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Kirchenwächter sorgen für eine besondere Begegnung im Grimmaer Gotteshaus

Ehrenamtliche Tätigkeit Kirchenwächter sorgen für eine besondere Begegnung im Grimmaer Gotteshaus

Immer mehr evangelische Kirchen sind auch außerhalb des Gottesdienstes geöffnet. Dazu gehört die Frauenkirche Grimma. Viele Menschen kommen gerne herein. Begrüßt und begleitet werden sie dort von Kirchenwächtern, die in der Kirche präsent sind. Sie stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und beantworten Fragen.

Frauenkirche: Der älteste Teil der jetzigen Kirche ist die bereits Ende des 12. Jahrhunderts entstandene Westturmfront. Das breite Turmwerk bildet eine mit gekuppelten Rundbogenfenstern versehene Halle. Darüber erst teilt es sich in zwei einzelne Türme mit 3 Geschossen. ! Die Höhe der Türme beträgt nach Lorenz 82 Ellen (43 m).
 

Quelle: Andreas Röse

Grimma.  Jeder, der sich in der Frauenkirche in Grimma aufhält, kann sie gar nicht übersehen: die Kirchenwächter. Sie sorgen dafür, dass die Kirche auch außerhalb des Gottesdienstes offen steht. Gegenwärtig sind es 24 Frauen und Männer, die sich in die Dienste teilen, und es könnten noch mehr sein. Denn besonders an den Wochenenden kann es personell „eng“ werden, aber auch aus gesundheitlichen oder anderen privaten Gründen fällt der eine oder andere aus. Schließlich sind die Mehrheit der Kirchenwächter im Pensionsalter. „Deshalb wäre es schön, wenn diese Aufgabe auf noch mehr Schultern verteilt werden könnte“, sagt der Grimmaer Pfarrer Torsten Merkel, der sehr dankbar für die freiwilligen Helfer ist. Letzterer Grund war Anlass, sie zu Beginn der neuen „Besichtigungssaison“, die am Ostersonntag beginnt, zu einer Informationsveranstaltung über die Frauenkirche einzuladen und ihnen gleichzeitig bei einer Tasse Kaffee und Kuchen für ihren Einsatz zu danken.

Bei den Besuchern kommt dieser Dienst sehr gut an. Sie sind dankbar für die offene Tür, erfreuen sich an der besonderen Atmosphäre der Kirche, bewundern die Orgel, beschäftigen sich mit den wechselnden Ausstellungen oder genießen ganz einfach einen Moment der Ruhe und Andacht. Auch die Kirchenwächter sind zufrieden. Den einen oder anderen hat nicht zuletzt dieses Ehrenamt wieder näher an die Kirche herangeführt. Gisela Weiser (71) gehört zu den langjährigen Kirchenhütern. Sie kennt sich aus in der Geschichte der Frauenkirche. „Man muss sich schon belesen, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen“, meint sie. Doch letztes Jahr interessierten sich die Besucher weniger für die Geschichte des Gotteshauses als für die Ereignisse um die Flut von 2002 und 2013. Noch immer leidet die Kirche unter den Folgen der beiden Hochwasser.

„Die Kirche trocknet nicht aus. Der Putz war besonders an der Nordseite durchfeuchtet und musste im November abgeschlagen werden“, erzählt Pfarrer Torsten Merkel. Deshalb will die Kirchgemeinde Grimma in diesem Jahr versuchen, die nötigen Mittel aufzubringen, damit die Oberlichter kippbar werden und die Fenster sich sensorengesteuert öffnen lassen, um die Luftfeuchtigkeit besser in den Griff zubekommen. Das es etwas bringt, zeigt der Einbau dieses Systems in die Elisabeth-Kapelle. „Wir hatten dort stets eine Luftfeuchtigkeit von 93 Prozent, die bei weitem zu hoch war, jetzt hat sich das eingepegelt“, so der Pfarrer.

Zu den fleißigen Kirchenwächtern gehört auch Tilo Pölitz. „Ich bin hier in der Frauenkirche getauft worden und hatte meine Konfirmation“, erzählt der 42-Jährige. Der Grimmaer gehört zu den Austrägern des Kirchenblättchens. Gisela Jahn (75) freut sich, wenn Kinder und Jugendliche die Kirche betreten. Erst zur Adventszeit führte sie Mädchen und Jungen durch die Kirche. Bei diesen Führungen wird sie oft gefragt, warum das romanische Taufbecken so groß ist. „Früher wurden die Kinder ganz in das Becken getaucht“, weiß sie. „Den wenigsten ist auch bewusst, dass die Frauenkirche in Grimma älter ist als die Dresdner Frauenkirche. Der älteste Teil der jetzigen Kirche ist die bereits Ende des 12. Jahrhunderts entstandene Westturmfront. Ihr festes Mauerwerk gehört dem rein romanischen Baustil an.Übrigens ist Frauenkirche die Kurzform von „zu unseren lieben Frauen“. Das bedeutet, der Maria geweiht.

Von Cornelia Braun

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