ab sofort nur noch im Stall oder anderen abgedeckten Gehegen gehalten werden, teilte das Landratsamt in Torgau mit. Damit solle ein Ausbruch der Vogelgrippe in Nordsachsen verhindert werden. Die Stallpflicht gilt im Umkreis von 500 Metern um die Ufer von Seen und von großen Flüssen wie Elbe, Mulde und Weiße Elster sowie in verschiedenen Kommunen. Aus mehreren Bundesländern sind Vogelgrippe-Fälle gemeldet worden, aus Sachsen bisher noch nicht.

Die näher rückenden „Einschläge“ treiben auch den Mutzschener Zuchtbetrieb Eskildsen um, wo derzeit rund 10 000 Gänse stehen, die Hälfte davon unter freiem Himmel. Noch immer sind die Erinnerungen an 2006 wach, als wegen der grassierenden Vogelgrippe fast der gesamte Bestand getötet werden musste.

„Wir hoffen, dass es an Sachsen vorbei geht, jeder Tag arbeitet derzeit für uns“, sagt Prokurist Lutz Witt. Denn im Betrieb hat bereits das große Schlachten für die Weihnachtsbraten begonnen, Tag für Tag minimiert sich die Zahl der Tiere. Dennoch würden die Stallkapazitäten zur Zeit nicht ausreichen, um alle Gänse unterzubringen. Eskildsen, dessen Bestand in Mutzschen zu Saisonbeginn bei 15 000 Gänsen liegt, kann 7000 Tiere bestallen.

Zuchtgänse kämen in dieser Jahreszeit für einen halben Tag in den Stall, doch die Mastgänse müssten draußen gehalten werden, verdeutlicht der Prokurist. Stallpflicht sei für den Betrieb ein schwieriges Thema, denn der Seuchenschutz sei das eine, der Tierschutz das andere. „Eine Gans kann man nicht so leicht einsperren“, betont Witt, Gänsehalter seien auf das Freiland angewiesen. Im Falle des Falles gehe es deshalb darum, wie das Veterinäramt des Landkreises entscheidet, ob und unter welchen Auflagen eine Ausnahmegenehmigung möglich ist. Eine Auflage könne sein, so Witt, stichprobenartig Tupferproben von Tieren zu nehmen. Das sei aber sehr aufwendig, weshalb in größeren Betrieben meist die Sentinelhaltung zur Anwendung komme. Hierbei werden zwischen den Gänsen Hühner gehalten, die sehr empfindlich auf das Virus regieren und Indikatoren sind. „Die kippen als Erstes um“, weiß Witt.

Im Betrieb werde derzeit auch verstärkt auf die üblichen Schutzmechanismen geachtet. Die Reifen der Futterfahrzeuge sind zu desinfizieren, Wildvögel dürfen nicht an das Futter und die Tränke der Gänse gelangen. „Das ist gelebte Praxis“, sagt Witt. Zudem würden nur noch ganz selten Besucher durch den Betrieb geführt, sie müssten sich in einem Buch eintragen.

Weitere Vorkehrungen trifft man in Mutzschen derzeit nicht. „Wir leben als Freilandhalter immer mit dem Risiko und müssen aufpassen“, verdeutlicht Witt. Bei Stallpflicht einfach mal eine leere Halle zu nutzen, sei auch nicht möglich. „Da wiehert der Amtsschimmel.“ Nach dem Katastrophenjahr 2006 wollte Eskildsen in einem Nachbort ein Schleppdach nutzen. „Das untersagte das Bauamt, die Unterbringung hätte einer Genehmigung bedurft.“

Das Landratsamt des Kreises bleibt angesichts toter Wildvögel im deutschen Norden nicht untätig. „Wir führen gerade eine Risikoanalyse für die Gewässer des Landkreises durch“, so Behördensprecherin Brigitte Laux auf LVZ-Anfrage. Auf deren Basis werde in Absprache mit dem zuständigen Ministerium eine Entscheidung getroffen, voraussichtlich Anfang nächster Woche.

Von Frank Prenzel

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