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In Prießnitz soll nächstes Jahr ein neuen Wasserwerk entstehen

Investition In Prießnitz soll nächstes Jahr ein neuen Wasserwerk entstehen

15 Millionen Euro – so schwer wiegt der Wirtschaftsplan des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain im nächsten Jahr. Größtes Vorhaben: Der Bau eines neuen Wasserwerkes in Prießnitz. Dem sich der Abriss des maroden Werkes aus den 50er-Jahren anschließen wird.

Hat ausgedient und wird abgerissen: Das Wasserwerk in Prießnitz.

Quelle: VVGG

Grimma/Geithain. Mehr als 100 Investitionen sind im Wirtschaftsplan der Kommunale Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH (KWW) für 2017 verankert. Alles in allem will sie im Auftrag des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain im Bereich der Wasserversorgung 6,35 Millionen Euro und bei der Abwasserbeseitigung 8,68 Millionen Euro in Bauvorhaben stecken. Während bei Trinkwasser-Investitionen keine Fördermittel fließen, greift der Verband beim Abwasser 3,6 Millionen Euro ab. Um seine Baustellen zu finanzieren, nimmt er Kredite auf und bedient die Schuld aus dem Gebührenaufkommen.

Größter Happen im neuen Jahr im Trinkwasserbereich ist der Neubau des Wasserwerkes in Prießnitz. Eigentlich sollte damit schon in diesem Jahr begonnen werden, doch laut VVGG-Geschäftsführer Lutz Kunath steht die wasserrechtliche Genehmigung immer noch aus. Es habe unter anderem naturschutzrechtliche Bedenken und Auflagen für die Brunnensanierung gegeben, sagt er. Das neue Werk wird über drei Millionen Euro kosten, 2017 plant der Verband mit Ausgaben von eine Millionen Euro. „Das alte Wasserwerk ist von Anfang der 1950er-Jahre“, so Kunath. „Es ist verschlissen, eine Rekonstruktion lohnt sich nicht.“ Das neue Werk soll auf der grünen Wiese neben dem jetzigen Wasserlieferanten entstehen. Wenn es fertig ist, fällt das alte Werk der Abrissbirne zum Opfer.

Schon im Bau befindet sich die neue Trinkwasserleitung von Prießnitz nach Frohburg, die im Investitionsplan 2017 mit 688 000 Euro zu Buche schlägt. Der Verband wird in Frohburg kein Wasser mehr aufbereiten und die Rennstadt künftig vom neuen Wasserwerk Prießnitz aus versorgen. Das jetzige Wasserwerk Frohburg dient dann laut Kunath nur noch als Verteilstation. Die bereits laufende Erschließung des Colditzer Ortsteils Hohnbach ist ein weiteres Top-Projekt des Verbandes. Das Dorf soll an die zentrale Käranlage von Colditz angeschlossen werden, und beim Bau der Abwasserkanäle werden auch gleich die Trinkwasserleitungen erneuert. Im kommenden Jahr nimmt der Verband dafür insgesamt 900 000 Euro in die Hand. Bei den Investitionen im Abwasserbereich will der Verband im kommenden Jahr auch einen Schlussstrich ziehen – es soll mit dem Bau der letzten zwei von insgesamt 22 Gruppenkläranlagen begonnen werden. Aus stehen noch Sermuth (1,3 Millionen Euro) und Wagelwitz (228 000 Euro). 700 000 Euro will der Verband 2017 einsetzen, um in Grimma den Burgberg an die zentrale Kläranlage anzuschließen, in der Wurzener Straße wird der Kanal erneuert (570 000 Euro). In Geithain rücken Bauarbeiter in Gartenstraße und Blumenweg an, um Grundstücke, in denen bislang mit privaten Anlagen das Abwasser gereinigt wird, an die Kläranlage der Stadt anzudocken (317 000 Euro). Dazu sind neue Kanäle zu legen, erläutert VVGG-Chef Kunath. Ebenfalls neue Kanäle kommen in die Erde von Rotsteg und Ostwaldstraße in Großbothen, um künftig das Abwasser der Anlieger in die zentrale Kläranlage des Dorfes leiten zu können (611 000 Euro). In der Leipziger Straße in Bad Lausick will der Verband die Kanäle für 308 000 Euro erneuern, nennt Kunath ein weiteres großes Vorhaben.

Die Verbandsversammlung hat in dieser Woche in Grimma die Haushaltssatzung und den Wirtschaftsplan für 2017 einmütig verabschiedet. Die Kredite, die der Verband aufnimmt, fließen an die Kommunale Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH (KKW), die für die Investitionen zuständig ist. Im kommenden Jahr ist ein Kreditvolumen von 12,8 Millionen Euro im Plan verankert, davon sind 10,6 Millionen Euro für Bauvorhaben vorgesehen. Alles in allem steht der kommunale Verband derzeit mit rund 96 Millionen Euro in der Kreide. Das sei eine ganze Menge, so Geschäftsführer Kunath, „wir haben bei der KKW aber auch ein Bilanzvermögen von 181 Millionen Euro“. Da relativiere sich der Schuldenstand. Dennoch sei das Ziel, die Kreditbelastung nicht weiter zu erhöhen.

Von Frank Prenzel

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