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Ist Colditz reif für den Tag der (Angel)-Sachsen?

Diskussion noch ganz am Anfang Ist Colditz reif für den Tag der (Angel)-Sachsen?

Mit dem ambitionierten Projekt Colditz 2.0 strebt die Stadt nach größerer Bekanntheit. Der Ort, von dem aus Sachsen zwischen 1603 und 1616 regiert wurde, will raus aus dem Jammertal. Gehört mittelfristig auch die Bewerbung für einen Tag der Sachsen dazu? In ersten Stellungnahmen betonen Stadträte sowohl Chancen als auch Risiken.

Das Colditzer Schloss thront über der Stadt.

Quelle: Frank Schmidt

Colditz. Die Colditzer selbst sehen sich allzu oft in einer Art „Zonenrand-Gebiet“. Zwar mitten in Sachsen, aber abseits der Autobahnen, irgendwo im Nirgendwo. Umso spektakulärer die Ideen der Colditzer zu mehr Beachtung. Für Mai 2015, anlässlich der 750-Jahrfeier und von 70 Jahren Kriegsende, luden sie Queen Elizabeth ein. Colditz, mit jährlich 30 000 britischen Besuchern die internationalste Stadt im Landkreis Leipzig, war ganz dicht dran: Zwar kam die Queen dann doch nicht, dafür aber durfte der Bürgermeister zu ihr.

Mit dem ambitionierten Projekt Colditz 2.0 strebt die Stadt nach größerer Bekanntheit. Der Ort, von dem aus Sachsen zwischen 1603 und 1616 regiert wurde, will raus aus dem Jammertal. Gehört mittelfristig auch die Bewerbung für einen Tag der Sachsen dazu? Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos): „Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Unsere Altstadt würde eine festliche Kulisse bieten. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen, dürfen uns nicht übernehmen, besonders der finanzielle Rahmen müsste vorher klar sein.“

Für die Ausrichtung des „Tages der Sachsen“ können sich grundsätzlich alle Städte und Gemeinden bewerben, die die infrastrukturellen Rahmenbedingungen (Veranstaltungsorte, adäquate Plätze für Medienbühnen, Ver- und Entsorgungsleistungen, An- und Abreisemöglichkeiten/Parken, Quartiere, Personal) gewährleisten, sagt Lars Rischke, Referent in der Sächsischen Staatskanzlei auf LVZ-Anfrage. Das Kuratorium „Tag der Sachsen“ sei bestrebt, ausdrücklich auch Städten die Gelegenheit zur Präsentation zu bieten, die sonst weniger im Fokus stünden. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren zur Bewerbung um den 28. „Tag der Sachsen“ 2019. Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2017. Ab Herbst wird die Bewerbung um den „Tag der Sachsen“ 2020 möglich sein.

Laut Rischke erhalten Ausrichterstädte einen projektgebundenen investiven Zuschuss aus Mitteln des Kommunalen Finanzausgleichs in Höhe von 700 000 Euro. Davon können bis zu 250 000 Euro auch für laufende Kosten verwendet werden. Zudem bekommen die Ausrichter vom Land eine Anschubfinanzierung in Höhe von 40 000 Euro. Für die Förderung der teilnehmenden sächsischen Vereine und Verbände stellt der Freistaat 120 000 Euro zur Verfügung. „Der finanzielle Eigenanteil der Kommune fällt jeweils unterschiedlich aus, hängt von verschiedenen Faktoren (Parkeinnahmen, Erlöse aus Werbemittelverkauf, Sponsoring/Spenden) und Kostenpositionen ab. Schwerpunkte bei der Festvorbereitung sind etwa Sicherheit und Ordnung, Verkehrs- und Parkkonzept sowie Ver- und Entsorgungsleistungen“, so Rischke.

Bürgermeister Schmiedel geht davon aus, dass eine Bewerbung – wenn überhaupt – erst nach 2022 in Betracht käme. Auf LVZ-Nachfrage äußerten sich Vertreter der Stadtratsfraktionen hin- und hergerissen. Zwar habe Colditz im Moment ganz andere Baustellen, aber diskutieren könne man über alles. Thomas Wasner (Bürgerinitiative Colditz) und Gottfried Schröpfer (SPD/Pro Colditz) sehen Chancen und Risiken, betonen, dass ein solcher Tag vor allem von den Bürgern getragen werden müsse. Da Colditz mit derzeit 8702 Einwohnern der erste Ausrichter unter der 10 000er-Marke wäre und für sich allein wohl überfordert sei, schlägt Manfred Heinz (FDP) einen Verbund mit Anrainern vor: „Die Fußball-EM wird auch nicht mehr zwingend in nur einem Land veranstaltet.“

Jörg Röglin, Oberbürgermeister der Ausrichterstadt Wurzen (2015), würde es den Colditzern zutrauen: „Natürlich wäre das eine Herausforderung für die Verwaltung, die bei laufendem Betrieb zusätzlich zur Veranstaltungsagentur wird.“

Nur wer Mut zum Träumen hat, hat auch Kraft zu kämpfen. Und wer weiß: Vielleicht würde Colditz, das in England bekannt für sein Schloss und die Fluchtversuche alliierter Gefangener im Zweiten Weltkrieg ist, erstmals sogar einen Tag der (Angel)-Sachsen veranstalten.

Von Haig Latchinian

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