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Grimma Karosseriebauer aus Naunhof betätigt sich als Flugzeug-Instandsetzer
Region Grimma Karosseriebauer aus Naunhof betätigt sich als Flugzeug-Instandsetzer
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11:48 15.07.2016
Elektromobilitäts-Pionier mit handwerklichem Geschick: Bernd Rothgänger fertigte eine Motorhaube für die betagte L 25 an.  Quelle: Foto: Roger Dietze
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Naunhof/Grossenhain

 Elektroautos für jedermann respektive jede Frau: Ginge es nach Bernd Rothgänger, dann hätte der alternative Antrieb schon längst seinen Siegeszug zumindest in Deutschland angetreten. Und dies nicht nur, weil der Inhaber eines Kfz-Meisterbetriebes seit Jahren einige Fahrzeuge in seinem Portfolio hat, deren Tank an der Steckdose anstatt der Zapfsäule gefüllt wird. Sondern vielmehr deshalb, weil der 62-jährige Naunhofer ein Unternehmer der Sorte ist, der beruflich nicht nur im Hier und Heute lebt, sondern seinen Blick auch in die (motorisierte) Zukunft schweifen lässt.

Was den gelernten Karosserie- und Fahrzeugbauer mit Wurzeln im Schlesischen in gewisser Weise mit Hanns Klemm verbindet. Denn auch der schwäbische Flugzeugpionier machte sich so seine Gedanken über das Thema Mobilität von morgen. Dabei heraus kam die Vision vom individuellen Unterwegssein in der Luft, für deren Umsetzung der gebürtige Stuttgarter an leichten, schwach motorisierten und entsprechend preiswerten Flugzeugen tüftelte. Nach ersten Flugversuchen in den frühen 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts startete Klemm mit seiner Leichtflugzeugbau GmbH in Böblingen in der zweiten Hälfte jenes Jahrzehnts eine Erfolgsgeschichte, die auf Holz als Baumaterial und einem eigens entwickelten und patentierten Klebstoff basierte, und die untrennbar mit dem Tiefdecker L 25a verbunden war. Einem Leichtflugzeug, das sich unter der Bezeichnung L 25 in den 1930er-Jahren zu einem der wichtigsten Trainingsflugzeuge des Deutschen Luftsportverbandes entwickeln sollte.

Die weltweit einzige noch flugtüchtige L 25 wird vom Großenhainer Verein „Fliegendes Museum“ gehegt und gepflegt und in regelmäßigen Abständen im Rahmen von Flugwochenenden auch in der Luft bewegt. In jüngster Zeit allerdings war das altehrwürdige Fluggerät nach einer Karambolage, bei der die Motorabdeckung irreparable Schäden davontrug, zu einem Zwangsaufenthalt im vereinseigenen Hangar gezwungen. Deshalb, weil sich niemand fand, der über die nötigen handwerklichen Fähigkeiten verfügte, das deformierte Aluminiumteil neu anzufertigen.

Bis der Vereinsvorstand Kontakt zu Bernd Rothgänger knüpfte. Dieser hatte sich bis dato beruflich zwar ausschließlich Straßenfahrzeugen gewidmet, das in den letzten Jahren beim Ausbau von Spezialfahrzeugen unter anderem für Polizei und Rettungsdienst angeeignete Knowhow schien dem Naunhofer Kraftfahrzeug-Fachmann indes eine solide Basis, den Auftrag anzunehmen. „Der moderne Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbauers ist aus dem des Rad- und Stellmachers hervorgegangen, und meine Ausbildung enthielt noch Aspekte der Stellmacherei, die wiederum auch die Holzbearbeitung umfasste“, so der 62-jährige Unternehmer. Und zum Einsatz von Holz war Bernd Rothgänger auch bei der Reparatur der Flugzeug-Motorhaube gezwungen, an deren Formgebung er sich Stück für Stück mittels diverser aus dem nachwachsenden Rohstoff hergestellter Formen herantastete, bevor er das eigentliche Bauteil aus 0,8 Millimeter dickem mit Draht verstärktem Aluminiumblech und mittels gezielter Dengel-Schläge formte. „Vom Handwerklichen her geht das Berufsbild des Karosserie- und Fahrzeugbautechnikers in alle Richtungen, so dass unter den Händen der Fachleute aus meiner Zunft, die über das erforderliche Geschick verfügen, tolle Sache entstehen können“, so Rothgänger. Unter anderem eben auch Motorhauben für betagte Flugzeuge.

Die nächsten Flugwochenenden des Großenhainer Vereins finden am 6./7. August statt.

Von Roger Dietze

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