Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Jagdhaus Kössern startet in neue Saison
Region Grimma Jagdhaus Kössern startet in neue Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:38 10.01.2019
Ute Wächtler (l.) und Siri Köppchen öffnen im Jagdhaus Kössern die eiserne Schatztruhe, in der Besucher historische Dokumente finden. Neben kulturellen Angeboten kümmert sich der Jagdhaus-Verein auch um geschichtliche Aspekte. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Kössern

 Das erlebt das Jagdhaus Kössern nicht alle Tage: Im vorigen Jahr mietete sich der Privatfernsehsender Sat1 ein und nutze das barocke Kleinod für seine TV-Sendung „Hochzeit auf den ersten Blick“. „Wir waren zum Stillschweigen verpflichtet“, erzählt Siri Köppchen (55), die Kulturorganisatorin des Jagdhaus-Vereins. Nichts sollte nach außen dringen.

Im Zwenkauer Standesamt standen sich die Braut aus Leipzig und der Bräutigam aus Peine erstmals gegenüber und gaben sich das Ja-Wort. Die vom Sender komplett ausgestattete Hochzeitsfeier ging dann im Jagdhaus über die Bühne. Allerdings war Vereins-Geschäftsführerin Ute Wächtler (60), als sie sich im November die Ausstrahlung ansah, dann doch etwas enttäuscht. Vom reizvollen Ambiente des Jagdhauses sei kaum etwas gezeigt worden. Wenigstens blieb das Paar zusammen, weiß sie zu berichten.

Private Vermietungen wichtige Einnahmequelle für Jagdhaus Kössern

Private Vermietungen sind eine wichtige Einnahmequelle des Jagdhaus Dorfentwicklungs- und Kulturverein Kössern/Förstgen, der das um 1709 errichtete und heute der Stadt Grimma gehörende Gebäude unter seinen Fittichen hat. Ob Betriebsfeten, private Jubiläen oder Hochzeiten: „Wir sind ein idealer Ort für Feiern jeder Art und komplett ausgestattet“, schwärmt Wächtler. Im vorigen Jahr verbuchte der Verein zwölf Vermietungen und hofft in diesem Jahr auf ein ähnliches Resultat.

Zwei restlos ausverkaufte Aufführungen von "Peter und der Wolf" erlebte das Jagdhaus Kössern 2018 mit dem Leipziger Sinfonieorchester. Quelle: Thomas Kube

Viel mehr ist laut Geschäftsführerin auch nicht möglich neben dem vielfältigen Konzert- und Veranstaltungsprogramm, da sich fast immer auf die Wochenenden konzentriert.

2018 zählte das Jagdhaus 1385 Konzertbesucher und darüber hinaus über 600 Gäste bei den anderen Veranstaltungen. Zudem stecken viele neugierige Touristen ihren Kopf ins historische Gemäuer. „Pro Saison kommen zwischen 2700 und 3000 Leute“, informiert Köppchen. Denn das Jagdhaus steht von Ostern bis zum Tag der Einheit auch als Touristinformation offen.

Leichte Klassik, Jazz und Theater im Jagdhaus

Mit einem „Russische Märchen“ überschriebenen Klassik-Nachmittag beginnt am Sonntag die diesjährige Veranstaltungsreihe im Jagdhaus Kössern. Bis zum Jahresausklang-Konzert am 29. Dezember warten zwei Dutzend Events auf die Besucher im 100 Gäste fassenden Festsaal. Kulturorganisatorin Köppchen spricht dabei von einem „bewährten Rezept“. Neben leichter Klassik werden auch Ausflüge in die Welt des Jazz, des Theaters, der Literatur und des Kabaretts geboten. Namhafte Künstler treten ebenso auf wie junge Talente.

Der neue Vorsitzende des Jagdhaus-Vereins in Kössern, Olaf Böhme. Quelle: Frank Prenzel

Mit dem Trompeter Joachim Karl Schäfer sei schon zum Auftakt am 13. Januar ein Musiker der Extraklasse zu hören, weiß Köppchen. Und am 26. und 27. Januar singt Gunther Emmerlich im Jagdhaus – wegen der großen Nachfrage gleich an zwei Nachmittagen. „Er ist von unserer Atmosphäre sehr angetan und liebt die Nähe zum Publikum.“ Dank der guten Kontakte zur Stiftung „Elfrun Gabriel“ werden am Karfreitag zwei Meisterpianisten erwartet, sozusagen „die Besten der Besten“, wie sich Köppchen ausdrückt.

Am 18. Mai ist der umtriebige Lyriker Ralf Grüneberger zu Gast, am 27. Oktober Sopranistin Olena Tokar von der Leipziger Oper, am 1. Dezember die japanische Pianistin Kaoru Maruyama Meguro.

Musikcafé zum Frauentag in Kössern

Die Kulturmanagerin möchte aber auch auf das Musikcafé zum Frauentag hinweisen, wo bei Kaffee und Kuchen die heitere Muse im Mittelpunkt steht, oder auf die zwei Musikschüler-Konzerte des Centrum musicum unter Leitung von Vereinschef Olaf Böhme. Schon jetzt ausverkauft sind die vier Schülerkonzerte im April, bei denen diesmal nicht „Peter und der Wolf“ zu hören ist. Die Grundschüler erleben vielmehr „Das zauberhafte Sing- und Klingspiel“ des Deliciae Theatrales.

