Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Internet-Betrugsfall: Spezialist sieht Unternehmen in der Pflicht
Region Grimma Internet-Betrugsfall: Spezialist sieht Unternehmen in der Pflicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:02 19.05.2015

Der freiberufliche Dozent in der Computerbranche fordert: "Es genügt eben nicht, nur die eigenen Systeme gegen Angriffe von außen zu schützen, was zweifelsohne enorm wichtig ist, auch an den Schnittstellen zu den Kunden muss noch gefeilt werden." Dann erst könne beruhigt der modernen Online-Welt vertraut werden.

Anlass dieser Worte ist der Betrugsfall in Ammelshain. Wie berichtet, hatte Lutz Kadyk eine E-Mail mit einer angeblichen Telefon-Rechnung erhalten. Beim Öffnen des Anhangs lud er sich einen Trojaner auf den Computer, mit dessen Hilfe Gauner Zugriff auf das Konto seines Unternehmens erlangten.

Viele Unternehmen, ob Telefongesellschaften oder Banken, so Wolffs, hätten sich aus Kostengründen für die Online-Verfahren entschieden. Doch diese seien aus Sicht der Kunden nicht immer unproblematisch. Der Telefon-Anbieter - in diesem Fall die Telekom - schicke per E-Mail eine Benachrichtigung, dass eine Rechnung vorliegt, oder er versende direkt im Anhang - weil es bequem ist - die Rechnung mit. In der Adressleiste würden bei diesen E-Mails verschlüsselt Konten- und andere Daten des Anbieters übertragen, es fehle aber ein eindeutiger Bezug zur Telekom. Wolffs: "Den finden wir nur in der Mail selbst, indem dort mittels der bekannten Logos des Anbieters die eigentliche E-Mail ausgestattet ist. Aber das kann ja auch vorgetäuscht sein, wie der aktuelle Fall gezeigt hat." Nebenbei gesagt, sei es für einen Hacker relativ einfach, beispielsweise eine Telekom-Seite in seiner E-Mail darzustellen.

Alle großen Institutionen würden davor warnen, einem Link in einer E-Mail leichtfertig zu folgen, aber viele würden ihn trotzdem anbieten. "Bequemlichkeit hat eben ihren Preis", sagt Wolffs. Er kenne sogar einen Kreditkarten-Anbieter, der genau solche Links mit seinen Mails versende.

In seinen Kursen gebe er daher immer die Ratschläge: Auch wenn es unbequem ist, wenn es erhöhten Aufwand bedeutet, sollten keine Passwörter im Webbrowser gespeichert werden. Wer eine Rechnung anschauen will, sollte niemals einem Link in einer E-Mail folgen, dessen Adresse er nicht genau durchschaut, sondern, wenn möglich, selbst auf die Webseite der Bank, der Telefongesellschaft oder eines anderen Unternehmens wechseln.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2014
Pfeifer, Frank

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was beim aktuellen WM-Treiben am Zuckerhut unvorstellbar wäre, ist beim Lesewettbewerb der Grundschule Trebsen durchaus möglich: Nämlich dass es am Ende zwei Sieger gibt.

19.05.2015

Zwei runde Geburtstage und ein Jubiläum rücken am 5. Juli zum Parkfest in Belgershain in den Mittelpunkt. Der Männerchor feiert sein 95-jähriges Bestehen. Und der Verein "Belgershain - Heimat und Geschichte" wird 20 Jahre jung.

19.05.2015

Die polizeilichen Ermittlungen im Fall des Internet-Betrugs, dem Lutz Kadyk aus Ammelshain zum Opfer gefallen ist, werden sich voraussichtlich schwer gestalten. Wie Andreas Loepki, Leiter des Direktionsbüros der Polizeidirektion Leipzig, auf Anfrage mitteilte, verschleiern die Täter normalerweise ihr Agieren im Internet, die Überweisungen der Geldbeträge laufe zumeist über mehrere Konten.

19.05.2015
Anzeige