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Kleinbothener fühlen sich allein gelassen – und fordern Sanierung der Gewässer

Hochwasserschutz Kleinbothener fühlen sich allein gelassen – und fordern Sanierung der Gewässer

Die Kleinbothener wollen nicht warten, bis sie einen Hochwasserschutz erhalten. Zweimal wurde der Ort in kurzer Zeit überschwemmt. Das soll nicht ein drittes Mal erfolgen. Sie fordern, dass mit der Gewässersanierung begonnen wird.

Das Grundstück der Familie Konzok war auch 2013 überschwemmt. Erst im vergangenen Jahr konnten sie die Sanierung abschließen.

Quelle: privat

Grimma/Kleinbothen. Erst im letzten Jahr haben es Manuela (45) und Dirk Konzok (46) geschafft, die Spuren der Juni-Flut 2013 an ihrem Grundstück zu beseitigen. „Wir haben unser Haus nun schon zweimal saniert. Das wollen wir nicht noch einmal tun müssen“, zeigt sich Familie Konzok kämpferisch. Sie ist mit dieser nachvollziehbaren Forderung nicht allein. Denn auch Lutz Menzel (55), der ein Metallbauunternehmen betreibt und weitere Bürger aus Kleinbothen, das über 1000 Einwohner zählt, wollen es nicht hinnehmen, dass in ihrem Ort gar nichts für den Hochwasserschutz passiert. Sie wissen, dass sich aufgrund der geringen Priorität für den Hochwasserschutz für die Ortslage Kleinbothen lediglich zehn Punkte ergeben. Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen bestätigte das erneut. „Die weitere Verfolgung und Planung von Maßnahmen kann erst nach dem Abschluss der Projekte mit hoher und mittlerer Priorität erfolgen“, schrieb Günter Eckert von der Talsperrenverwaltung. Im Hochwasserschutzkonzept von 2004 gebe es ein Projekt: ein Flügeldeich für Kleinbothen, der den Ort bei Hochwasser schützen würde. Damit sei Kleinbothen im Hochwasserinvestitionsprogramm (HIP) des Freistaates Sachsen enthalten. „Doch was nützt uns das Ganze, wenn eine Flut erneut Kleinbothen unter Wasser setzt. 2013 stand das Wasser 1,30 Meter hoch im Grundstück. „Wir mussten unter anderem die Fußböden rausreißen und fliesen“, erzählt Dirk Konzok. Als die Flut 2002 Kleinbothen erreichte, war es ein besonders herber Schlag für die Familie Konzok. Sie hatten das Haus, das Manuela Konzok von der Oma erhalten hatte, gerade saniert und wollten die eigenen vier Wände genießen. Doch daraus wurde nichts. Denn die Flut vernichtete das Neugebaute und ließ sie wieder von vorne anfangen. „Die Oma hatte erzählt, dass die letzte große Flut 1954 in Kleinbothen war. Doch da reichte es aus, Sandsäcke vor die Haustür zu legen“, erinnert er sich. Deshalb war Dirk Konzok auch nicht untätig und ließ sich vor fünf Jahren einen Kostenvoranschlag machen, was ein Ringteich um Kleinbothen kosten würde. „Damals war von einer Million Euro die Rede. Wenn man bedenkt, dass der Hochwasserschutz für Grimma 50 Millionen Euro kostet, dürfte das ein Pappenstiel für die Talsperrenverwaltung sein“, sagt er.

Auch Lutz Menzel musste durch die Flut 2002 und 2013 hohe Verluste in Kauf nehmen. Er setzt sich aber vor allem dafür ein, dass das Dorf wegen der Gewässer zweiter Ordnung (Weißbach, Schaddelgraben) nicht absäuft. Denn der Ort würde auch von hinten überflutet, wenn die Mulde anschwillt und der Weißbach und Schaddelgraben erhöhte Wassermengen führen. Ein Projekt der Stadt Grimma, die für die Gewässer zweiter Ordnung zuständig ist, scheiterte. Es sah neben der Offenlegung des Grabens zur Mulde eine trockene Flutmulde durch den Ort vor, die im Hochwasserfall volllaufen sollte. „Diese Planungen sind jedoch an den Zustimmungen der Eigentümer gescheitert. Manche hätten die Hälfte ihres Grundstückes verloren“, so Lutz Menzel. Er sieht deshalb Handlungsbedarf bei der Stadt Grimma, die das Bachbett ausbaggern sollte, damit das Gewässer besser fließen könnte. Durch die Segmentablagerung hätte es keine Tiefe mehr. „Denn seit die Brücke über die B 107 gebaut worden ist, kommt zusätzlich Regenwasser in den Schaddelbach“, erklärt er. Die Gefahr, dass die Gewässer über die Ufer treten, besteht also nicht nur bei Hochwasser.

Von Cornelia Braun

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