Musikcafé zum Frauentag: Krisztin und Konstantin Nazarov glänzten 2018 im Jagdhaus Kössern mit einem Musikkabarett. Quelle: Roger Dietze

Rund 100.000 Euro umfasst das jährliche Volumen, um das Jagdhaus so ambitioniert mit Leben zu füllen. Neben Eintrittsgeld, Vermietung und Mitgliedsbeitrag kann der Verein auf die Kulturraum-Förderung bauen. In diesem Jahr sind 13.900 Euro avisiert und damit annähernd so viel wie 2018. Die Stiftung der Sparkasse Muldental hat 2019 eine Zuwendung von 4000 Euro zugesagt.

Verein muss im Jagdhaus keine Miete zahlen

Die Geschäftsführerin hebt auch die Unterstützung der Stadt Grimma hervor. Der im Jahr 2000 gegründete Verein hat mit der Kommune einen Nutzungsvertrag abgeschlossen und betreibt die Immobilie mietfrei. Die Betriebskosten nebst Unterhaltung liegen aber auf seinem Tisch. Nach Erneuerung von Dach und Fassade steht noch ein dritter Bauabschnitt aus, den die Stadt bislang aber nicht untersetzt hat. Der beinhaltet die Öffnung des Foyers hin zum Garten und die Erneuerung der Sanitäreinrichtungen. Elektrik und Heizung sind zu modernisieren.

Zudem hoffen die Jagdhaus-Mitarbeiter und -Besucher auf einen Aufzug. Denn den meist älteren Stammgästen bereitet es Mühe, die Treppe zum Saal im Obergeschoss zu bewältigen.

Programm im ersten Halbjahr

Sonntag, 13. Januar, 17 Uhr: Russisches Märchen – Joachim Karl Schäfer, Chizuru Böhme und Yuka Inoue spielen Werke verschiedener Komponisten.

Sonnabend, 26. Januar, und Sonntag, 27. Januar, je 17 Uhr: Lieder, Arien und Musicalsongs für Bass – mit Gunther Emmerlich (Gesang) und Matthias Suschke (Piano).

Sonntag, 10. Februar, 17 Uhr: Aufforderung zum Tanz – das Klaviertrio Würzburg spielt Mozart, Stöß und Brahms.

Sonntag, 24. Februar, 17 Uhr: Die verflixte Klassik – Musikkabarett mit Pianist, Musikkomödiant und Improvisationskünstler Felix Reuter.

Sonnabend, 9. März, und Sonntag, 10 März, je 15 Uhr: Musikcafé zum Frauentag „Operette sich wer kann“ – mit Anna Piontkowsky, Elisabeth Letocha und Rolf Schinzel.

Sonntag, 24. März, 17 Uhr: Frühlingskonzert.

Sonnabend, 13. April, 17 Uhr: Junge Musiker des Centrum musicum und Gäste musizieren unter Leitung von Olaf Böhme.

Sonntag, 14. April, 14 Uhr: Frühlingswanderung „Auf den Spuren der Waldhutung“ mit Johannes Zschoche.

Freitag, 19. April, 17 Uhr: Karfreitagkonzert mit zwei Meisterpianisten – Juyoung Park (Südkorea) und Asen Tanchev (Bulgarien).

Sonnabend, 4. Mai, 17 Uhr: Vogelfrei – Jazz zwischen Bach, Brahms und Co. mit Lutz Funke und Carsten Nachtigall.

Sonnabend, 18. Mai, 17 Uhr: Die Ruhe einer Sekunde – Geschichten und Gedichte von und mit Ralf Grüneberger, musikalisch begleitet vom Trio „Die Lyrischen Saiten“.

Sonnabend, 1. Juni, 17 Uhr: Pashe Yagorya (mit den Augen des Feuers) – Zigeunermusik aus Russland mit Valeriya Shishkova, Sascha Skripka und Oleg Matrosow.

Sonnabend, 22. Juni, 17 Uhr: Konzertzyklus „Wie Melodien zieht es mir“ – die Violinsonaten im Leben von Johannes Brahms. Teil 1 „Liebe verehrte Clara“ mit Kathrin ten Hagen und Alexander Meinel.

Von Frank Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In den Streit um die Altstadt-Befragung mischen sich jetzt auch die Bündnisgrünen aus Grimma ein. Sie sehen eine positive Veränderung im Bewusstsein Grimmaer Bürger gegenüber ihrem Umfeld.

10.01.2019

Hans-Joachim Kullig ist ein echter Fan von alten Autos. Ob Thälmann-Film oder Krupp  Dreiteiler – seine Oldtimer waren schon in diversen Spielfilmen zu sehen. Und manchmal chauffiert der 77-Jährige in seinen Lieblingen auch gute Freunde durch die Gegend.

10.01.2019

Die Natur sei bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt Ammelshain weggesperrt worden, meint Vincent Pawlas. Er weiß, dass sich das nicht mehr ändern lässt, stößt aber mit einer Forderung auf offene Ohren.

09.01.2019