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Junger Künstler aus Großsteinberg will hoch hinaus

Domenik Röder Junger Künstler aus Großsteinberg will hoch hinaus

Domenik Röder erfindet sich immer wieder neu. Als Kind legte er eine Karriere als Eiskunstläufer hin. Später wechselte er zur Musik und machte sich einen Namen. Jetzt gibt der 18-Jährige mit veränderter Begleitung ein Konzert in Naunhof. Und demnächst, so hofft er, kann er seine beiden Faibles auf ganz großer Bühne miteinander verbinden.

Domenik Röder aus Großsteinberg mit einer Trophäe. 2012 siegte er bei der Talenteshow Teenage Star in Leipzig.

Quelle: Thomas Kube

Parthenstein/Großsteinberg. Domenik Röder erfindet sich immer wieder neu. Als Kind legte er eine Karriere als Eiskunstläufer hin. Später wechselte er zur Musik und machte sich einen Namen. Jetzt gibt der 18-Jährige mit veränderter Begleitung ein Konzert in Naunhof. Und demnächst, so hofft er, kann er seine beiden Faibles auf ganz großer Bühne miteinander verbinden.

Am Sonnabend soll der Bürgersaal in Naunhof kochen, wenn der Junge mit der durchdringenden Bariton-Stimme Rock- und Popmusik aus mehreren Jahrzehnten auf die Ohren gibt. „Schlagzeuger Tom Iftinger ist zum ersten Mal dabei. Außerdem haben wir mit Andrea Albrecht eine neue Background-Sängerin“, kündigt der Großsteinberger an.

Die Besucher dürfen sich auf ein langes Programm gefasst machen. Wenn Domenik Röder einmal auf Touren kommt, können aus einer zweistündigen Veranstaltung schon gerne mal drei Stunden werden. Darf er mit seiner Band endlich zeigen, was solange geprobt wurde, ist das Lampenfieber schnell gegessen. „Musik bedeutet für mich mein Leben. Sie ist eine Sucht“, sagt er. „Wenn ich nach Hause komme, muss ich erst einmal drei Lieder singen. Schaue ich Fernsehen, gehe ich in den Werbepausen hoch in mein Zimmer und singe.“

Das sah nicht immer so aus. Im Alter von drei Jahren stand Domenik Röder auf Schlittschuhen. Es gab noch die Halle in Grimma, in der er zehn Jahre lang Eiskunstlauf trainierte. Sein größter Erfolg: Bei Holiday on Ice in der Arena Leipzig übernahm er mit elf einen Solopart.

Noch mehr als der Sport begann ihn aber der Rhythmus zu reizen. Sein Großvater Harry Müller war Berufsmusiker, leitete eine Leipziger Kapelle, spielte auf dem Kreuzfahrtschiff „Fritz Heckert“. „Er inspirierte mich, ich haute auf sein Schlagzeug und sang.“ Als er 14 war, ging Röder zur Musikschule Muldental, gab eine Kostprobe. Gesangslehrer Andreas Pötzl nahm den Knaben prompt an, der schon damals für Tina Turner und Elton John schwärmte. Es folgten Auftritte in ganz Sachsen.

„Das reichte mir aber noch nicht, ein Instrument musste her“, plaudert der junge Mann. Auf der Musiketage der Oberschule Grimma, in der er die Sportklasse besuchte, stand ein Klavier. „Im Internet auf Youtube schaute ich mir Stücke an und versuchte, sie nachzuspielen.“ Mit seiner besten Freundin, Michelle Mytzka, einer Schlagzeugerin, bildete er ein Duo. Später nahm er noch privaten Gitarrenunterricht. Bei der Teenage Star Talent Show 2011 in Naunhof, einer Art „Deutschland sucht den Superstar“, kam er in der Kategorie Gesang auf den zweiten Platz. Im Jahr darauf gewann er den größeren Teenage Star in Leipzig mit Gesang und Gitarre.

Inzwischen lässt sich Röder an der Rock-, Pop- & Dance-Akademie Misifa Riverboat zum Berufsmusiker ausbilden. Sein Traum ist es, Darsteller beim Musical „Starlight Express“ in Bochum zu werden. Mutter Siglinde Röder steht hinter dem Plan, rief dort schon an und erfuhr, dass die Aufnahmeprüfung im Oktober läuft.

„Ich werde mich im September auf alle Fälle bewerben, denn das wäre eine gute Kombination für mich“, schätzt der Sänger ein, der mit seinen 60 Kilo recht leichtfüßig wirkt. „Durch den Eiskunstlauf traue ich mir zu, mit Rollschuhen umgehen zu können.“ Das Musical fasziniert ihn sowieso. Und nicht zuletzt hat er mehrere Freunde im Ruhrgebiet, denen er dann näher wäre.

„Ich stelle mir die Zukunft nicht anders vor, als auf der Bühne zu stehen“, sagt der Blondschopf, dessen blaue Augen dabei glühen. Wenn aus Bochum nichts werden sollte, würde er seine Ausbildung fortsetzen, um Berufsmusiker zu werden. „Ich möchte Leute begeistern, Spaß haben und dabei durch die Welt kommen.“

Zurzeit ist er noch vorwiegend in der Region zu hören, auf Stadtfesten, zu privaten Feiern, beim Künstlertreffen im Krystallpalast Leipzig oder in eigenen Konzerten wie dem jetzigen in Naunhof. Er covert Lieder, wenn er sie auch nicht eins zu eins umsetzt. „Ein großer Wunsch wäre, wenn ich einen Produzenten fände, der mir eigene Titel schreibt.“ Dann könnte sich Domenik Röder wieder mal neu erfinden.

Live-Konzert mit Domenik Röder, Samstag, 25. Juni, ab 19 Uhr im Bürgersaal des Stadtguts Naunhof, Markt 6.

Von Frank Pfeifer

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