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Im Landkreis sind in 15 Jahren 600 Denkmale abgerissen worden

Im Landkreis sind in 15 Jahren 600 Denkmale abgerissen worden

Seit dem Jahr 2000 wurden im Landkreis knapp 600 Baudenkmale abgebrochen. Weitere 786 Kulturdenkmale wurden aus der Denkmalliste des Landes gestrichen. Am Sonntag öffnen Gegenbeispiele zum Tag des Denkmals.

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Umstrittene Pläne: Die Stadt Grimma will die Papierfabrik Golzern zu Gunsten des Hochwasserschutzes abreißen lassen - es gibt Proteste.

Quelle: Thomas Kube

Am Sonntag laden im Landkreis Leipzig zum Tag des offenen Denkmals wieder zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten ein, in die Geschichte abzutauchen. Viele Denkmale sind durch ehrenamtliches, privates oder kommunales Engagement vor dem Verfall gerettet worden. Aber: Es gibt auch Beispiele, wo kulturelles Gut unwiederbringlich verloren sind. Seit 2013 sind im Kreis Leipzig 23 Denkmale abgerissen worden - 15 weitere Abrisse sind genehmigt, zehn Anträge liegen zur Bearbeitung im Amt. Das ergab eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion an die Sächsische Staatsregierung.

Seit dem Jahr 2000 wurden im Landkreis Leipzig knapp neun Prozent der Kulturdenkmale abgerissen. Seit 2005 verloren weitere vierzehn Prozent ihren Denkmalstatus. "Seit dem Jahr 2000 sind knapp 600 Baudenkmale im Landkreis abgebrochen worden. Zusätzlich wurden 786 Kulturdenkmale aus der Denkmalliste des Landes gestrichen und verloren damit ihren Schutzstatus. Die Größenordnung dieses unwiederbringlichen Verlusts an gebauter Kultur und Heimat ist erschreckend. Die Städte und Gemeinden im Landkreis Leipzig haben bereits ein gewaltiges Entwicklungspotenzial verloren", erklärte Wolfram Günther, Sprecher für Denkmalschutz der Fraktion Bündnis90/Die Grünen.

Aktuell liegen in der Unteren Denkmalschutzbehörde 15 Genehmigungen für weitere (Teil-)Abrisse von Kulturdenkmalen vor. In Grimma betrifft das die ehemalige Papierfabrik in Golzern. Auch die Torhausscheune im Frohburger Ortsteil Greifenhain, das Wirtschaftshofgebäude des Schlosses und Rittergutes Wiederau in Pegau, die Pianofabrik O. Lindholm in Borna, ein Wohnhaus im Markkleeberger Ortsteil Gaschwitz und verschiedene Scheunen, Schulen, Betriebsanlagen und Stallgebäude sind betroffen. Für den Röthaer Gasthof am Markt, das Müllerwohnhaus in der Bad Lausicker Badstraße, die Alte Kirchschule in Eschefeld, das ehemalige Amtsgericht in Kohren-Sahlis und geschützte Wohnhäuser in Borna, Kitzscher, Trebsen und Großpösna liegen Abrissanträge vor.

Gerade bei der Papierfabrik Golzern scheiden sich die Geister, ob der Abriss zu Gunsten des Hochwasserschutzes im Muldegebiet seine Rechtfertigung hat. Dass die bauhistorisch und industriegeschichtlich bedeutsame Fabrik zum Denkmaltag nicht zugänglich ist - deutliches Zeichen für die Initiative zum Erhalt des Ensembles, dass der Abriss forciert wird. Es sei bereits eine Firma mit der Entkernung des Gebäudes beauftragt, sagt Martin Koenitz, Sprecher der Initiative pro Erhaltung. Koenitz entkräftet einige Argumente der Stadtverwaltung: "Im Rahmen einer Masterarbeit über das Objekt wies der Architekturstudent Marius Zwigart an der HTWK Leipzig nach, dass das Hauptargument Bergers (OBM Grimmas, Anm. d. Red.) - eine deutliche Absenkung des Hochwasserpegels bei Dorna - einer genauen Prüfung nicht standhält." Zudem erhalte das Bündnis Rückendeckung der Naturschützer: Ein Gutachten des Büros für Umwelt und Planung Leipzig bestätige, dass durch den Abriss besonders geschützte Fledermausarten bedroht seien. Koenitz: "Das und Formfehler im Abrissantrag ebnen jetzt den Weg für Klagen von Naturschutzvereinigungen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2015

Thomas Lieb

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