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Grimma Klimawandel am "Südpol"
Region Grimma Klimawandel am "Südpol"
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05:00 24.08.2010
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. Ihre 56 Jahre sieht man ihr nicht an. Wie man an der Wii zockt und mit einer Konsole umgeht, braucht ihr keiner zu erklären.

„Ich will hier einen Treffpunkt für junge Leute, der fetzt", sagt sie und streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Sorry, ich bin das Teil noch nicht gewöhnt", lacht sie. „Das ist nämlich erst frisch angeklebt". Sie sei eben eine, die jung geblieben ist, ihr Alter aber dennoch nicht versteckt. „Ich habe selbst mehrere Kinder und gern junge Menschen um mich herum. Eine alte Oberlehrerin war ich noch nie und möchte das auch nicht sein. Bei ihrer Arbeit im Kinder- und Jugendhaus Südpol möchte sie auch nicht erziehen, sondern die Besucher begeistern. – Dafür, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen. „Die Jugendlichen sollen mit entscheiden können, was hier passiert. Es muss jeder selbst herausfinden, was ihm Spaß macht und dabei will ich jeden unterstützen." Sei es eine Grillparty oder ein kleines Sportturnier – Vera Rietzschel versucht zu helfen, wo es geht, damit aus den Plänen der Südpolbesucher auch etwas wird.

Den Jugendclub sieht sie als Treffpunkt, bei dem junge Menschen jung sein dürfen, ohne dass man sie als Kinder behandle. „Teenager und Leute bis Mitte 20 kommen in unserer Gesellschaft viel zu selten zu Wort. Entweder sie werden abgestempelt, dass sie nichts tun oder man versucht ständige ihnen alles zu diktieren. Hier können sie zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt und vielleicht können wir ja noch ein bisschen mehr herausholen."

Was ihr ebenfalls wichtig ist, ist der Kontakt von Jugendlichen zu Senioren. Hier gebe es viele Klischees auszuräumen. Deshalb denkt sie an eine Theatergruppe, die auch in Altenheimen, im Krankenhaus oder in Kindertagesstätten auftritt. Der Text dafür sei schon geschrieben. „Es ist natürlich etwas Lustiges", schmunzelt sie.

Überhaupt sprudelt Vera Rietzschel nur so vor Ideen: Koch- und Backkurse, auch der Umgang mit einer Nähmaschine, Möglichkeiten für Musiker zum Proben, Gitarrenkurse, bei denen auch sie selbst gern die Klampfe in die Hand nimmt, möchte sie anbieten. Außerdem wartet jeden Monat ein Highlight auf die Besucher, die Jugendlichen dürfen also gespannt sein. Und: „Wir haben ja hier auch viele Möglichkeiten. Ein Basketballfeld, Grillplatz, Billard, Dart, Küche und Bar", sagt sie. Das Einzige, was noch fehlen würde, sei ein ordentlicher Computer. Wer also einen abzugeben hätte, könne sich gern melden. Denn auch eine Art „Survival Training" möchte sie anbieten. Heißt: Wie man Bewerbungen schreibt, der Freundin mal einen Kuchen backt oder was man sonst noch so alles im Leben einmal brauchen könnte. Jetzt fehlen nur noch jede Menge junger Besucher, dann kann es im KJH -Südpol endlich heiß werden.

Es werden noch Sponsoren sowie Interessenten gesucht, die die Außenfassade – nach vorheriger Absprache – mit Graffiti besprühen möchten. Kontakt: AWO- KJH- Südpol, Gabelsbergerstraße 5a, Telefonnummer: 03437/

94 22 14, Mail: awo-kjh-suedpol@web.de

Magdalena Fröhlich

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