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Klinga ehrt seinen Künstler

Klinga ehrt seinen Künstler

Als Andreas Michel in einer Patronatsloge der Klingaer Dorfkirche ein verstaubtes, großformatiges Ölgemälde wiederentdeckte, ahnte er noch nicht dessen wirkliche Bedeutung.

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Fachgespräch: Andreas Michel (2.v.r.) mit Besuchern vor Mehnerts Hauptwerk "Die Erweckung des Lazarus".

Quelle: Ralf Saupe

Parthenstein/Klinga. Durch vielfältige Recherchen und intensive Kontakte in die ganze Republik konnte der Vorsitzende des Klingaer Orgel-Fördervereins den in Vergessenheit geraten Künstler Fritz Mehnert und weit mehr als nur dessen malerisches Hauptwerk, "Die Erweckung des Lazarus", zurück ins Licht des öffentlichen Interesses rücken. Die Ausstellung "Fritz Mehnert - Maler und Grafiker in Klinga", die er und seine Vereinsaktiven mit Unterstützung der Sparkassenstiftung Muldental am Wochenende eröffneten, zeigt Leben und Wirken des von 1904 bis 1932 in Klinga ansässigen Künstlers.

Neben kunstinteressierten Gästen waren betagte Einwohner des Parthensteiner Ortsteils gekommen. Sie hatten den mit "FMK" (Fritz Mehnert Klinga) signierenden Maler und Grafiker und seine Familie persönlich gekannt. "Ich habe mit seinem Bruder Felix noch Schnaps getrunken", so beispielsweise Manfred Naumann. Hans Kluthmann verband mit Mehnerts Tochter Doris Mirjam Jo Mehnert gar eine Jugendliebe. "Miriam war ein kleines, frühreifes Mädchen, mit ihr habe ich damals gespielt", erklärte der rüstige Senior. Er erlebte bei Kaffee, Kuchen und Orgelwein gar noch eine besondere Überraschung, als er mit Annegret und Iris Mehnert, den in Nordrhein-Westfalen lebenden Zwillingstöchtern seiner einst Angebeteten, ins Gespräch kam.

Neben dem Leipziger Museum für Bildende Künste waren es vor allem Privatpersonen, wie die beiden Bielefelder Mehnert-Töchter und der Naundorfer Gunter Hantschmann, die Grafiken aus ihrem Besitz für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hatten. "Mit mehr als 50 Gemälden und Grafiken konnten wir eine repräsentative Werkschau des zu früh verstorbenen Künstlers zusammentragen", sagte Michel. Die Ausstellung in der Klingaer Dorfkirche kann bis zum 13. Oktober mittwochs, 15 bis 17 Uhr, sowie sonnabends und sonntags, 14 bis 17 Uhr, besichtigt werden. Ralf Saupe

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2013

Saupe, Ralf

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