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Grimma Inklusion und Umweltschutz: Erster Jugendkreistag im Kreis Leipzig beschließt
Region Grimma Inklusion und Umweltschutz: Erster Jugendkreistag im Kreis Leipzig beschließt
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06:00 05.04.2017
Mit den grünen Kärtchen stimmen die Neuntklässler für eine Beschlussvorlage. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Zwei neunte Klassen, je eine vom Gymnasium St. Augustin in Grimma und des Freien Gymnasiums Naunhof, haben an dem Projekt „Planspiel Jugendkreistag – Jugendbeteiligung als Antwort auf den demografischen Wandel“ teilgenommen (LVZ berichtete). Für die 45 Jungen und Mädchen wurde am Dienstag mit der ersten Jugendkreistagssitzung im Landkreis Leipzig unter dem Vorsitz von Kreisrat Sebastian Bothe (SPD) der Höhepunkt erreicht. Auf der Tagesordnung standen die Beschlussfassungen zu vier Projekten, die die einzelnen Gruppen – standesgemäß als Fraktionen bezeichnet – auf den Weg bringen wollten.

Den Anfang machte das Team Jugendhilfeplanung. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Website zu erstellen, die alle relevanten Informationen für Jugendliche in Sachsen bündelt. „Es soll zum Beispiel Infos zu Ferienjobs geben. Die Firmen werden direkt verlinkt“, erläuterte eine Nachwuchskreisrätin. Außerdem würden auch gemeinnützige Projekte vorgestellt und Links zu Beratungsstellen angeboten. Es gäbe genug solcher Angebote und mit etwas Recherche würde diese jeder finden, Kosten und Nutzen stünden in keinem Verhältnis, so die anderen Faktionen. Der Beschluss wurde abgelehnt.

Für etwas mehr Diskussionsbedarf sorgte der Vorschlag der Fraktion Kultur, die ein Café eröffnen möchte, das von Jugendlichen betrieben wird. „Kultur ist vielseitig, deshalb wollen wir einiges bündeln“, so die Sprecherin. Der Gruppe schwebe eine Manga-Treff vor, außerdem Themenwochen, Konzerte und ein Forum für Filmkunst. Das Konzept ist sehr detailliert. Dennoch gibt es Kritik von den Fraktionen. Mit der Oase in Naunhof habe man eine Begegnungsstätte für Jugendliche, man solle lieber an diesem Konzept arbeiten, als in etwas Neues zu investieren. Am Ende wird auch diese geänderte Beschlussvorlage abgelehnt.

Die Fraktion Naturschutz hat mit ihrer Beschlussvorlage zu regelmäßigen Umwelttagen mehr Erfolg. Nach ganzen sechs Änderungsanträgen spricht sich eine große Mehrheit für drei Aktionstage pro Jahr aus, an denen die Umwelt im gesamten Landkreis sowohl von Schülern als auch anderen Bewohnern gesäubert werden soll. Wichtig war den Schülern, dass diese Aktionen nicht in die Wintermonate fallen, da Schnee und Eis hinderlich sein könnten.

Ebenfalls beschlossen wurde der Antrag der Fraktion Teilhabe, die sich für gemeinsame Vereinsaktivitäten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen einsetzen möchte. „Wir wollen beeinträchtigte Personen besser integrieren. Jeder kennt doch das Gefühl, allein gelassen zu werden. Und das ist kein schönes“, so die Sprecherin der Antragsteller.

Für die Schüler ist das Projekt damit beendet, es sei denn, sie wollen sich weiter für ihre Interessen einsetzen. „Dann bieten wir unsere Unterstützung an“, so Nina Kaiser von der Akademie für Lokale Demokratie. Denn Ziel sei es, die Ideen der jungen Menschen auch in der realen Politik zu thematisieren. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit vergehen kann, ist die Projektmanagerin zufrieden mit dem Planspiel. „Die Schüler haben gut mitgemacht und sich aktiv eingebracht“, lobt sie.

Von Nathalie Helene Rippich

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