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Kinderbuch aus Naunhof

Kinderbuch aus Naunhof

"In meinem Kopf hatte ich Naunhof, als ich die Geschichte schrieb", sagt Isabel Spörl. Ihr Kinderbuch, das sie dieses Jahr auf den Markt brachte und aus dem sie in der kommenden Woche in der Stadtbibliothek liest, spielt in einer idyllischen Gegend.

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Haben es gemeinsam hingekriegt: Isabel Spörl bei ihrem Vater Günter Motsch in Naunhof mit dem Kinderbuch, aus dem sie am 20. November liest.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof. Die Illustrationen, die das verdeutlichen sollen, stammen von ihrem Vater, Günter Motsch. Veröffentlicht wurde das Werk im Engelsdorfer Verlag von Tino Hemman, der in Ammelshain wohnt. Ein Naunhofer Gemeinschaftswerk sozusagen.

Und dabei kam der Autorin die Idee fernab der Stadt an der Parthe. "Als wir unsere Tochter in Kapstadt besuchten, wurde ich in einer Nacht munter und hatte plötzlich die Handlung im Kopf", sagt die 57-Jährige. Sie schrieb sofort die ersten fünf Seiten auf, dann ließ sie das Manuskript liegen. Die studierte Landwirtin, die seit 14 Jahren Berufsunfähigkeitsrente bezieht, lebte seinerzeit mit ihrem Mann in Rumänien, wo er eine Farm betrieb, und stellte Seife her. Das war ihr Hobby, und nicht das Bücherschreiben. Aber es floss ins Buch ein, das den Namen "Lisa und die Seifenfee" erhalten sollte." Ehemann Wolfgang und Tochter Tanja drängten sie schließlich, das Werk zu Ende zu bringen. Aller paar Monate kamen einige Seiten hinzu, nach einer späteren zweijährigen Pause fand sie den Schluss.

Das Mädchen Lisa lebt in einer ländlichen Gegend. Ihre Oma erzählt ihr die Geschichte von einer Seifenfee, um sie zu motivieren, vor dem Essen stets die Hände zu waschen. Und eines Tages erscheint ihr das Märchenwesen tatsächlich, mit ihr durchsteht sie eine Menge Abenteuer draußen in der Natur. "Hier habe ich Fiktion mit dem Umfeld meiner Großeltern mütterlicherseits kombiniert, bei denen drei Generationen unter einem Dach wohnten", sagt Spörl.

Ihr, die heute in Dresden zu Hause ist, wurde klar, dass nur jemand aus der Familie die Bilder zu dem Geschehen entwerfen könnte. Günter Motsch schien dafür geradezu prädestiniert zu sein. In Naunhof ist der 82-Jährige quasi bekannt wie ein bunter Hund, denn er engagiert sich als Trainer recht öffentlichkeitswirksam im Hundeclub. Was nicht alle wissen: Er war früher Plakatmaler, arbeitete für die Werbung. Wie Kinder ticken, weiß er nur zu gut als dreifacher Vater, sechsfacher Opa und fünffacher Urgroßvater. "Für dieses Buch durfte es keine abstrakte Kunst sein, auch Comics kamen nicht in Frage", erklärt er. Aus seiner Sicht war die naive Bauernmalerei genau das, was bei den Kleinen am besten ankommt.

Text und Bilder lagen vor, wie aber sollte ein Buch daraus entstehen? Isabel Spörl schrieb mehrere Verlage an - ohne Erfolg. Sie druckte fünf Exemplare und ließ sie binden, um sie in der Familie zu verschenken. Damit wäre es gewesen, wenn nicht Vater Motsch durch den Hundeclub Tino Hemman gekannt hätte. Dieser entdeckte das Potenzial, das in der Story steckte, in einer Auflage von 500 Stück verlegte er das Buch. Erhältlich ist es im Internet, bei Motsch (Telefon 034293/3 05 95) und in der Wurzener Tinten-Toner-Tankstation in der Rudolf-Breitscheid-Straße 6. Wer sich jedoch erst einmal Appetit holen möchte, ist am 20. November in der Naunhofer Stadtbibliothek richtig, wo ab 9 Uhr Isabel Spörl eine Lesung gibt. Der Termin hat sich kurzfristig geändert, im Amtsblatt der Stadt steht ein anderer.

Ist aber die Autorin nun selbst auf den Geschmack des Schreibens gekommen? "Die nächste Geschichte sehe ich im Grunde schon vor mir", verrät sie. "Ich denke da an eine Fortführung, Lisa soll mit ihren Lesern wachsen." Bis daraus aber ein Buch entsteht, sei es noch eine ganze Weile hin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2014
Pfeifer, Frank

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