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Grimma Junge Grimmaerin geht nach Israel
Region Grimma Junge Grimmaerin geht nach Israel
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17:17 29.02.2012

. Schon nach ihrem Abitur zieht es die aus einem christlichen Elternhaus stammende 23-jährige Grimmaerin in die Ferne.

Sechs Monate lang unterstützt sie die Arbeit in einer nepalesischen Schule sowie einem Kinderhaus, während ihres Kultur- und Management-Studiums lebt und studiert sie ein Jahr lang in Rom. „Ich freue mich zwar selbstredend, in der Heimat wieder Freunde und die Familienmitglieder zu sehen, aber halten tut es mich nicht sehr lange in Deutschland", so die Wahl-Leipzigerin, die Anfang Februar ihre Bachelor-Arbeit erfolgreich verteidigte.

Doch es nach diesem Erfolg erst einmal etwas ruhiger angehen zu lassen, ist nicht das Ding von Pauline Marx. Denn bereits heute fährt sie nach Berlin, wo drei Tage später ihr Flieger nach Israel abheben wird. Dort, in der nationalen Gedenkstätte für die Opfer des Holocausts in Yad Vashem in Jerusalem, wird die Hochschulabsolventin einen sechsmonatigen Freiwilligendienst im Rahmen des von evangelischen Christen gegründeten Vereins Aktion Sühnezeichen Friedensdienste absolvieren.

„Damit erfülle ich mir einen Traum und kann gleichzeitig noch einen guten Dienst für andere Menschen leisten", so Marx, zu deren Aufgabengebiet die Sichtung und Katalogisierung von Dokumenten im Archiv der Gedenkstätte gehören wird. „Ich hatte das große Glück, dass gleich zwei meiner Wünsche in Erfüllung gegangen sind, nämlich zum einen in Yad Vashem und zum anderen in Jerusalem arbeiten und leben zu können", so Pauline Marx. Dabei gebe sie sich keinen Illusionen hin, dass das vor ihr liegende halbe Jahr nicht auch schwierige Situationen bereithalten wird.

„Einige Freunde haben sich verwundert darüber gezeigt, dass ich mich nicht für Frankreich oder England, sondern ausgerechnet für Israel entschieden habe. Aber diese Region mit ihrer bewegten Geschichte im Schnittpunkt der Weltreligionen ist einfach spannender für mich", so die ehemalige Grimmaer Gymnasiastin, die sich so gut es ging auf ihren neuen Lebensabschnitt vorbereitet hat. „Auf Yad Vashem und die Wirkung dieses Ortes kann man sich zwar nur bedingt einstellen, aber ich denke, dass man etwa hinsichtlich des Nahostkonfliktes gut damit fährt, die Befindlichkeiten beider Seiten im Blick zu halten." Um sich ein besseres Bild von diesem Konflikt machen zu können, plane sie auch einen Besuch der besetzten Gebiete. „Ich will die Mentalität der Menschen kennen lernen, und dies geht nur, wenn man sie in ihrem jeweiligen Lebensumfeld antrifft."

Die Unterstützung ihrer Heimat ist Pauline Marx jedenfalls gewiss. Statt der von der Aktion Sühnezeichen erwünschten mindestens sieben Personen, die einen Patenkreis für jeden Freiwilligen bilden, hat die Grimmaerin deren zwölf gefunden. „Dabei zu Gute ist mir die neue Städtepartnerschaft Grimmas mit dem israelischen Gezer gekommen, und es macht mich auch ein bisschen stolz, so etwas wie eine Botschafterin Grimmas zu sein", so Pauline Marx, die auch vor möglichen Ressentiments ihrer Nationalität wegen nicht zurück schreckt. „Abgesehen davon, dass man mit Ressentiments überall auf dem Globus rechnen muss, denke ich, als Freiwillige ganz gute Karten zu haben."

Roger Dietze

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