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Grimma Kikeriki statt Klippklapp in Naunhofer Schlossmühle
Region Grimma Kikeriki statt Klippklapp in Naunhofer Schlossmühle
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14:33 19.05.2015
Gläserne Südfassade: Im lichtdurchfluteten Dachboden werden Aniko Heydrich und Martin Enderlein keine Probleme haben, selbst tristeste Wintertage auszusitzen. Dieses Jahr wollen sie in die Naunhofer Schlossmühle einziehen. Quelle: Roger Dietze

Mindestens seitdem die Parthe umverlegt und damit der Schlossmühle das Wasser abgegraben wurde. Zwar wird es auch in Zukunft in Naunhof nie wieder Klippklapp machen, das Gebäude gleichwohl soll hingegen Bestand haben.

Zu verdanken ist dies dem Tierarzt Martin Enderlein, der das historische Ensemble erworben hat und es vor dem Verfall bewahrt, indem er es Stück für Stück saniert. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit großem Fingerspitzengefühl und dem Anspruch, soviel ursprüngliche Substanz wie nur irgendmöglich zu erhalten und bei den zu verbauenden Baustoffen weitgehend auf Naturmaterialien wie Lehm und Naturfasermatten zurückzugreifen.

Nachdem der heute 44-Jährige die Sanierung von Außenfront sowie von Stall- und Torhausgebäude des im Jahr 1515 ersterwähnten Fünfseithofes zu einem Abschluss gebracht hatte, nahm er 2010 das eigentliche Mühlengebäude in Angriff, in dem er nun endlich nach einer unendlich mühsamen Beräumung dreier Etagen und der darauffolgenden Sanierung der beiden Obergeschosse in diesem Jahr mit seiner Lebensgefährtin Aniko Heydrich und Sohn Georg Einzug halten will.

Warum sich der ursprünglich avisierte Termin 2012 nicht halten ließ, erahnt, wer einen Blick in das sich im Sanierungsendstadium befindende Innere des Gebäudes wirft. So legten im alsbald als Wohnzimmer dienenden raumgreifenden Dachboden nicht etwa Zimmerleute großflächig Hand an, um die alten Balken durch neue zu ersetzen, sondern vielmehr haben die beiden Bauherren jeden Balken in mühevoller Handarbeit einzeln behandelt und hergerichtet. "Nur vier Sparren mussten erneuert werden. Hätte der Dachstuhl komplett ausgetauscht werden müssen, wäre das Gebäude nicht sanierbar gewesen", verdeutlicht Enderlein, wie schmal der Grat bei der Instandsetzung historischer Bausubstanz ist.

Zumal die Schlossmühle auf dem Gebiet einer Stadt und nicht auf dem einer (ländlichen) Gemeinde steht. Der Unterschied zwischen beidem drückt sich in einer mehr oder weniger großen Summe an Fördermitteln aus, in deren Genuss die zwei Schlossmühlen-Sanierer nicht gekommen sind. "Obgleich wir mit unserer denkmalgerechten Restaurierung eine der ältesten Gebäudeanlagen der Region erhalten, ist dies nach den Maßstäben der Politik offensichtlich nicht förderungswürdig", kritisiert der Veterinärmediziner.

Er erachtete es umso erforderlicher, eine größtmögliche Muskelhypothek einzubringen. "Für mich stellt diese handwerkliche Arbeit einen idealen Ausgleich zu meinem Beruf dar. Zudem bin ich ein Zweckoptimist, für den das Glas Wasser stets halbvoll statt halbleer ist", sagt er.

Weder halbvoll noch halbleer indes wird das Areal der Naunhofer Schlossmühle sein, wenn Familie Enderlein dort Einzug hält. Denn zu dieser gehören nicht nur der achtjährige Georg, sondern darüber hinaus jede Menge tierische Gesellen. "Wir werden neben Schildkröten auch Pferde, Hunde, Katzen und Hühner mitbringen, sprich all jene Lebewesen, die einen Bauernhof mit Leben erfüllen", so der überzeugte Vegetarier.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2014
Dietze, Roger

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