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Klingaer Orgeltag: Zwischen Rekonstruktion und Restaurierung

Klingaer Orgeltag: Zwischen Rekonstruktion und Restaurierung

Mehr als 20 Orgelfreunde und Orgelexperten folgten am Sonnabend der Einladung der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft nach Klinga. "Bei den Orgeltagen geht es uns immer auch darum, Orientierungshilfen für konkrete Restaurierungsvorhaben zu geben", umriss Christian Schmidt-Doll die Zielstellung.

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Am Instrument: Kantor Espen Melbø spielt für die Besucher des 13. Orgeltags der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft in der Klingaer Dorfkirche.

Quelle: Ralf Saupe

Parthenstein/Klinga. estand - Fragen zu Rückrestaurierung in der Vergangenheit bereits umgebauter Orgeln" der Klingaer Christian-Schmidt-Orgel von 1744.

"Bei den Orgeltagen geht es uns immer auch darum, Orientierungshilfen für konkrete Restaurierungsvorhaben zu geben", umriss Christian Schmidt-Doll die Zielstellung. "Das Klingaer Instrument ist zwar keine Silbermann-Orgel, steht aber exemplarisch für die Frage, wie mit Orgeln barocken Ursprungs umgegangen werden soll, die später von Orgelbauern verändert worden sind", so der Geschäftsführer der Silbermann-Gesellschaft. Klinga sei hier ein Kleinod, auch weil sich ein unglaublich aktiver Förderverein engagiere.

"Unser Ort besitzt eine der wenigen erhaltenen Orgeln barocken Ursprungs. Der Orgeltag ist für uns wichtig, weil dadurch die historische Bedeutung des Instruments noch stärker ins Bewusstsein gebracht wird", bekräftigte Andreas Michel. "Aus der gemeinsamen Diskussion zur Rückrestaurierung erhoffen wir uns neue Impulse für unsere Arbeit", erklärte der Chef des Klingaer Orgelfördervereins einleitend.

Gemeinsam mit seinen Aktiven sorgte er für eine Rundum-Wohlfühl-Atmosphäre unter den Gästen in der Klingaer Kirche. Dort eröffnete Kantor Espen Melbø mit einer Orgelvorführung das Tagungsprogramm, bevor sich die Experten den Vortragsstaffelstab weiterreichten. Klaus Gernhardt führte mehrere Jahrhunderte Klingaer Kirchen-, Kunst- und Orgelgeschichte in 30 Minuten zusammen. Horst Hodick, Orgelsachverständiger des Landesamts für Denkmalpflege, löste für sich die Ambivalenzen sogenannter "gewachsener Bestände" auf, bevor Winfried Schrammek, biografisch geleitet, seine über 60 Jahre Erfahrungen mit Orgeln schilderte.

Die nachfolgende Diskussion wurde unter Leitung von Christian Haase, Orgelbeauftragter der evangelisch-lutherischen Landeskirche, leidenschaftlich wie auch kontrovers geführt. Im Spannungsfeld zwischen gewachsenen und verwachsenen Beständen, zwischen Restaurierung und Rekonstruktion sowie mit speziellem Blick auf das Klingaer Instrument zwischen dem Erbauungszustand durch Schmidt 1744 und der einschneidenden Reparatur durch Hellermann 1855 wurden persönliche Sichtweisen und fachliche Argumente ausgetauscht. "Die Diskussion war schwierig und keineswegs geradlinig, aber sie hat uns vorangebracht", resümierte am Ende Andreas Michel, der jetzt die Quellenforschung weiter vorantreiben will. "Für uns gilt weiter: Gründlichkeit und Qualität vor Tempo." Bei einer Orgelvesper mit Espen Melbø klang der Tag musikalisch aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.05.2014
Saupe, Ralf

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