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Grimma Junge Oralchirurgen eröffnen Praxis in Grimma
Region Grimma Junge Oralchirurgen eröffnen Praxis in Grimma
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16:43 08.02.2019
Betreiben seit Jahresbeginn eine eigene Praxis für Oralchirurgie in Grimma: Andreas Pankau und René Schmeißer. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Für die beiden Zahnärzte Andreas Pankau, 39, und René Schmeißer, 40, erfüllte sich in Grimma ein langgehegter Wunsch. Sie betreiben seit Jahresbeginn eine eigene Praxis für Oralchirurgie. Als sich Zahnärztin Martina Martin in den Ruhestand verabschiedete, übernahmen die zwei jungen Ärzte die Praxis im Ärztehaus auf der Straße des Friedens. "Auch alle Angestellten haben wir übernommen und einen weiteren eingestellt ", sagen Pankau und Schmeißer. Im April soll ein zusätzlicher Kollege zum Team stoßen.

Spezialisten für Oralchirurgie

Die Leipziger kennen sich seit Studienzeiten und wohnen in der Messestadt. Bis zur Eröffnung waren sie Angestellte. Pankau in einer Chemnitzer Klinikabteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Schmeißer in einer Leipziger Zahnarztpraxis. Beide Mediziner haben neben dem gängigen Zahnarztabschluss eine Weiterbildung absolviert und bezeichnen sich als Oralchirurgen.

Zu ihrem Aufgabenfeld gehört die Entfernung von Weisheitszähnen, das Einsetzen von Implantaten, die Behandlung kleiner Tumore im Mundraum und auch die Wurzelspitzenresektion. Darauf haben sie sich spezialisiert. Zahnärzte überweisen ihre Patienten in speziellen Fällen zu Oralchirurgen – Penkau und Schmeißer arbeiten demnach als Dienstleister für Zahnärzte.

Ärztemangel auf dem Land

Das Leben auf dem Land ist für viele Menschen eine idyllische Vorstellung. Junge Mediziner lassen sich allerdings kaum in die kleineren Orte locken. So gehen in vielen Regionen die Arzt-Praxen aus. In Sachsen gibt es je 100.000 Einwohner 205,6 Ärzte in der vertragsärztlichen Versorgung – Psychotherapeuten inbegriffen. Im Fall der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sind es 1,1.

Arztdichte: Ärzte und Psychotherapeuten in Sachsen. Stand: 2017. Quelle: Screenshot/KBV

Als Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut gilt, wer Mitglied einer Kassenärztlichen Vereinigung ist. Das sind Ärzte und Psychotherapeuten, die Patienten der gesetzlichen Krankenkassen ambulant behandeln dürfen.

Arztdichte: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen in Sachsen. Stand: 2017. Quelle: Screenshot/KBV

Einzige Spezialpraxis in und um Grimma

Die Niederlassung von Pankau und Schmeißer ist ein glücklicher Umstand für Patienten in und um Grimma: Im Umkreis von 25 Kilometern gibt es keine weitere Spezialpraxis dieser Art. Die Wahl der Oralchirurgen fiel aus diesem Grund auf die Muldestadt, da sie hier ein Alleinstellungsmerkmal haben und die Versorgung in der Region sichergestellt ist. Der überschaubare Weg zur Arbeit habe auch eine Rolle gespielt. In Leipzig sei die Lage schwieriger als in der ländlichen Region, den Standort Grimma und die Praxis von Martina Martin hatten sie schon länger im Visier. In Geithain gäbe es bislang auch keinen Oralchirurgen, dort hätten sie jedoch eine neue Praxis gründen müssen. „Eine Praxisübernahme ist deutlich angenehmer“, sagt Pankau.

Digitale Arbeitsweise

Die Öffnungszeiten haben die Oralchirurgen geändert. Wochentags ist durchweg von 8 bis 17 Uhr geöffnet. An alten Strukturen halten die Ärzte nicht fest, vorbei ist die Zeit altmodischer Karteikarten: "Wir haben unseren Patientenbestand komplett digitalisiert", sagt Pankau. "Außerdem haben wir ein ganz neues Röntgengerät für dreidimensionale Aufnahmen. Das ist wichtig, weil man damit zum Beispiel den Verlauf von Nerven in unmittelbarer Nähe von Zahnwurzeln deutlich erkennen kann", ergänzt sein Kollege.

Eine Vielzahl an Daten rund um die ärztliche und psychotherapeutische Versorgung in Praxen, in stationären Einrichtungen und in der Pflege steht hier bereit: http://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16391.php

Von Thomas Kube/ Maria Sandig

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