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Grimma Kirche und Orgel nach sechs Jahren saniert
Region Grimma Kirche und Orgel nach sechs Jahren saniert
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05:00 11.06.2018
Göttliches Schmuckstück: In der Nerchauer Kirche wurde mit einem Festgottesdienst der Abschluss der Sanierung des Sakralbaues gefeiert. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Nerchau

Mit dem Glockenschlag war es punkt 14 Uhr. Ob Christ oder auch nicht, wohl ein jeder in und um Nerchau wusste damit am Sonnabend, dass in der St.-Martin-Kirche der Kleinstadt ein Festgottesdienst begonnen hat, mit dem der Abschluss der sechsjährigen Sanierungsarbeiten im und am Sakralbau gefeiert wurde. Dem Orgel- und Kirchweihfest mit einer Predigt von Pfarrer Markus Wendland unter dem Dach Gottes folgte ein buntes Gemeindefest unter freiem Himmel.

102-Jährige freut sich über schöne Kirche

„Nein, ich kann mich wirklich nicht daran erinnern, unsere Kirche jemals so schön erlebt zu haben“, freute sich Ruth Fabian. Und wer, wenn nicht sie mit ihren 102 Lenzen, könnte das besser wissen. Immerhin ist sie das älteste Gemeindemitglied aller etwa 280 Nerchauer Schäfchen, während Kurt Kullig nach seiner Taufe mit 18 Monaten zu den jüngsten Gemeindemitgliedern gehört. Folglich stand der hochbetagten Dame das Privileg zu, in der ersten Reihe, quasi auf der VIP-Bank, neben den prominenten Ehrengästen Platz zu nehmen.

Gäste zeigen sich beeindruckt

Neben Landrat Henry Graichen (CDU) zum Beispiel. „Ich bin vor allem beeindruckt von der hellen und farbenfrohen Gestaltung der Decke sowie von den fröhlichen Menschen mit ihrem aktiven und begeisterungsfähigen Pfarrer“, sagte er. Katharina Landgraf als Mitglied der CDU-Fraktion im Bundestag gehörte ebenso zur Politprominenz. „Ich kannte die Kirche vor der Sanierung und habe sie heute nicht wieder erkannt, so toll ist sie als Anker mit hoher Identitätsfindung geworden“, lobte die Politikerin.

Wieder Sichtachse zum Altar

Pfarrer Markus Wendland bezeichnete das Gelingen der Sanierung und die vielen Besucher im Festgottesdienst als ein wichtiges Zeichen, „dass noch immer die Kirche den Menschen sehr viel bedeutet – trotz Mitgliederschwund.“ Letzteres, so stellte Gemeindemitglied Lutz Beier klar, sei nicht der Grund dafür, dass die alten durchgängigen Bankreihen aufgebrochen und der Mittelgang wieder geschaffen wurden – sozusagen als Sichtachse zum Altar. „Natürlich sind es dadurch einige Plätze weniger, aber es wurde nur der Urzustand aus den 1950er-Jahren wiederhergestellt“, sagte der 49-Jährige.

„Gott hat an dieser Stelle die Erde geküsst“

Ein gern gesehener Gast war Pfarrer Arno Leye. Als Vorgänger von Wendland räumte er ein, „etwas neidisch“ zu sein. „Wenn man das Glück der Menschen heute sieht und das, was sie mit viel Fleiß und Engagement geschaffen haben, dann hat Gott an dieser Stelle die Erde geküsst“, sagte er. Und wohl auch seine Stimme zu Gehör gebracht, dank der restaurierten Jehmlich-Orgel.

Für die Ausgangsmusik wurde das Instrument von Kantor Tobias Nikolaus und seiner Gattin Katharina sogar vierhändig gespielt. „Vor und nach der Restaurierung – das Spielen auf der Orgel ist ein gewaltiger Unterschied“, schwärmte Nicolaus, der dafür spielend alle Register ziehen konnte.

Von Frank Schmidt

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