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Grimma Klingaer ertragen Lärm der Autobahn
Region Grimma Klingaer ertragen Lärm der Autobahn
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06:00 11.08.2018
Viele Lastwagen donnern auf der desolaten Staatsstraße 45 durch Klinga. Die Gemeinde fordert die Sanierung. Quelle: Roger Dietze
Parthenstein/Klinga

Laut einer Studie werden 330 Einwohner Klingas vom Lärm der Autobahn 14 belastet. Allerdings ist dieser nicht so hoch, dass laut Gesetz unverzüglich gehandelt werden müsste. Die Gemeinde Parthenstein sieht ein Lärmproblem an ganz anderer Stelle.

Lärm vor allem an Staudnitzstraße

Die Geräusche von der Autobahn betreffen vor allem Anwohner der Staudnitzstraße. „Berechnet wurden für diese Gegend nächtliche Werte von 45 bis 50 Dezibel“, sagt Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos). „Das bedeutet, es liegt keine gesundheitsgefährdende Relevanz vor.“ Der offizielle Grenzwert liegt bei 55 Dezibel – er wird jenseits der Autobahn im zu Naunhof gehörenden Ammelshain überschritten, was dort jüngst zu Diskussionen führte.

Laute Autobahn an Biberfarm

Allerdings gibt es auch eine Ecke von Klinga, in der es nachts lauter als jene 55 Dezibel wird. Dabei dreht es sich um acht Wochenendgrundstücke, die an der Straße An der Biberfarm liegen. „Dort besteht aber kein Handlungszwang, weil sie nicht dauerhaft bewohnt sind“, erläutert Kretschel.

Keine Beschwerde gegen Lärm

Die Daten lagen reichlich zwei Wochen lang öffentlich in der Gemeindeverwaltung aus, ohne dass ein Bürger Einsicht nahm oder gar Verbesserungen für seine Situation gefordert hatte. Nichtsdestotrotz will Kretschel Wünsche nach einem besseren Schutz für die Zukunft keineswegs ausschließen. „Sollte die Autobahn einmal auf sechs Spuren erweitert werden, müsste nochmal berechnet werden, ob sich die Belastung erhöht“, sagt er. „Dann könnte eine Wand oder ein Wall notwendig werden.“

Lärm an Ortsdurchfahrt

Momentan stehe für die Kommune vielmehr die Ortsdurchfahrt von Klinga im Fokus. „Durch Haba-Beton und den Steinbruch Großsteinberg herrscht dort viel Schwerlastverkehr zur Autobahn“, verdeutlicht der Bürgermeister. Die Wagen würden besonders viel Lärm erzeugen, weil die Fahrbahn stark geschädigt ist. „Begegnen sie sich, fahren sie teilweise über den Fußweg“, kritisiert Kretschel.

Gemeinderat fordert Sanierung

Der Gemeinderat wünscht sich deshalb eine Sanierung dieser Staatsstraße, die die Nummer 45 trägt. Ein Traum wäre für den Ort auch eine Umgehungsstraße von Großsteinberg rechts an Klinga vorbei hinterm ehemaligen Krankenhaus entlang zur Autobahnanschlussstelle. Doch diese sieht momentan niemand wirklich als realisierbar an.

Landesstraßenbauamt beginnt Planungen

Das für die S 45 zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr informiert auf Anfrage, die Fahrbahn der Ortsdurchfahrt in den nächsten Jahren erneuern zu wollen. „Die Planungen dazu sollen noch in diesem Jahr aufgenommen werden“ erklärt Sprecherin Isabel Siebert. Der Baubeginn hänge aber vom Planungsumfang ab, der in Ortsdurchfahrten unter anderem wegen Entwässerungsproblemen und benötigten Flächen erfahrungsgemäß sehr groß wäre.

Von Frank Pfeifer

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