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Grimma Köditz: Zustände bei Mitteldeutscher Regiobahn untragbar
Region Grimma Köditz: Zustände bei Mitteldeutscher Regiobahn untragbar
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15:56 06.11.2018
Die Mitteldeutsche Regionalbahn verkehrt mit Zügen unter anderem zwischen Leipzig und Döbeln. Quelle: Andreas Döring
Landkreis Leipzig/Grimma

Als „inzwischen absolut untragbar“ bezeichnet die Grimmaer Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Linke) die Zustände bei der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Strecke zwischen Leipzig und Döbeln betreibt. „Hier bestätigt sich einmal mehr, dass Privatisierungen keineswegs immer auch Verbesserungen bedeuten“, fasst die Politikerin die Ergebnisse einer Kleinen Anfrage zusammen, die sie an die Staatsregierung gestellt hatte. „Wenn selbst die Staatsregierung ein ‚suboptimales Betriebsmanagement‘ bei der MRB feststellt, heißt das nichts anderes, als dass die Zustände dort zum Himmel schreien“, meint Köditz.

175 Züge pro Monat ausgefallen

Linkenpolitikerin Kerstin Köditz aus Grimma. Quelle: André Kempner

In den Monaten März, April und Juli dieses Jahres seien jeweils mindestens 175 Züge ausgefallen. Von einer absoluten Fehlplanung auf dem Rücken der Kunden müsse man sprechen, wenn im März 2018 insgesamt auf dieser Linie 239 Züge ausgefallen seien, wobei für 119 Verbindungen noch nicht einmal Schienenersatzverkehr angeboten wurde. Von Zuverlässigkeit könne man angesichts solcher Zustände längst nicht mehr sprechen.

Köditz fordert deutlichere Konsequenzen

Gegenüber dem Betreiber MRB wurde seitens des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) bereits eine Abmahnung ausgesprochen. Insofern sei es für sie nur konsequent, wenn eine Kündigung des Vertrages mit der MRB geprüft werde. „Wenn sich nicht schnellstens der Service für die Kunden deutlich verbessert“, fasst Köditz ihre Position zusammen, „dann darf der Landrat nicht nur die Lippen spitzen, dann muss er auch pfeifen. Wer den öffentlichen Personennahverkehr attraktiv gestalten will, der muss auch dafür Sorge tragen, dass die Mindeststandards eingehalten werden.“

MRB verweist auf verbesserten Service

Gegenüber LVZ erklärt die MRB zur aktuellen Situation: „Unsere diversen Maßnahmen greifen, so dass wir in den vergangenen Wochen einen stabilen Betrieb auf unseren Linien RB 110 und RE 6 leisten konnten“, so die Pressestelle der Mitteldeutschen Regiobahn. Dem bundesweiten Mangel an Triebfahrzeugführern, der für gehäufte Zugausfälle gesorgt hatte, trete das Unternehmen mit neuen Ausbildungsklassen langfristig entgegen. „Zur Deckung kurzfristiger Lücken konnten wir mehr Leih-Triebfahrzeugführer an uns binden.“ Außerdem seien Arbeitsabläufe bei der Instandhaltung verbessert worden.

Von Simone Prenzel

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