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Grimma In Roda werden Spezialaufträge in Manufakturarbeit gefertigt
Region Grimma In Roda werden Spezialaufträge in Manufakturarbeit gefertigt
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16:50 01.03.2017
Den silbernen Meisterbrief für 25 Jahre Handwerksmeister kann Karsten Dietrich aus Roda bei Mutzschen vorweisen. Seine kleine Metallhandwerksfirma mit drei Angestellten fertigt ausschließlich Spezialaufträge in Manufakturarbeit an. Quelle: Foto: Thomas K
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Grimma/Roda

Schweißtische und eine Dornbiegemaschine gehören zur Werkstattausstattung von Karsten Dietrich genauso wie Schraubstöcke und Schweißgeräte. Denn hier in Roda werden Spezialaufträge in Manufakturarbeit angefertigt. „Ich habe hier alles, was ich und meine zwei Mitarbeiter zum Arbeiten brauche.

Jedes Jahr fahre ich auf die Messe, um auf dem neuesten Stand zu bleiben“, betont Karsten Dietrich, der in der Rodaer Landstraße seine Werkstatt hat. Auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse ist ihm gerade eine große Ehre zuteil geworden: „Ich freue mich natürlich sehr darüber“, hält der 56-Jährige fest, während er mit einem bescheidenen Lächeln auf den Silbernen Meisterbrief verweist. Diesen erhielt er von der Leipziger Handwerkskammer zusammen mit weiteren Unternehmern. So wie er hatten die Handwerker bereits vor mindestens 25 Jahren erfolgreich die Meisterschule absolviert. Zur Verleihung erklärte Kammerpräsident Claus Gröhn: „Wir wollen mit dieser Ehrung die Leistungen der Meister noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“ Das findet Karsten Dietrich auch wichtig. Denn Nachwuchs zu bekommen, ist im Handwerk ein schwieriges Unterfangen. Er selbst lernte 1977 Maschinen- und Anlagenmonteur. 1979 absolvierte er seinen Facharbeiter. „Ich arbeitete nach meiner Lehre in Heizungsbaufirmen. Zur Wendezeit war es in unserer Branche schwierig.

Der Heizungsbetrieb, in dem ich arbeitete, meldete Insolvenz an. Dann ging es weiter, und wieder war es ungewiss, ob der Lohn fließt. Da wagte ich den Sprung in die Selbstständigkeit“, erzählt der Rodaer. Das war genau am 1. Juni 1999. Zuvor hatte er 1990 seinen Handwerksmeister als Bauschlosser absolviert. „Heute mag man es kaum noch glauben, wenn man die Werkstatt sieht, dass ich einst in der Garage angefangen habe“, erzählt er nicht ohne Stolz. Dabei weiß er noch immer die Unterstützung durch seine Frau Ines (54) zu schätzen, die immer an ihn geglaubt hat. „Ich brauchte schließlich Kapital, um mir einen kleinen Transporter und Werkzeug anzuschaffen“, erzählt er. Auch seine Schwester habe ihn damals mit einem Darlehen unterstützt.

Obwohl Dietrich lange unschlüssig war, wohin die berufliche Reise gehen wird, betrachtet er seinen Entschluss, sich selbstständig zu machen, rückblickend als Volltreffer. „Es ist ein kreativer Beruf. Ich habe noch nie etwas doppelt angefertigt“, sagt er, der sich vor allem auf den Edelstahlbau spezialisiert hat. Seine Arbeiten sind nicht nur deutschlandweit unterwegs, sondern auch in Dubai und Brasilien zu finden. So hat die Rodaer Firma Geländer für die Firma BFI-Stahlbausysteme GmbH & Co. KG Warburg angefertigt, die an Edelstahlarbeitsbühnen für die Getränkeindustrie angebaut wurden.

„Doch in erster Linie arbeite ich mit regionalen Betrieben zusammen“, sagt der Handwerksmeister. „Hier kennt man die Ansprechpartner und arbeitet auf Augenhöhe zusammen“, meint er. Dazu gehöre unter anderem die Mal- und Künstlerfarben Lacufa GmbH Nerchau, die Papierfabrik Golzern GmbH in Mutzschen, Oewa oder Speiseservice Lange in Mügeln. „Ich arbeite vor allem für die Industrie. Da ist es erforderlich, dass man über Zertifizierungen wie die C 90 verfügt, aber auch der internationale Schweißerpass ist gefragt“, weiß der 56-Jährige. Das heißt aber nicht, dass er nicht für Tüfteleien zu haben ist. So baute er schon eine Auspuffanlage für einen Oldtimer und fertigte eine Gurtführung für ein altes Cabrio an. Selbst einen Römerwagen baute er für einen Pferdeliebhaber. Zeugnis für seine Meisterschaft findet man auch in seinem Heimatort Wermsdorf. Dort entstand unter seinen geschickten Händen ein Springbrunnen für die Oberschule Wermsdorf.

Von Cornelia Braun

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