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Grimma Kanal-Türpe schafft Niederlassung in Leipzig
Region Grimma Kanal-Türpe schafft Niederlassung in Leipzig
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00:24 18.08.2018
Die Kanal-Türpe Döben GmbH & Co. KG schafft sich in Leipzig eine Niederlassung. Dazu wurde ein Objekt in Schönefeld erworben. Quelle: Kanal-Türpe
Grimma

 Die Kanal-Türpe Döben GmbH & Co. KG ist weiter auf Expansionskurs. Das Familienunternehmen aus dem Grimmaer Ortsteil schafft sich jetzt eine Niederlassung in der Großstadt Leipzig. Dafür nimmt es 1,1 Millionen Euro in die Hand. Im April kommenden Jahres soll der neue Betriebsteil voll durchstarten.

Suche nach Immobilie

Mit dem Gedanken, in der Messestadt eine Niederlassung zu etablieren, trägt sich der in der Region Leipzig zu den Marktführern gehörende Betrieb für Rohr,- Kanal und Industrieservice schon seit vier bis fünf Jahren. Zunächst wurde aber die 1,5-Millionen-Investition in Döbeln umgesetzt, wo im vorigen Frühjahr die 2008 gegründete Umwelt-Tochter des mittelständischen Unternehmens eine chemisch-physikalische Anlage zur Behandlung und Verwertung von Öl-Wassergemischen einweihte (die LVZ berichtete). Es sei zudem schwierig gewesen, in Leipzig eine geeignete Immobilie zu finden, verdeutlicht Geschäftsführerin Andrea Türpe-Gil (56), deren Vater Arndt Türpe den Grimmaer Betrieb 1990 ins Leben rief und noch immer – 82-jährig – im operativen Geschäft tätig ist.

Zunächst stand deshalb die Idee im Raum, in Leipzig ein Grundstück zu erwerben und selbst zu bauen. Vor einem guten Jahr wurde Türpe-Gil aber auf eine Gewerbeimmobilie in der Stöhrerstraße aufmerksam. Durch die Vermittlung des Leipziger Aengevelt-Kompetenzzentrums Industrie & Logistik kam es zum Verkauf, seit Juni sind die Grimmaer im Besitz des 5300 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem ein Bürogebäude und eine Halle stehen. Das Objekt sei zuletzt als Lagerfläche vermietet gewesen, weiß Türpe-Gil zu berichten.

Wege und Kosten sparen

„Wir wollen näher an den Kunden sein sowie Wege und Kosten sparen“, erläutert die 56-jährige Geschäftsführerin den Bedarf zur Erweiterung. Derzeit würden täglich sechs Fahrzeuge von Döben nach Leipzig fahren, zum Teil mit Mitarbeitern, die in der Messestadt zu Hause sind. Das koste unnötig Sprit sowie Fahrt- und Arbeitszeit. „Rund 900 000 Euro bleiben so im Jahr auf der Straße“, hat Türpe-Gil ausgerechnet. Der Schritt sei also eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Aber nicht nur. Mit dem Standort in Leipzig kann das Unternehmen auch schneller reagieren. Es ist nicht nur für Kommunen, Firmen und Privatkunden tätig, sondern auch ein wichtiger Partner der Leipziger Automobilindustrie und von Mineralölkonzernen.

Pläne für neue Niederlassung

In Leipzig sollen jedoch nicht nur einige Fahrzeuge der Spezial-Flotte stehen und anfangs fünf bis sechs Mitarbeiter tätig sein. Türpe-Gil hat mit der Niederlassung im nah an der A 14 liegenden Stadtteil Heiterblick weitreichendere Pläne. So werden ein Show- und ein Unterrichtsraum geschaffen. Ab 2020 soll es am Standort auch ein Ingenieurbüro für CAD-Zeichnungen geben, „denn wir zeichnen unsere Pläne selber“, so Türpe-Gil. Der Showroom mit doppeltem Boden wird mit einem Simulator ausgestattet, an dem ein geschädigter Abwasserkanal per Kamera befahren werden kann. Inzwischen gibt es moderne Methoden, Schadstellen ohne Aufschachten zu beseitigen.

Einblicke für Schulklassen und Kunden

In Leipzig sollen nicht nur die eigenen Mitarbeiter und Azubis auf der Schulbank sitzen, sondern auch interessierte Schulklassen und Kunden Einblick in die hochtechnisierte Tätigkeit der Kanalarbeiter und den Umweltaspekt erhalten. Der Beruf der Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice leidet Türpe-Gils Worten zufolge nach wie vor unter falschen Vorstellungen. Das mache die Gewinnung von Lehrlingen und neuen Mitarbeitern schwer. Die Geschäftsführerin könnte locker zehn weitere Leute einstellen, doch der Arbeitsmarkt gibt das nicht her. Sie hofft, auch im Bereich Überzeugungsarbeit und Arbeitskräfte-Gewinnung mit der Niederlassung in Leipzig zu punkten, zumal im benachbarten Heiterblick das Berufsfortbildungswerk Bau Sachsen sitzt. „Das macht für uns die überbetriebliche Ausbildung.“

Zunächst aber haben noch Bauarbeiter am neuen Standort das Sagen. Die neue Einfahrt wurde bereits errichtet, jetzt sind die Büros umzubauen und die Sozialräume für die Mitarbeiter zu schaffen.

Die Kanal-Türpe Döben GmbH & Co. KG zählt rund 8000 Kunden in Sachsen und noch einmal etwa 1000 Kunden in drei angrenzenden Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. „Unsere Kundenzahl wächst langsam, aber stetig“, sagt die Chefin. Das mittelständische Unternehmen macht einen Jahresumsatz von 4,5 bis fünf Millionen Euro. Die derzeit 55 Mitarbeiter sind in fünf Abteilungen tätig: Rohrreinigung für Hausverwaltungen und Privatkunden, Kanalreinigung nebst Untersuchung per Kamera zum Beispiel für Verbände und Baufirmen, Kanal-Sanierung sowie die Entsorgung von Flüssig- und Sonderabfällen auf der einen und von Fettabscheider-Rückständen und Fäkalien auf der anderen Seite.

Von Frank Prenzel

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