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Grimma Kita seit 25 Jahren in Hand der Volkssolidarität
Region Grimma Kita seit 25 Jahren in Hand der Volkssolidarität
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01:27 02.06.2018
Für das Festprogramm am 2. Juni probt unter anderem schon die Räubergruppe. Sie will einen Fehentanz aufführen. Quelle: Thomas Kube
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Belgershain/Köhra

Nach mehreren Irrungen und Wirrungen finden Märchen ein glückliches Ende. So lässt sich das wohl auch für die Köhraer Kindertagesstätte „Märchenland“ sagen. Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Selbst in den 25 Jahren Trägerschaft durch die Volkssolidarität (VS), die jetzt gefeiert werden sollen, blieb das Haus nicht, wie es war. Es wurde zu einem Hort, in dem Werte gelebt werden, die Märchen vermitteln wollen.

Gemeinschaftssinn wecken

„Humanität, Solidarität, Wärme und Geborgenheit sind uns wichtig“, sagt Kita-Leiterin Kathrin Walther. „Heute sind sich alle selbst der Nächste. Durch die Spezialistenausbildung in der Wirtschaft schaut jeder auf sein Fachgebiet und nicht über den Tellerrand hinaus. So kommen viele Kinder als Individualisten zu uns.“ Den Gemeinschaftsinn wecken, das versucht die Kita unter anderem durch Freunde-Projekte, in denen die Mädchen und Jungen lernen, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. „Wir versuchen ihnen auf harmonische Weise Geborgenheit zu geben. Das lebt ihnen unser gesamtes Team vor“, so Walther.

In diesem Sinne war es aus ihrer Sicht die richtige Entscheidung, das Haus in die Hände der VS zu geben. Die damalige Gemeinde Belgershain, zu der Threna noch nicht gehörte, wollte die Betreuungseinrichtung an einen freien Träger abtreten, nachdem sie diese über Jahrzehnte in eigener Regie geführt hatte.

Haus mit wechselvoller Geschichte

Errichtet worden war das Haus an der Gartenstraße schon 1938, damals nutzten es die Deutsche Kinderschar, die Hitlerjugend und der Bund deutscher Mädel. 1942/’43 baute es die Gemeinde zu einem Kindergarten um, der nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst ungenutzt blieb. Ab 1946 befand sich in den Räumen eine Parfümfabrik, erst 1947 wurde aus ihnen wieder ein Kindergarten. 50 Meter entfernt etablierte sich 1961 in einem ehemaligen Einfamilienhaus die Köhraer Erntekinderkrippe, in der Frauen während der arbeitsintensivsten Zeit in der Landwirtschaft ihre Kleinsten tagsüber abgeben konnten. Durch den Bau von zwei Wohnblöcken und der Belgershainer Milchviehanlage stieg der Bedarf an Ganztagsbetreuung, die Krippe wurde rund ums Jahr geöffnet. Gisela Lemmer, die sie ab 1977 zehn Jahre lang leitete, spricht von 26 Kindern, die dort aufgenommen wurden. Im Kindergarten waren es reichlich 40.

Improvisation auf der Holztreppe

1990 beschloss die Gemeinde, beide Einrichtungen zusammenzulegen, um das ehemalige Wohnhaus an den Alteigentümer rückübertragen zu können. Im Kindergarten, der kurz vorher einen Anbau erhalten hatte und fortan Kindertagesstätte hieß, ging es entsprechend eng zu. „Die Vorschulkinder wurden unterm Dach untergebracht, wir mussten sie über eine alte Holztreppe hochtragen“, erinnert sich Lemmer und kommentiert schmunzelnd: „Heute undenkbar.“

2010 ließ die Kommune in Zusammenarbeit mit der VS Leipziger Land/Muldental einen Teil des Altbaus abreißen und an den verbliebenen Rest einen Neubau ansetzen. Somit bietet sich jetzt den 26 Krippen- und 36 Kindergartenkindern viel mehr Platz als früher.

Einrichtung ist voll belegt

„Wir sind ständig voll belegt, könnten noch 20 bis 30 mehr aufnehmen, so groß ist die Nachfrage“, sagt Leiterin Walther. Eltern würden zwar nicht weggeschickt, müssten jedoch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Um die Situation zu entspannen, will die Gemeinde bis Herbst eine Übergangslösung in Modulbauweise auf dem momentanen Belgershainer Glascontainerplatz schaffen.

Auch diesen Standort wird die VS betreiben. „Mit ihr haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos). Der Köhraer Kita wünscht er zum Jubiläum eine erfolgreiche Zukunft.

Feier zum Jubiläum

Am 2. Juni soll das 25-Jährige festlich begangen werden. 15 Uhr ist Beginn, die Steppkes haben dafür mit ihren Erzieherinnen ein märchenhaftes Programm aus Schauspiel und Tänzen einstudiert. 16 bis 17 Uhr können sich die Kinder an verschiedenen Stationen betätigen, ab 17 Uhr revanchieren sich die Eltern mit einem Märchenstück, das sie heimlich geprobt haben. Eingeladen sind Ehrengäste und alle, die mitfeiern möchten.

Von Frank Pfeifer

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