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Im Osten wird gekürzt - Gefahr für Grimmaer Bahnanbindung?

Im Osten wird gekürzt - Gefahr für Grimmaer Bahnanbindung?

In Grimma ist die S-Bahn schon lange ein Reizthema. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) machte aus seiner Verstimmung nie ein Geheimnis. Er bemängelt seit Jahren die fehlende Anbindung der Stadt an das Netz der Leipziger S-Bahn, warf den politisch Verantwortlichen mehrfach Versagen vor und kritisierte die Verantwortlichen im Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig - ohne dass sich am Sachverhalt etwas änderte.

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Der Zug kommt: In Grimma fährt momentan die Regionalbahn ein. Wie es mit dem Schienenverkehr Leipzig - Meißen weitergeht, ist momentan offen.

Quelle: Andreas Röse

Grimma. Durch Entscheidungen in benachbarten Zweckverbänden scheint sich derzeit die Situation sogar zu verschlechtern.

Vor einem guten Jahr war in der LVZ zu lesen, dass Grimma noch mindestens ein Dutzend Jahre auf die S-Bahn-Anbindung warten muss - wenn's gut läuft. Ausschlaggebend für die damals schon mäßigen Aussichten waren die Fakten. Denn der sogenannten Kursbuchstrecke (KBS) 506, die über die ZVNL-Grenzen hinaus von Leipzig über Grimma und Döbeln nach Meißen führt, fehlt die Elektrifizierung. Ohne die kann die Strecke nicht ins Netz der S-Bahn aufgenommen werden. Zuständig für Elektrifizierung wäre die Deutsche Bahn (DB) Netze AG, den Bedarfsplan für Bundesschienenwege und die Finanzierung des Ausbaus regelt der Bund als Eigentümer der Deutsche Bahn AG. Bei dem spielte die Kursbuchstrecke 506 noch keine Rolle.

Das Interesse dürfte eher noch geringer werden in Anbetracht der Beschlüsse, die östlich von Grimma gefasst wurden oder in Vorbereitung sind. Der Zweckverband des Verkehrsverbundes Oberelbe hat sich bereits darauf verständigt, den Personennahverkehr auf dem in seiner Verantwortung liegenden Strecke Nossen - Meißen ab Ende 2015 abzubestellen. Das ist möglicherweise noch nicht das Ende der Fahnenstange beziehungsweise der Streckenverkürzung. Denn der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) denkt nach. Eine Entscheidung zur Zukunft des Schienenpersonenverkehrs auf der Regionalbahnstrecke zwischen Döbeln und Nossen haben die Mitglieder des ZVMS Ende November noch nicht getroffen. Jörg Höllmüller, Geschäftsbereichsleiter des Landkreises Mittelsachsen, erklärte nach der Sitzung: "Auf die Ausschreibung zum Nahverkehr auf dieser Strecke hat den Verband kein verwertbares Angebot erreicht. Es gab also nichts, worüber man hätte entscheiden können." Deswegen habe sich der Verband entschieden, eine neue Ausschreibung einzuleiten, mit dem Verkehrsunternehmen aufgefordert werden, Angebote für den Schienenpersonenverkehr auf dieser Strecke einzureichen.

Eine Entscheidung ist offenbar nicht vor Frühjahr zu erwarten. Torsten Stein aus Roßwein, Vorsitzender des dortigen Modellbahn-Clubs, engagierter Befürworter der Regionalbahn und Kenner der Materie, sieht jedoch das Ende kommen: "Kein Bahnunternehmen ist bereit, unter den von den drei Verbünden festgelegten Rahmenbedingungen Züge fahren zu lassen." Zumal der ZVMS vom 15. Dezember an eine neue Fernbuslinie auf der Strecke Freiberg - Nossen - Leipzig auf der Autobahn 14 einsetze. In Steins Augen zielt diese ganz direkt gegen die Bahn im Muldental.

Auch wenn noch nicht alle Messen gesungen sind, die Perspektiven für eine S-Bahn nach Grimma dürften sich kaum verbessern. Wenn die Züge statt von Leipzig nach Meißen nur noch von Leipzig bis Döbeln rollen, dürfte das der fehlenden Elektrifizierung kaum einen höheren Stellenwert bei Bahn und Bund verschaffen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2013
Heinrich Lillie

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