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In Brandis rollt der Verkehr

In Brandis rollt der Verkehr

Lange hat Brandis auf diesen Tag gewartet: Seit Mittwoch ist die komplette Ortsumfahrung Realität. „Seit einer gefühlten Ewigkeit sehnt Brandis diese Straße herbei", brachte es Bürgermeister Andreas Dietze (parteilos) anlässlich der Freigabe der neuen S 43 auf den Punkt.

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Offizielle Freigabe mit Staatssekretär Roland Werner (2.v.l.) : In die S 43 wurden mehr als zehn Millionen Euro investiert.

Quelle: Andreas Röse

Brandis. Angesichts der Außentemperaturen fielen die offiziellen Statements trotz des denkwürdigen Ereignisses vergleichsweise kurz aus. „Durch die Verlegung der S 43 wird die Stadt Brandis erheblich vom Durchgangsverkehr entlastet. Der Ausbau in der Ortslage Waldsteinberg führt außerdem zu einer deutlichen Verbesserung der Verhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer", wies Staatssekretär Roland Werner vom sächsischen Wirtschaftsministerium auf die Bedeutung des Vorhabens hin. „Gerade in Zeiten, wo nicht immer so warmherzig über Europa gesprochen wird, gilt unser Dank der EU", machte Werner deutlich. Immerhin seien rund drei Viertel der insgesamt verbauten zehn Millionen Euro aus Brüssel geflossen. Bedeutung hat die Trasse, die sich nun auf rund drei Kilometern westlich an Brandis vorbei schlängelt, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Sie stellt nun die kürzeste Verbindung zwischen der B 6 bei Machern/Gerichshain und der A 14 südlich von Waldsteinberg dar und gilt als wichtige Nord-Süd-Achse im Landkreis Leipzig. Zudem bindet die neue Trasse das Gewerbegebiet Brandis-Beucha ans überörtliche Netz an. „Brandis kann mit Freigabe der Strecke aufatmen", erklärte Dietze. Schwerlaster würden sich nun nicht mehr durch die engen innerörtlichen Straßen quälen müssen. Vorbei auch die Zeit, wo es für Radfahrer und Fußgänger in der engen Mathildenstraße und der Cämmerei mitunter brenzlig wurde. Obwohl es den Brandisern nicht so vorkam, sei die Maßnahme doch relativ zügig realisiert worden, schätzten die beteiligten Ämter ein. „Als das Gewerbegebiet entstand, war die Straße Ende der 1990er Jahre schon mal Thema", erinnerte das Brandiser Stadtoberhaupt an erste Überlegungen. Dann verschwanden die Pläne mangels Geld wieder in der Schublade. „Seit 2001 reifte dann beim Freistaat die Erkenntnis, dass Brandis und die Region diese Straße brauchen." In die Verlegung der S 43 wurden rund 6,6 Millionen Euro investiert – Mittel des Landes, der EU, auch die Stadt steuerte 50 000 Euro bei. In den parallel erfolgten Ausbau der Staatsstraße durch Waldsteinberg flossen rund vier Millionen Euro. Für Fußwege und Beleuchtung beteiligte sich die Kommune hier noch einmal mit einer halben Million Euro. Auch Martina Tinkl, Leipziger Niederlassungsleiterin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, freute sich, nach über zwei Jahren Bauzeit zum offiziellen Scherenschnitt schreiten zu können: „Frühere Einbahnstraßenregelungen, die in Brandis nötig waren, haben sich damit nun endgültig überholt." „Das ist ein bedeutender Tag für Brandis, den wir nicht verpassen wollten", meinte Stefan Müller, der als einer der wenigen Bürger die offizielle Freigabe verfolgte. Der Brandiser ist zuversichtlich, dass die Straße für die Kommune auf jeden Fall eine spürbare Entlastung bringen wird. „Und Bekannten muss ich keine Anfahrtsskizzen mehr zuschicken, damit sie uns finden." Restarbeiten verbleiben den Straßenbauern indes noch. „So sind noch Einfriedungen in Waldsteinberg sowie ein Geländer fertigzustellen", informierte Bauleiter Knut Otte vom Lasuv. Bereits gestern wurde der bisherige Bahnübergang zwischen Brandis und Waldsteinberg verriegelt. „Dort kommen vorerst Betonwände hin, um ein Überfahren der Gleise zu verhindern." Für die S 43 entstand 300 Meter westlich eine neue Querung der Bahnstrecke Beucha-Trebsen.

Simone Prenzel

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