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Grimma Kita „Parthenzwerge“: Neubau vor dem Start
Region Grimma Kita „Parthenzwerge“: Neubau vor dem Start
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10:56 07.03.2018
Eine Sanierung der alten Kita Großbardau lohnt nicht mehr. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Nun geht es bald los: Der Technische Ausschuss von Grimma hat Montagabend den ersten Auftrag zum Bau der neuen Kindertagesstätte „Parthenzwerge“ vergeben. Wie berichtet, ist eine Sanierung des alten Flachbaus in Großbardau, in dem die Mädchen und Jungen derzeit betreut werden, unwirtschaftlich.

Der über zwei Millionen Euro teure Neubau ist wie die jetzige Einrichtung für 45 Kita- und 24 Krippenplätze ausgelegt und entsteht auf dem ehemaligen MTS-Gelände neben der neuen Feuerwehr. Den Auftrag für die Erd- und Kanalarbeiten erhält die Baugenossenschaft Grimma. Vier Firmen hatten sich beworben, mit rund 78 000 Euro gab die Firma der Muldestadt das günstigste Angebot ab. Der Planer hatte für diese Arbeiten allerdings nur Kosten von rund 54 000 Euro berechnet.

Bau wird teurer

Das blieb nicht ohne Diskussion. Er sehe hier eine „ganz gefährliche Entwicklung“, sagte Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma). Die Preise der Gebote entsprächen der aktuellen Marktlage, der Planer müsste die Entwicklung in der Kalkulation besser berücksichtigen. „Sonst haben wir Abweichungen von 30 Prozent und ein riesen Problem mit unseren Finanzen“, so Dossin. „Die Preise, die wir jetzt zur Grundlage haben, galten zum Zeitpunkt, als der Förderantrag eingereicht wurde. Das ist also zwei, drei Jahre her“, begründete Hochbauamtsleiterin Ute Hoppe. Seitdem hätten sie sich dramatisch entwickelt. Deswegen sei zu schauen, „wie das kompensiert werden kann“. Da werde es ohne Abstriche zum ursprünglich Geplanten nicht gehen, so die Amtschefin. „Denn wir kriegen ja nicht mehr Geld.“

Erdwärmeheizung darf nicht gebaut werden

Zudem gibt es ein Problem mit der Heizung, wie Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) erklärte. Denn die avisierte Erdwärmeheizung für die Kita darf nicht gebaut werden, so dass eine neue Planung nötig wird und der Baubeschluss zu ändern ist. „Wir werden auf Gas umschwenken müssen“, sagte Amtsleiterin Hoppe. Berger verwies auf einen Termin letzte Woche im Landratsamt: „Nachdem wir vor einem Jahr alles geklärt hatten, wurde uns nun mitgeteilt, das die Erdwärmeheizung nicht geht“, schüttelte er den Kopf. „Das hätte man uns auch eher sagen können.“ Grund sei eine gesetzliche Änderung, wonach in Trinkwasser-Schutzgebieten wegen möglicher Kontaminationen keine Erdwärme angezapft werden darf. Ob eine andere Heizanlage den Bau verteuert, „wissen wir noch nicht“, so Berger.

Oberschule bekommt zweiten Rettungsweg

Der Ausschuss vergab auch den Auftrag zum Bau eines zweiten Rettungsweges im Südflügel der Grimmaer Oberschule. Mit ihrem Angebot von rund 71 500 Euro kommt die Lechner Bau GmbH aus Grimma zum Zuge. Hoppe erklärte, dass die Stadt die erste Ausschreibung wegen Unwirtschaftlichkeit aufgehoben hatte. Auch im zweiten Anlauf liegt der günstigste Preis immer noch rund 18 000 Euro über der Kalkulation des Planers. Dennoch schlage die Stadt die Vergabe vor, „weil ich keine Möglichkeit der Reduzierung mehr sehe“, so Hoppe. Der gesetzlich vorgeschriebene Fluchtweg – ein zweites Treppenhaus im Südflügel – soll nun in den Sommerferien errichtet werden.

Die avisierte Zustimmung zur Änderung der Biogasanlage in Beiersdorf wurde von der Tagesordnung genommen. Der Ortschaftsrat habe Einwendungen gehabt, erläuterte Rathauschef Berger. Neben einer Vor-Ort-Begehung am Donnerstag werde die Bio.S Biogas GmbH als Eigentümer im Ortschaftsrat auch noch einmal Rede und Antwort stehen. Die Firma möchte eine zusätzliche Verbrennungsmotoranlage und eine Trafostation errichten und die Gasfackel ersetzen.

Von Frank Prenzel

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