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Im Schloss Colditz liegt Musik in der Luft

Im Schloss Colditz liegt Musik in der Luft

Die Sächsische Landesmusikakademie (LMA) hat endlich ein Zuhause: Schloss Colditz. Dafür wurde der 1523 errichtete Marstall im vorderen Hof seit 2006 für 3,4 Millionen Euro saniert und umgebaut und gestern im Rahmen einer Feierstunde von Sachsens Finanz-Staatssekretär Wolfgang Voß an den Nutzer, den Sächsischen Musikrat (SMR), übergeben.

Colditz.  

Wie gut es gelungen ist „Architektur und Musik in Harmonie zu vereinen“, wie es Gerlind Berndt vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement in Leipzig formulierte, das die Bauhoheit über das Projekt hatte, davon konnten sich die Gäste beim Spiel des Klaviertrios aus Chemnitz überzeugen, das gerade bei „Jugend musiziert“ einen ersten Preis gewonnen hatte. Die Musik lag noch in der Luft, als Wolfgang Voß und Christian Striefler, der Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten, symbolhaft einen Notenschlüssel an den Präsidenten des Sächsischen Musikrates, Christoph Krummacher, übergaben. „Ich habe schon viele Schlüssel übergeben, aber das ist einer der schönsten“, lachte Voß. „Die musikalische Bildung Jugendlicher und Erwachsener zu unterstützen, ist eine schöne und wichtige Aufgabe“, betonte er. Der Freistaat habe dieses Anliegen mit der Einrichtung der LMA aktiv unterstützt und nebenbei noch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des imposanten Schlosses mit seiner fast tausendjährigen Geschichte geleistet. Schon die Entscheidung, in Colditz eine Europa-Jugendherberge einzurichten, sei ein neuer Ansatz gewesen, historischen Mauern eine wegweisende Bestimmung zu geben.

Das einstige Jagdschloss von Kurfürst August dem Starken gehört seit 2003 zu den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsens. Es wird seit 1991 saniert. „Seitdem haben wir gute Akzente setzen können“, sagte Voß. Ein knappes Viertel der Liegenschaft werde inzwischen genutzt. „Das ist ganz ordentlich“, ergänzte Striefler zufrieden vor dem Hintergrund, dass man bis zum Synergie versprechenden Zusammenspiel von Europa-Jugendherberge und LMA lange keine Antwort auf die Frage gehabt habe, was mit dem ausgeräumten und später u.a. als Landesheilanstalt und Offiziersgefangenenlager im II. Weltkrieg zweckentfremdeten Gebäudeensemble passieren soll. Bis Ende 2009 hat der Freistaat 21,6 Millionen Euro in Baumaßnahmen investiert, auch um die Anlage touristisch attraktiv zu machen. Die LMA, laut Striefler zurzeit die mit dem höchsten Standard bundesweit, stellte dabei den fünften Bauabschnitt dar. Weitere Vorhaben werden laut Voß in den nächsten Jahren folgen: Ausbau des Kirchenhauses sowie Ausbau des Expeditionshauses. Was danach komme, werde man allerdings zeitlich strecken müssen, sagte Striefler. „Denn es hat keinen Sinn, Dinge voranzutreiben, bei denen die wirtschaftliche Nutzung noch offen ist.“

Hingezogen, allerdings in der Vergangenheit, hatte sich, wie Christoph Krummacher bei aller Freude – „wir sind an einem Ort mit einer besonderen Aura angekommen“ – erinnerte, auch die Entscheidung für die LMA. Schon 1993 habe der SMR angesichts des vielfältigen sächsischen Musiklebens einen dauerhaft Ort für Fortbildung angemahnt. Unter einem halben Dutzend Standorten sei die Wahl 2005 schließlich auf Colditz gefallen, was Krummacher als „glücklich und sinnvoll“ bezeichnete, „weil die Stadt uns mit großem Interesse entgegen gekommen ist“ und die Jugendherberge gegenseitigen Vorteil verspreche. Man einigte sich, dass der Freistaat die Immobilie herrichtet und der SMR als Pächter das Betriebsrisiko übernimmt. Dennoch werde man den Freistaat auch künftig nicht aus seiner kulturpolitischen Verantwortung entlassen, sagte der Präsident. Der SMR seinerseits werde alle Energie daran setzen, das Schloss ins allgemeine Bewusstsein zu heben. Und ein Zitat des deutschen Philosophen Schelling – „Architektur ist erstarrte Musik“ - aufgreifend, versprach er: „Musik wird diese Architektur zum Klingen bringen.“

Ines Alekowa

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