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Grimma Kirchgemeinde veranstaltet Pfarrhofweihnacht mit Mitmachangeboten in Nerchau
Region Grimma Kirchgemeinde veranstaltet Pfarrhofweihnacht mit Mitmachangeboten in Nerchau
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06:00 05.12.2016
Ein Pfarrer als Heiliger: Markus Wendland verteilt Gaben an die Kinder. Quelle: Roger Dietze
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Grimma/Nerchau

Wenn das Luther wüsste! Ausgerechnet im 500. Jahr seines legendären Thesenanschlags schlüpfte am Sonnabend in Nerchau ein evangelischer Pfarrer ins Nikolaus-Kostüm und verkörperte damit einen Heiligen. Dabei war es doch der Wittenberger Reformator höchstpersönlich, der hierzulande die Verschiebung der weihnachtlichen Tradition weg vom Todestag des einstigen Bischofs Nikolaus von Myra am 6. Dezember hin zu Christi Geburt am Heiligen Abend in die Wege leitete.

Im Nerchauer Pfarrhof indes, in dem am Nachmittag die zwölfte Auflage des von der Kirchgemeinde ausgerichteten Weihnachtsmarktes über die Bühne ging, störte sich offensichtlich niemand an dieser kleinen religionsgeschichtlichen Unkorrektheit. Umso weniger, als dass der Heilige Nikolaus in persona des Pfarrers der Kirchgemeinden Döben-Höfgen und Nerchau, Markus Wendland, nicht mit leeren Händen erschienen war, sondern allerhand Süßigkeiten und Früchte unter den Weihnachtsmarktbesuchern verteilte.

Außerdem, so stellte Wendland mit einem Augenzwinkern klar, sei er ja nicht als Pfarrer, sondern als Nikolaus in Erscheinung getreten. „Im Übrigen hat Luther den Appell an uns Menschen gerichtet, offen für Veränderungen zu sein“, deutete der Nerchauer an, dass eine gewisse Durchlässigkeit bei den weihnachtlichen Traditionen durchaus legitim sei.

Demgegenüber ist fester und zentraler Bestandteil dieser Traditionen die heimelige Atmosphäre, die zu erzeugen in besonderer Weise den kleinen Weihnachtsmärkten in der Region gelingt. In den Schuppen und der großen Scheune des Pfarrhofes Nerchau warteten am Sonnabend jede Menge Mitmachangebote auf die kleinen Besucher, von der Tischgesteck-Bastelei über die Seifen-Herstellung und das Kerzen-Ziehen bis hin zur individuellen Gestaltung von Backware in Herzform. In der Zwischenzeit konnten sich die Eltern am Glühwein erwärmen und miteinander ins Gespräch kommen.

„Wir legen viel Wert darauf, dass die Besucher keine fertigen Produkte vorgesetzt bekommen, und dieser Ansatz trägt mit zur großen Resonanz bei“, sagt Kirchenvorstandsmitglied und Hauptorganisatorin Eva Altner, die bei der Ausgestaltung des Pfarrhof-Advents tatkräftig von der Gemeindepädagogin Conny Beyer unterstützt wurde. „Im Alltag fehlt gerade in der Vorweihnachtszeit leider oft die Zeit, um in der Familie etwas zu basteln. Deshalb halte ich die Angebote der Pfarrhofweihnacht für besonders wertvoll“, so die 27-Jährige, die zudem das Ambiente der Veranstaltung hervorhebt. „Es ist eine ideale Gelegenheit und der passende Ort, um sich auf die besinnliche Weihnachtszeit einzustimmen.“

Von Roger Dietze

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