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Grimma Kompromiss an Höfgener Barrieren
Region Grimma Kompromiss an Höfgener Barrieren
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05:00 26.05.2011
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. Sowohl Befürworter als auch Gegner melden sich zu Wort. Jetzt wurde eine Kompromisslösung gefunden.

„Es ist natürlich verständlich, dass die Barriere insbesondere bei gehbehinderten Menschen zunächst für Unmut und auch bei Radfahrern für einige Umstände sorgt", räumte Familie Weishaupt aus Kössern ein. Aber: „Wir als Familie mit drei Kindern nutzen diesen Weg oft und gern als Rad- und Wanderweg und sind dabei immer wieder durch Kraftfahrzeuge jeder Art beeinträchtigt worden, so dass wir den errichteten Schlagbaum zuallererst als absolute Erleichterung für jeden Spaziergänger empfinden", sagte die Familie. Dass jetzt die von Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger, der weiterhin als vehementer Verfechter der Schranke auftritt, angekündigte Umfahrung für Rad- und Rollstuhlfahrer an den Schlagbäumen gebaut und gestern freigegeben wurde, hält Familie Weishaupt für einen Kompromiss, „der allen entgegenkommt."

Zu den zufällig vorbei kommenden Radtouristen gehörten Anneliese und Hermann Claus aus Rochlitz. Zwar mussten sie sich den Grund der Bautätigkeit an der Schranke erklären lassen, hatten sich aber schnell positioniert. „Wir Menschen wollen doch reglementiert werden. Und wenn Autofahrer diesen Radweg illegal nutzen, müssen sie eben in die Schranken gewiesen werden", sagten sie quasi im Vorbeifahren.

Dass sich Familie Claus als Ortsfremde der Schranken wegen in Gefahr begeben könnte, gab Willy Dehn zu bedenken. „Diese Schrankenanlagen sind nicht beleuchtet, in der Muldenaue herrscht regelmäßig dichter und zäher Nebel. Unfälle sind bei ortsunkundigen Fahrradfahrern vorprogrammiert." Doch Dehn stemmt sich auch als verantwortlicher Jagdpächter der Jagdgenossenschaft Döben/Höfgen gegen die Schlagbäume „mitten in unserem Jagdpachtgebiet, das von uns aktiv bejagt werden muss." Es sei nicht zumutbar, erlegtes Wild per Hand abtransportieren zu müssen. Denn man habe nur einen Schlüssel für acht Jäger bekommen, gar mit der Auflage, „die Befahrung des Weges auf ein Minimum zu reduzieren und eine Vervielfältigung des Schlüssels ausdrücklich zu unterlassen." Bei Verlust, so Dehn empört, werde „Schadensersatz in Höhe des gesamten Generalschlüsselsystems" gefordert.

Schließlich meldete sich noch einmal der Höfgener Öko-Bauer Jörg Hannes zu Wort. „Wäre es nicht besser gewesen, man hätte im Vorfeld über die Absicht, eine Schranke bauen zu wollen, mit allen Beteiligten gesprochen?" Dann hätte er, der nach eigenen Angaben bis zu dreimal pro Woche diesen Weg mit seinem Kremser passiert, in den Raum stellen können, dass für ihn ebenfalls Sicherheitsgründe gegen die Hindernisse sprechen. „Entweder, ich lasse einen meiner Fahrgäste absteigen, damit er die Schranke öffnet und nach der Durchfahrt wieder schließt – was aber den zumeist älteren Leuten nicht zuzumuten ist. Oder ich verlasse dafür den Kutschbock – was ich aber gar nicht darf, für den Fall, die Pferde gehen plötzlich durch." Dass er einen Schlüssel bekommen hat, löse für ihn das Problem so einfach nicht. Apropos: Die Feuerwehr Kaditzsch/Höfgen, so ließ Ortsvorsteher Gunter Hantschmann wissen, habe noch keinen Schlüssel erhalten. „Aber die Kameraden haben eine Motorflex, sprich einen Trennschleifer an Bord", kommentierte er diese Tatsache.

Frank Schmidt

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