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Jonny, Lubega und Sally erhalten einen Stall

Jonny, Lubega und Sally erhalten einen Stall

Grimma. Die Pferde Jonny, Lubega und Sally müssen bei Wind und Wetter auf der Koppel im "Waldwinkel" in Grimma stehen, obwohl sich wenige Meter von ihnen entfernt ein Stall befindet.

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Im Waldwinkel in Grimma: Michaela Zabel will ihre drei Pferde in einem Stall unterbringen. Sie wartet momentan auf Baurecht.

Quelle: Thomas Kube

ein Stall befindet. Doch dieser darf noch nicht genutzt werden. Es besteht Baustopp. Damit Michaela Zabel und ihr Lebensgefährte weiter bauen können, benötigen sie einen Bebauungsplan. Dafür legten die Grimmaer Stadträte 2013 den Grundstein, in dem sie einen Bebauungsplan beschlossen. Derzeit wartet die Grimmaerin auf das Baurecht. Denn die Unterlagen gingen nun an die zuständige Behörde beim Landratsamt Leipzig. "Wir haben das Grundstück 2011 gekauft", erzählte die 41-jährige Tierfreundin, die eine achtjährige Tochter und einen 16-jährigen Sohn hat. Sie wohnte bisher in Leipzig und wollte wieder zurück in ihren Heimatort. Schließlich wohnen in Grimma ihre Eltern und in Nerchau Oma und Opa. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände stießen sie und ihr Lebensgefährte auf das Grundstück im "Waldwinkel".

"Ich hatte zwei Pferde und die brauchten genügend Auslauf und ein Dach über dem Kopf", erzählte sie. Denn auf dem Grundstück befand sich bereits ein Stall, in dem die Vorgänger zwar keine Pferde, jedoch verschiedene andere Tiere gehalten hatten. Bis 2013 konnten sie den Stall auch für mittlerweile drei Pferde nutzen. Doch dann zerfiel das Gebäude langsam. Also begannen sie es wieder herzurichten. "Da ich mich an die Leitlinien des Tierschutzes, der Pferdehaltung halten wollte, mauerten wir es einen Meter höher, als es vorher war. Das brach uns das Genick", sagte sie. "Die Bauaufsicht verhängte Baustopp, da sich das Gebäude im Außenbereich befindet und nur solange Bestandsschutz hat, bis es verändert wird", erklärte Zabel. Das war für die Bauzeichnerin nach eigenen Aussagen ein Fakt, den sie nicht kannte. "Die Bauaufsicht ging noch weiter. Wir dürfen ohne Bebauungsplan auch unseren Zaun nicht verändern, wenn er auseinanderfällt, können wir maximal einen Bauzaun errichten, damit die Pferde nicht ausbüxen", erzählte sie. Auf ihrem Grundstück könne nur das Wohnhaus verändert werden, da dieses genehmigt ist. Dass sie hingegen ohne einen Bebauungsplan eine biologische Kläranlage auf dem Grundstück errichten müssen, ist für die beiden unverständlich.

Bis es zu dem Entwurf des Bebauungsplanes und der notwendigen Satzung kam, gingen einige Monate ins Land. Mehrere Behörden mussten das Gelände begutachten. "Wir sind nun guter Dinge, dass die drei Pferde im nächsten Winter wieder den Stall benutzen können. Derzeit stehen Jonny (23) Lubega (9) und Sally (5) auf der Weide innerhalb des Grundstückes. Alle drei Pferde kamen zu den Tierfreunden aus verschiedenen Anlässen. "Jonny, ist eine Rückzüchtung zum Tarpan, ihn habe ich bisher am längsten. Er sollte auf den Schlachthof." Diese Rasse sei als schwer erziehbar einzuordnen und sein Besitzer habe das knapp drei Jahre alte Pferd nicht mehr händeln können, erzählt Zabel. "Ich habe bereits mit sieben Jahren auf dem Rücken eines Pferdes gesessen und wusste, wie ich ihn zu nehmen habe." Lubega war nur als Beistellpferd für Jonny gedacht, zum sozialisieren. Die Besitzer gaben ihn an die Pferdefreundin ab, da er eine Wirbelsäulenverkrümmung hat und somit unbrauchbar für sie war. "Mittlerweile merkt man es gar nicht mehr. Er lässt sich prima reiten und springt sogar sehr gern", sagt Zabel. Die Stute Sally schließlich holte sie aus Meißen, da ihre Tochter auch reiten wollte. Das Tier war in einem schlechten Zustand, "aber das gehört der Vergangenheit an", erzählt die Pferdeliebhaberin. Alle drei Tiere verstehen sich übrigens auch gut mit dem Hund der Familie, einer belgischen Schäferhündin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2015
Braun, Cornelia

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