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Ja zur Erweiterung

Ja zur Erweiterung

Trebsen. Betonkrebs ist heilbar. Das sagt Manfred Maucher vom Altenhainer Steinbruch. Um sich die kostspieligen operativen Eingriffe wie auf der A 14 bei Mutzschen künftig zu sparen, schlägt er eine wirksame Prophylaxe vor: Andesit heißt das Wundermittel.

. Eine Gesteinsart, die er selbst abbaut. Da die Nachfrage steige, brauche er mehr Lagerkapazität. Deshalb beantragte er die Erweiterung des Betriebsgeländes. Das führte im Trebsener Rat zu einer lebhaften Diskussion.

Die basaltverwandten Andesite reagierten unempfindlich auf Alkali. Deshalb sei das feinkristalline Gestein derzeit besonders beim Bau von Autobahnen und Flugplätzen gefragt. Seit gut zwölf Jahren wurde Andesit im Schotter- und Splittwerk lediglich in Kleinstmengen gewonnen. Künftig soll es vermehrt abgebaut, zu Edelsplitten aufbereitet und separat gelagert werden. „Wir brauchen also mehr Lagerfläche. Unser Ziel ist es, den angrenzenden 3,5 Hektar großen Acker, der sich bereits in unserem Besitz befindet, entsprechend herzurichten", so Maucher: „Wir würden die Muttererde abtragen, eine 35 bis 40 Zentimeter starke Schicht Mineralgemisch aufbringen und Sand hinzugeben. Versiegelt wird nichts, die natürliche Versickerung wäre nach wie vor gegeben."

Das Bergamt startete unterdessen eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Nachdem sich Grimma und Naunhof gegen die Pläne des Unternehmens aussprachen, stimmte Trebsens Bauausschuss nun mehrheitlich für das Projekt.

Peter Emmrich lobte insbesondere die Absicht des Werkes, die Edelsplitte mittelfristig per Bahn abtransportieren zu wollen: „Somit würde sich die Situation der durch Laster genervten Anwohner sogar verbessern." Frank Wiede, der sich mit den Ratskollegen vor Ort informierte: „Als Stadträte sind wir nicht nur den Bürgern, sondern auch den Gewerbetreibenden verpflichtet." Als Gast warnte Naunhofs Bürgermeister Uwe Herrmann vor einer Zustimmung: „Die Menschen dürfen nicht unter gewerblicher Tätigkeit leiden. Lassen wir uns nicht auseinander dividieren. Vor allem, weil die Umgehungsstraße noch aussteht!" Ähnlich äußerte sich auch Ausschussmitglied Steffen Slowik: „Die Stadt Trebsen bekannte sich im August in einer Deklaration ausdrücklich zu den zentralen Entwicklungszielen der Region: Attraktives Wohnen, Naherholung und Gesundheitswirtschaft." Slowik sprach sich gegen das Vorhaben der Firma aus: „Die Lagerfläche befindet sich zu 100 Prozent im Europäischen Vogelschutzgebiet. Wir befürchten neben weiteren Belastungen an Staub und Lärm nicht zuletzt den Neuaufschluss des Alten Tausends sowie weiterer Steinbrüche." Er äußerte sein Unverständnis darüber, wieso der Beschlussantrag zunächst eine Ablehnung vorsah, nach dem Ortstermin mit dem Steinbruchbetreiber jedoch eine neue zustimmende Stellungnahme als Tischvorlage eingebracht wurde.

Bürgermeisterin Heidemarie Kolbe widersprach: „Die Behauptung, wir würden mit unserer Zustimmung neuen Steinbrüchen Tür und Tor öffnen, ist so nicht richtig. Unser Ja zur Erweiterung der Lagerfläche bezieht sich ausschließlich auf den Steinbruch Klengelsberg."

 

Haig Latchinian

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