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Grimma Können Fische Treppen steigen? Verein Trebsen erleben hat nachgeschaut
Region Grimma Können Fische Treppen steigen? Verein Trebsen erleben hat nachgeschaut
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11:37 24.05.2016
Imposantes Bauwerk: Die neue Fischtreppe am Pauschwitzer Muldewehr war das Ziel des vom Heimatverein „Trebsen erleben“ initiierten Frühlingsspazierganges. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Trebsen

Spannende Frage: Können Fische Treppen steigen? Die warf der Heimatverein „Trebsen erleben“ auf. Um eine Antwort bemüht, waren alle daran Interessierten zum offenen Frühlingsspaziergang an die neu gebaute Fischtreppe am Pauschwitzer Muldewehr eingeladen.

Mit dieser Wanderung machten Uwe Baumann und seine Mitstreiter im Heimatverein dem Vereinsnamen alle Ehre, denn abermals schlossen sich viele Einwohner aus Trebsen und den Ortsteilen an, um interessante Informationen zum Wasserbauwerk am Pauschwitzer Muldewehr zu bekommen. Das ist nur über Neichen erreichbar. Als ehemaliger Wasserwirtschaftler wusste Jürgen Heinze viele Fragen zur Historie des Muldewehres zu beantworten. Demnach sei dem jetzigen Bauwerk aus Stahl und Beton eine hölzerne Staustufe im Mittelalter vorausgegangen, gar mit einer Flussmühle für den Lachsfang, ließ Heinze aufhorchen.

Er berief sich auf Abhandlungen des Heimatforschers Walter Rinkefeil zur „Muldeordnung von 1560 sowie die bischöfliche Muldefähre und Muldemühle in Trebsen“. Während aber die hölzerne Anlage den Fluten nicht dauerhaft gewachsen war und insbesondere durch starke Eisgänge in Wintermonaten zerstört wurde, hatte man im Zuge der Industrialisierung eine neue Staustufe gebaut. Mit Ansiedlung der Papierfabrik erwarb man auch die Rechte zur Nutzung der Wasserkraft im einst mittelalterlichen Fischerdorf Pauschwitz. Fortan wurde das etwa 100 Meter lange Wasserbauwerk für die industrielle Papierproduktion genutzt. Natürlich sind die technischen Anlagen zur Entnahme des Muldewassers als Brauchwasser kontinuierlich erweitert und modernisiert worden, wusste Heinze zu berichten. Doch am Wasserbauwerk selbst haben erneut Fluten ihre teils zerstörenden Schäden hinterlassen.

Die heute in Trebsen ansässige Julius Schulte GmbH als Eigentümer und Nutzer der Staustufe sah sich zur Instandsetzung gezwungen, wollte sie am Standort Trebsen der Mulde weiterhin Brauchwasser entnehmen. Jedoch war das mit behördlichen Auflagen verbunden, um die ökologische Durchgängigkeit der Mulde herzustellen. Der Bau einer Fischaufstiegshilfe, auch Fischtreppe genannt, war unumgänglich und belastete das Unternehmen mit einem Millionenbetrag. Geld, das natürlich erst einmal verdient sein will. Schlussendlich ist es eine Investition in die Zukunft des Natur- und Umweltschutzes. Denn im vergangenen Herbst, so ließ Heinze auch wissen, habe man bei einer dreiwöchigen Funktionsprobe knapp 10 000 Fische 20 verschiedener Arten registriert, die das Bauwerk flussaufwärts überwunden haben. Damit steht fest: Fische können Treppen steigen. Doch nun warf der Heimatverein eine neue Frage auf: Wann treffen die ersten Lachse wieder ein?

Von Frank Schmidt

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