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Grimma Jetzt nur noch ehrenamtlich: Carsten Graf bleibt Ortschef von Mutzschen
Region Grimma Jetzt nur noch ehrenamtlich: Carsten Graf bleibt Ortschef von Mutzschen
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17:13 26.04.2017
Grimma/Mutzschen

Der Graf wollte gehen – und bleibt nun doch. Das ist die überraschende Erkenntnis der Wahl des ehrenamtlichen Ortsvorstehers am Dienstagabend in Mutzschen. Wie berichtet, wollte Carsten Graf (45) den Ortsvorsteher-Job eigentlich an den Nagel hängen. Auf Drängen der Ortschaftsräte und nach einer Familienberatung stellte er die Weichen wieder zurück. Das Votum am Dienstag ließ dabei keine Wünsche offen. Alle sieben Ortschaftsräte gaben dem Mutzschener das Vertrauen. 100 Prozent.

Allerdings ist es eine Zäsur für Graf. 2003 war er 31-jährig ins Rathaus eingezogen und wurde 2010 für weitere sieben Jahre zum Bürgermeister gewählt. Was folgte, war am 1. Januar 2012 die Eingemeindung von Mutzschen nach Grimma. Abweichend zur sächsischen Gemeindeordnung wurde festgelegt, dass Graf bis zum Ablauf seiner Amtszeit als hauptamtlicher Ortsvorsteher tätig bleibt. Parallel dazu arbeitete er in der Stadtverwaltung Grimma als Wirtschaftsförderer. Damit ist es am 2. Mai vorbei. Das Amt bekleidet Graf von nun an ehrenamtlich. Und nach eigenen Angaben nimmt er am Dienstag einen Job in der freien Wirtschaft auf. Näher wollte sich der 45-Jährige dazu nicht äußern. Seine Bewerbung für den Posten des Baubürgermeisters in Borna hält er aufrecht. In der Kreisstadt verzögert sich die Entscheidung der Personalie.

Die Verabschiedung als hauptamtlicher Ortsvorsteher zur Sitzung des Ortschaftsrates nutzte Graf für eine Bilanz seiner Bürgermeisterzeit von 2003 bis 2011. Meilensteine in der hoch verschuldeten Kleinstadt waren die Belebung des Gewerbegebietes, der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses und die Schaffung eines modernen Abwassernetzes. Kulturell ragte 2006 die 925-Jahrfeier heraus. Neue Schulden habe die Kommunen in den neun Jahren nicht angehäuft, so Graf. Er sei stolz, was in Mutzschen bewegt wurde, sagte er und dankte allen mitwirkenden Akteuren.

Warme Worte für Graf gab es dann von Ex-Stadtrat Günter Herbst, der ihn im Mai 2003 auf dem Schloss vereidigt hatte. Herbst nannte ebenfalls die Leuchttürme. Allerdings sei es nicht gelungen, die Vision einer lebenswerten und modernen Wohnstadt umzusetzen. „An Vielem ist sicher das fehlende Geld schuld.“

Ortschaftsrat Gerald Berger (Freie Wählervereinigung Mutzschen) kritisierte, dass sich zur Wahl-Sitzung keiner aus dem Rathaus blicken ließ. Es sei traurig, dass der Oberbürgermeister oder ein anderer der Stadtverwaltung „nicht den Schneid findet und hierher kommt, um eine würdige Verabschiedung vorzunehmen und zu sehen, was wir geleistet haben“. Und noch etwas wollte Berger loswerden: „Wir haben das große Problem, dass wir als Ortschaftsräte entmündigt sind, über nichts befinden und nichts vorantreiben können. Und das frustriert. Wir glauben aber dennoch, in dem Gremium weiter arbeiten zu können.“

Carsten Graf ist bis 2019 als ehrenamtlicher Ortschef gewählt – dann endet die Legislaturperiode des jetziges Ortschaftsrates. Wie bisher steht ihm Ortschaftsrätin Hannelore Blasko (Allianz Stadt + Land Grimma) als Stellvertreterin zur Seite. Sie wurde zur Sitzung im Amt bestätigt und erhielt bei der geheimen Wahl ebenfalls das Vertrauen aller Ortschaftsräte.

Von Frank Prenzel

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