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Kirchgemeinde will historische Scheune aus Dornröschenschlaf wecken

Naunhofer Arbeitskreis Ungibau Kirchgemeinde will historische Scheune aus Dornröschenschlaf wecken

Die 165 Jahre alte Pfarrscheune in Naunhof duckt sich in den Schatten des schmucken Pfarrhauses und könnte doch selbst zum Mittelpunkt zahlreicher Aktivitäten werden. Der vom Kirchenvorstand initiierte Arbeitskreis Ungibau hatte deshalb vergangene Woche zu einem Ideenaustausch ins Pfarrhaus eingeladen.

Blick unters Dach: Hier ist genug Platz für einen Multifunktionsraum, der sein Licht über im Giebel eingebaute Fenster erhält.
 

Quelle: Thomas Kube

Naunhof.  Bruchsteine wölben sich unterm bröckeligen Putz, das große, auf Rollen gelagerte Holztor ist morsch, und das Dach hat nur dank regelmäßiger kleiner Reparaturen alle Stürme überlebt – die 165 Jahre alte Pfarrscheune in Naunhof duckt sich in den Schatten des schmucken Pfarrhauses und könnte doch selbst zum Mittelpunkt zahlreicher Aktivitäten werden. Der vom Kirchenvorstand initiierte Arbeitskreis Ungibau – benannt nach Pfarrer Christoph Gottfried Ungibauer, der vor 250 Jahren die Kartoffel nach Naunhof brachte, – hatte deshalb vergangene Woche zu einem Ideenaustausch ins Pfarrhaus eingeladen. Allerdings blieb die Runde mit nur fünf Teilnehmern zu Pfarrer Norbert Georges Bedauern überschaubar. „Eigentlich wollten wir das Vorhaben heute auf größere Füße stellen“, sagte er.

Seinen Elan ließ sich das kleine Häuflein – Dachdeckermeister Thomas Aurich, der Ur-Naunhofer und langjährige Kirchenvorstand (KV) Konrad Kunze, der aktuelle KV-Vorsitzende Tobias Jahn und Karen Nöcker, ebenfalls im KV, – dennoch nicht nehmen. „Die Pfarrscheune ist ein altes Stück Naunhof – Naunhof war ein Ackerbürgerdorf und auch der Pfarrer betrieb eine kleine Landwirtschaft – und zu schade zum Abreißen“, meinte George. „Wenn wir sie aus ihrem Dornröschenschlaf wecken könnten, könnte hier richtig viel Leben einziehen“, zeigte er sich überzeugt. Erste Ideen, welchen Inhalten die alten Mauern Raum geben könnten, gibt es bereits. Zum Beispiel könnte die 19 mal acht Meter große Scheune von der Jungen Gemeinde und den Pfadfindern, die hier schon ein Lager haben, genutzt werden, Platz für Tischtennis und Kicker, eine Ecke zum Klönen, eine Werkstatt, in der die jungen Leute ihre Kreativität ausleben können, und eine Küche für gemeinsamen Kochspaß bieten. George denkt auch an einen Multifunktionsraum, wo man mal einen Film zeigen oder zu Meditation einladen kann. Er könnte sich auch spartanische Übernachtungsmöglichkeiten, beispielsweise für Pilger, vorstellen. Sanitäranlagen schließlich würden zugleich das Toilettenproblem der über die Straße gelegenen Kirche lösen. „Die Scheune sollte der Gemeinde dienen und darüber hinaus auch noch andere Leute ansprechen“, fasste Jahn das Vorhaben zusammen.

Wie die Scheune dafür ertüchtigt werden könnte, die Zustimmung des Denkmalschutzes vorausgesetzt, zeigte ein Grobentwurf des Architekten Andreas Leipold: im Erdgeschoss eine große Küche und der Sanitärtrakt, dem Eingangstor gegenüber eine verglaste Sitzecke, die den Blick in den Garten freigibt, und die Treppe ins Obergeschoss zum Multifunktionsraum. Dieses ist momentan eher angedeutet und muss durch weitere Balken und eine feste Decke erst begehbar gemacht werden. Der Giebel soll hier große Fenster erhalten, die gleichzeitig Zugang zur Fluchttreppe wären. Hinsichtlich der behindertengerechten Gestaltung wird noch nach einer optimalen Lösung gesucht, „denn die Leute werden immer älter, so mancher ist mit Rollator unterwegs“, sagte George. Auf eine teure und ständig Energiekosten verursachende Heizung hingegen möchte er verzichten und setzt dagegen auf einen bei Bedarf mit Holz zu fütternden Bullerjahn. Überhaupt mangelt es dem Pfarrer nicht an Ideen, die Kosten zu begrenzen. „Das Beste wäre, das Kirchendach würde saniert und die noch guten Ziegel gleich für die Scheune genutzt“ – zwei Anträge auf Außensanierung der Kirche wurden aber bislang nicht positiv beschieden.

Der Arbeitskreis will die Ideen nun in ein übersichtliches und schlüssiges Konzept gießen. „Vielleicht zieht das dann“, hoffte Aurich, und George setzt nun auf persönliche Ansprache, um den Kreis der Unterstützer und Mitwirkenden zu vergrößern, „denn ohne eine Mannschaft dahinter ist das Projekt nicht umsetzbar“, weiß er. Und dann heißt es, Geld zu sammeln und nach Möglichkeit Fördertöpfe zu finden, denn auch bei kreativer Herangehensweise ist der Scheunenumbau immer noch ein ambitioniertes Vorhaben. „Vielleicht könnten wir die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit ins Boot holen“, schlug Nöcker vor. „Wir werden auch nicht umhin kommen, professionelle Gewerke einzubinden, um eine Basis zu schaffen, und dann sehen, was wir selber stemmen können“, meinte Jahn. Maurermeister Kunze jedenfalls steht schon in den Startlöchern. Er sei gekommen, um zu sehen, welche Arbeiten anfallen“, verriet der 79-Jährige. „Und dann hätte ich mir was rausgesucht.“ – „Solche wie Sie wünschte ich mir mehr“, sagte George.

Kontakt: Pfarrer Norbert George, Telefon 0163/8055559, E-Mail: norbert.george@gmx.de

Von Ines Alekowa

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