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In Großbothen ist der Straßenbau ein Reizthema

In Großbothen ist der Straßenbau ein Reizthema


Großbothen. Zum Reizthema in Großbothen ist der Ausbau der durch den Ort führenden B 107 geworden.

. Damit offenbaren sich Gräben zwischen Anliegern und Behörden, die schon jetzt tiefer sind als die Baugrube selbst, in der gegenwärtig von der Oewa Grimma im Auftrag der Kommunalen Wasserwerke neue Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden.

Seit Juni ist die wichtige Durchfahrtsstraße im Bereich der zwei Eisenbahnbrücken voll gesperrt. Noch bis Ende des Jahres hat die Oewa dort zu tun. Danach soll die Straße wieder mit einer provisorischen Teerschicht geschlossen werden. Der Straßenbau, so teilt das zuständige Straßenbauamt Leipzig (SBA) auf LVZ-Anfrage mit, sei erst für das Frühjahr 2012 vorgesehen. Das nährt den Unmut im Ortschaftsrat. „Es gibt genügend Beispiele für Planungen, die einen zusammenhängenden Bauablauf möglich machen, wo also Kanal- und Straßenbau hintereinander erfolgen, um die Anliegerbelastung so gering wie möglich zu halten. Das war auch Bedingung der Gemeinde, als erstmals über das Bauvorhaben diskutiert wurde. Aber ich habe festgestellt, dort, wo das Straßenbauamt Leipzig plant, geht das nicht", moniert Ralf Sachse vom Ortschaftsrat.

Geschäftsmann Michael Döbold, er ist Inhaber des direkt an der Straße liegenden Supermarktes, schlägt noch tiefer in die Kerbe. „Durch den Mehraufwand an Material und Zeit, der sich mit dem zwischenzeitlichen Verschließen der Straße ergibt, werden öffentliche Mittel verschwendet und zusätzlich wird die Umwelt belastet, denn die nicht unerheblichen Mengen an Teer für die provisorische Deckschicht müssen mit hohem Energieaufwand hergestellt und rangekarrt werden." Dem widerspricht das SBA und lässt in einer schriftlichen Mitteilung wissen, dass der gemeinsame Kanal- und Straßenbau – „wie immer in solchen Fällen", so betont das Amt – geprüft worden sei. Aber die gegebenen örtlichen Verhältnisse – die allerdings in der Erklärung nicht näher benannt werden – hätten es mit sich gebracht, „dass beide Bauvorhaben nur in kurzen Abschnitten realisiert werden könnten. „Ein solcher Bauablauf führt gegenüber der getrennten Bautätigkeit weder zu einer Kosten- noch zu einer Zeitersparnis", schreibt Uwe Rohland vom Servicebereich im SBA.

Bleibt der Anliegerprotest gegen die Vollsperrung während des Straßenbaues, der mit einer Unterschriftenaktion manifestiert wird, weil hier von einer halbseitigen Sperrung die Rede gewesen sei. Mehr noch. Döbold und Sachse haben ein Schriftstück vorliegen, in dem wörtlich verankert ist, „dass für den Ausbau des 471 Meter langen Abschnittes eine Vollsperrung aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und fehlender Umleitungsmöglichkeiten nicht zu vertreten ist." Doch dieses Zitat, so lehnt sich das SBA zurück, „ist offensichtlich dem Erläuterungsbericht für das Bauvorhaben entnommen, auf den sich der Planfeststellungsbeschluss jedoch nicht erstreckt". Außerdem habe man Ende Juni mit allen Beteiligten und mit der Stadt Grimma darüber beraten. „Im Ergebnis wurde im Einvernehmen aller beteiligten Behörden die Vollsperrung als Vorzugsvariante bestätigt", teilt das SBA mit. Was letztlich auch von Frank Mundry als Vertreter der Straßenverkehrsbehörde der Muldestadt auf Nachfrage bestätigt wird. Er begründet diese Entscheidung auch mit Arbeitsschutzbestimmungen im Baustellenbereich.

Frank Schmidt

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