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Grimma Interkulturelle Woche: mit Kindern nach Nepal
Region Grimma Interkulturelle Woche: mit Kindern nach Nepal
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11:58 29.09.2018
Eckhard Schröderr war mit seinen Töchtern Clara und Lea in Nepal unterwegs Quelle: Eckhard Schröder
Naunhof

Er ist auch für erfahrene Kletterer eine Herausforderung und mit über 8000 Metern das höchste Gebirge der Erde: der Himalaya. Grenzend an sieben Staaten, darunter Nepal, China und Indien – bewachsen von üppiger Flora, zieht er jedes Jahr hunderte Reisende und Wanderer an. Viele von ihnen trainieren bereits zuhause wochenlang, um mit dem Mount Everest nicht nur den berühmtesten Berg des Himalaya, sondern auch den höchsten Gipfel der Welt zu erklimmen. Dort oben herrscht selbst im wärmsten Monat des Jahres eine Durchschnittstemperatur von minus 19 Grad, es kann jederzeit zu raschen Wetterumbrüchen kommen. Ein Kind an diesen Ort mitzunehmen – eigentlich undenkbar. Eigentlich.

Woche für mehr Weltoffenheit und Vielfalt

Dieser Meinung war auch Eckhard Schröder lange, bevor er seine Töchter Lea und Clara schließlich doch mit auf die Reise nahm – wenn auch nicht bis ganz auf den Gipfel. Von seinen und ihren Erfahrungen berichtete er am Donnerstag im Bürgersaal im Stadtgut Naunhof. Der Vortrag fand im Rahmen der Interkulturellen Woche statt. Bundesweit werden in rund 500 Städten über 5000 Veranstaltungen durchgeführt. Das Muldental ist nun schon im zehnten Jahr dabei, die Stadt Naunhof seit acht. Dort hat Katharina Freystein, Inhaberin des Tanzstudios Freystein, neben verschiedenen Tanzveranstaltungen auch den Vortrag organisiert. „Viele meiner Mitarbeiter kommen aus anderen Ländern. Und ich erlebe das gerade in der Kunst als große Bereicherung“, erklärt sie ihre Motivation. Sie ist der Meinung, dass Erfahrungen wie die von Eckhard Schröder Eindrücke von anderen Kulturen vermitteln und dadurch auch Ängste abbauen können.

Nepal durch die Augen der Kinder

Schröder, im Alltag Zahnmediziner in Grimma, hat insgesamt vier Töchter. Nach Nepal reiste er bereits in jüngeren Jahren einmal, mit Kindern erschien ihm eine Wiederkehr lange unmöglich. Dann schloss er sich der gemeinnützigen Organisation Nepalmed an, die dort Initiativen im Bereich der Medizin fördert. „Irgendwann kam die Frage auf, ob man auch eine Mitgliederreise mit Kindern organisieren könnte“, erzählt er. 2009 reiste er das erste mal mit seiner damals achtjährigen Tochter Clara nach Nepal, 2015 nahm er auch die zu dem Zeitpunkt zwölfjährige Lea mit. Mit den beiden abenteuerlustigen Mädchen plante er, bis zum Everest Basecamp aufzusteigen – auf etwa 5300 Metern Höhe.

Magisches Gefühl am Mount Everest

Dabei gestaltete sich die Vorbereitung nicht einfach. So gab es etwa kaum Informationen darüber, wie sich Höhenluft auf Kinder auswirkt. „Versuchen Sie außerdem mal wasserfeste Wanderschuhe in Größe 23 zu finden“, sagt Schröder. „Das ist fast unmöglich.“ Die Reise lief dann auch nicht ganz so wie geplant. Der Winter in Nepal hielt länger an als gewöhnlich, ein erster Aufstieg auf einen anderen Berg musste abgebrochen werden. Als Schröder mit seinen beiden Kindern dann trotzdem bei strahlendem Sonnenschein am Fuß des Mount Everest ankam, sei das ein „magisches Gefühl“ gewesen. Es habe ihn bereichert, das Land durch die Augen seiner Töchter zu sehen: „Kinder bemerken Dinge, die wir Erwachsenen gar nicht wahrnehmen.“ Einen Teil dieser Eindrücke hat er fotografisch festgehalten. Betrachten kann man sie auf seiner Website. www.bunteaugenblicke.de.

Von Hanna Gerwig

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