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Grimma Jugendliche gehen auf jüdische Spuren in die Slowakei
Region Grimma Jugendliche gehen auf jüdische Spuren in die Slowakei
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16:28 07.07.2017
Grimma/Bratislava

Am heutigen Sonnabend ist es soweit. Der trinationale Jugendaustausch startet. Wie Ulrike Läbe vom Kinder- und Jugendring des Landkreises mitteilte, organisiert der Verein gemeinsam mit Mitgliedern des Städtepartnerschafts-Freundeskreises Grimma-Gezer (Israel) das Treffen. Das Projekt unter dem Motto „Zukunft bauen“ führt von Sonnabend an bis 15. Juli in die Slowakei. Innerhalb dieses Projektes werden die Teilnehmer unter anderem einen zerstörten jüdischen Friedhof in der Gemeinde Kuchyna (bei Bratislava) wieder herrichten. „Schon dreimal fanden Workcamps mit Jugendlichen in der Slowakei statt, die immer ehrenamtlich und durch Spenden realisiert werden konnten“, freut sich Ulrike Läbe. In diesem Jahr wird das Projekt europäisch durch das Programm Erasmus+ gefördert. Erasmus+ ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In Erasmus+ werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst.

Los geht es am heutigen Sonnabend ab 9.30 Uhr von Grimma. Gegen 16.30 Uhr werden die Teilnehmer ihr Quartier in Kuchyna beziehen können. Ein Programmpunkt ist neben den Arbeitseinsätzen auf dem jüdischen Friedhof, der in der Vergangenheit Schändungen ausgesetzt war, der Besuch der nationalen Holocaustgedenkstätte in Sered. Sie entstand am Ort des ehemaligen Zwangsarbeits- und Durchgangslagers Sered 2016 und erinnert an das Schicksal der jüdischen Häftlinge und die Opfer des Holocaust aus der Slowakei. Es ist das erste Museum seiner Art in der Slowakei.

Geplant sind auch eine Fahrt nach Bratislava, kreative Workshops sowie ein Zeitzeugengespräch mit Tommy Frankl, dem Sohn des Malers und Auschwitz-Überlebenden Adolf Frankl. Adolf Frankl war Karikaturist und Zeichner und wurde ins Konzentrationslager Sered 1944 verbracht und dann ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach der Befreiung im Jahre 1945 kehrte Adolf Frankl in seine Heimatstadt zurück. Doch nach der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei emigrierte er 1949 und zog mit seiner Familie nach Wien. Hier begann er zu malen, um mit seinen Werken über den Holocaust aufzuklären. 1983 verstarb er in Wien.

„Die internationale Jugendarbeit liegt uns sehr am Herzen, da durch persönliche Begegnungen Vorteile und Ressentiments am besten abgebaut werden können“, so Ulrike Läbe vom Kinder- und Jugendring. Thematisch geht es bei den Begegnungen einerseits um geschichtliche Zusammenhänge und anderseits sollen sich die Jugendlichen über aktuelle politische Fragestellungen austauschen. „Dadurch, dass die Jugendlichen gemeinsame Zeit verbringen, entdecken sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede und finden Neues über sich selbst und andere heraus“, ist sich die Organisatorin sicher.

Informationen Ulrike Läbe, info@fjm-lkleipzig.de oder 01578 3571698.

Von Cornelia Braun

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