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Grimma Investorin aus Baden-Württemberg will Motterwitzer Rittergut wach küssen
Region Grimma Investorin aus Baden-Württemberg will Motterwitzer Rittergut wach küssen
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13:28 13.02.2017
Aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Eine Investorin aus Baden-Württemberg will das Motterwitzer Rittergut neu beleben.   Quelle: Foto:
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Grimma/Motterwitz.

 Wenn im nächsten Jahr das Reformationsjubiläum seinen Höhepunkt erreicht, dann dürfte auch eine für die Entwicklung des großen Wittenberger Reformators zentrale Persönlichkeit eine verstärkte öffentliche Wahrnehmung erfahren, nämlich Johann von Staupitz. Wahrscheinlich, dass in diesem Zusammenhang hin und wieder auch der Geburtsort des Generalvikars der deutschen Observanten-Kongregation des Augustinerordens in der Zeit zwischen 1503 bis 1520 und engster Vertrauter Luthers Erwähnung findet.

Ein Besuch des Rittergutes Motterwitz jedoch, in dem Staupitz der Überlieferung nach im Jahr 1465 zur Welt gekommen sein soll, ist im Moment nur bedingt lohnenswert. Dies könnte sich allerdings in den nächsten Jahren ändern. Denn die Besitzerin des historischen Ensembles, Kirsten Link, verfolgt mit diesem ehrgeizige Pläne. Vor reichlich drei Jahren kaufte die 50-jährige Baden-Württembergerin das etwa drei Hektar große Areal samt acht Gebäudeteilen einer irischen Firma ab, die dieses zuvor im Rahmen einer Zwangsversteigerung erworben hatte. „Ich war auf der Suche nach exakt einem solchen Objekt, sprich einem denkmalgeschützten Ensemble mit einem dazugehörigen großen Gewässer“, sagt die Pädagogin, die an einem technischen Gymnasium in Ellwangen Mathematik und Physik unterrichtet. Von Baden-Württemberg sei Motterwitz zwar selbstredend nicht der nächste Weg, die Lage des Ritterguts im Dreieck der Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz jedoch ideal für die Realisierung ihrer Pläne.

Letztere sehen unter anderem die Ansiedlung von Werkstätten traditioneller Handwerker vor, die künftig ihrerseits Seminare und Kurse anbieten sollen. „Für knapp zwei Millionen potenzielle Gäste in den drei Großstädten und ihrem Umland liegt Motterwitz rund eine Stunde Autofahrt entfernt“, rechnet Kirsten Link vor, die am Rittergut vorerst lediglich Sicherungsarbeiten hat durchführen lassen.

Schnelle Fortschritte zu erzielen, sei nicht ihr Plan, vielmehr wolle sie in kleinen Schritten ihrem Ziel näherkommen. „Ich bin hartnäckig und verfolge feste Vorstellungen“, so die 50-Jährige, die in einem nächsten Schritt weitere Pächter mit einem handwerklichen Hintergrund für das Areal finden möchte. „Habe ich diese Pachtverträge und damit weitere Einnahmen sicher, will ich bis Mitte nächsten Jahres die Werkstätten sanieren lassen.“ Parallel dazu halte sie Ausschau sowohl nach einem Gastronomie- als auch einem Pensionsbetreiber. „Der räumlichen Möglichkeiten sind auf jeden Fall viele an der Zahl“, berichtet Kirsten Link, die in diesem Zusammenhang ein von ihr „Eventhalle“ genanntes rund 800 Quadratmeter großes dachloses Gebäude nennt. „Ich kann mir sehr gut Veranstaltungen in diesem wunderschönen Ambiente vorstellen“, so Kirsten Link, die von einem Realisierungszeitraum von bis zu zehn Jahren spricht. „Allerdings wird die Sache in zehn Jahren ganz sicher noch nicht seine endgültige Form haben“, so die Investorin, deren Pläne auch vom einstigen Thümmlitzwalder Bürgermeister aufmerksam verfolgt werden. Udo Brodhuhn selbst hatte während seiner Amtszeit versucht, das Areal wiederzubeleben. Unter anderem hatte er einen Anlauf genommen, dieses dem Augustiner-Orden schmackhaft zu machen. „Ein Vertreter dieses Ordens war sogar aus Augsburg angereist, allerdings ist die Sache dann leider im Sand verlaufen“, erinnert sich der Dürrweitzschener.

Von Roger Dietze

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