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Grimma In Seelingstädt ist's furchtbar nett
Region Grimma In Seelingstädt ist's furchtbar nett
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12:16 09.03.2018
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. Der 21-Jährige hat einen Arbeitseinsatz in den Knochen. Und was für einen! Auf Initiative der Jungen Gemeinde Machern wirbelte er zusammen mit 15 Jugendlichen aus der ganzen Region eine Woche lang am Seelingstädter Speicher. Da wurden Abwasserschächte zugeschippt, Gewölbe freigelegt, Fenstergewände ausgemauert und Putze abgehackt. Ohne OP-Maske, Schutzbrille und Gehörschutz ging nichts. Denn der Presslufthammer war laut und der Speicher verdammt staubig: „In Getreideresten aus zwei Jahrhunderten stießen wir auf eine mumifizierte Katze. Daneben entdeckten wir den Kopf einer Maus. Der Rest ist bestimmt im Bauch der Katze – wir haben sie würdig begraben", lacht Kilian, der das Workcamp gemeinsam mit Katharina Bachmann leitete.

Seit 2004 organisiert die Junge Gemeinde jeden Sommer gemeinnützige Einsätze, die vom Kinder- und Jugendring gefördert werden. Ob Leulitzer Kirche, Grundschule Großbardau, Schaddelmühle oder denkmalgeschützter Speicher – nach täglich jeweils sechs Stunden Arbeit werden die Freiwilligen mit gemeinschaftlicher Freizeit belohnt. Diesmal kletterten Eric Böhme, Johann Lötzsch, Lars Schimpke und all die anderen im Böhlitzer Steinbruch, paddelten bei Trebsen auf der Mulde, wurden von Ordensschwester Benigna durch die heiligen Hallen des Seelingstädter Ritterguts geführt, töpferten in der Schaddelmühle und sahnten beim „Eisessen satt" in Hohnstädt so richtig ab: Marius Mäder schaffte 15 Kugeln, Christian Ludewig sogar 19(!). Na, irgendwo muss die Kraft doch herkommen. Überhaupt waren die Seelingstädter sehr um das leibliche Wohl ihrer Helfer bemüht. „Die Dorfbewohner brachten uns selbstgebackenen Kuchen an die Zelte. Die Bäckerei Haferkorn spendierte jeden Tag Brötchen. Einmal kam eine Frau mit einem Korb voller Schnitzel und Salat vorbei. Und die Küche des Altersheimes half mit Gemüsebrühe und Geschirr aus. Ansonsten versorgten wir uns ganz alleine. Das war unser Wunsch", sagt Kilian. In Dankbarkeit dichteten die Helfer am Lagerfeuer sogar ein Lied: „In Seelingstädt ist‘s furchtbar nett." Vom örtlichen Fußballverein gab es eine Einladung zum Freundschaftsspiel. Doch die Zeit war schon anders verplant: fürs Nacht- und teilweise auch Nacktbaden im Altenhainer Steinbruch. „Drinne war es wärmer als draußen."

Helmut Trupke vom Heimatverein dankt den Freiwilligen von Herzen: „Wir wollen den Speicher retten und ihn später als Dorfgemeinschaftshaus nutzen. Jeder noch so kleine Schritt hilft uns ein großes Stück weiter. Die Jugendlichen waren sehr fleißig!" Na und ob. Sie riskierten sogar Kopf und Kragen. Bei einer Radtour stürzte eine Teilnehmerin schwer. Zum Glück leistete Christian Schlegel fachmännisch Erste Hilfe. Inzwischen ist das Mädchen schon wieder auf dem Weg der Besserung.

Haig Latchinian

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