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Grimma Konjunkturumfrage im Handwerk: Kreativ gegen die Krise
Region Grimma Konjunkturumfrage im Handwerk: Kreativ gegen die Krise
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05:00 03.06.2010
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. „Trotz Wirtschafts-, Finanz- und Eurokrise sehen die meisten Betriebe optimistisch in die Zukunft", erklärt HWK-Päsident Joachim Dirschka mit Bezug auf eine Konjunkturumfrage unter 527 Betrieben. Hans Hergert, Kreishandwerksmeister mit eigenem Betrieb in Großsteinberg, mag die Aussage allerdings nicht so bestätigen: „Es gibt Schwierigkeiten querbeet, die Lage ähnelt den Wellen auf dem Ozean."

Was Hergert damit ausdrücken will, ist das ungewisse Auf und Ab. „Die Wechselgefühle sind beschwerend", sagt er, von einer stabilen Lage könne er nicht reden. „Wachstum, es geht bergauf – das kann ich nicht bestätigen." Positiv beeinflusst werde die gegenwärtige Situation durch die Kurzarbeitsregelungen. „Eine gute Lösung", so der Kreishandwerksmeister, damit könnten Schwankungen in der Auftragslage besser aufgefangen werden.

 Wie er die Lage einschätzt, macht Hergert an seinem eigenen Betrieb deutlich. Frelu-Hergert ist Spezialist für Reha-Technik aus Edelstahl, fürs private Heim, vor allem aber für öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Senioreneinrichtungen. „Die Sparmaßnahmen der Regierung haben uns getroffen", sagt er, es werde kaum noch investiert. Daher habe das Unternehmen seine Geschäftsfelder im Edelstahlbereich erweitert. Recht konservativ zum Beispiel in Zaun- und Geländerbau. „Deutsche Wertarbeit ist durchaus gefragt." Aber auch in Innovationen. Für den US-Markt ist gerade eine Haltvorrichtung für Computertomographie konstruiert worden. Und der Zufall führte zu einer geradezu exotischen Entwicklung: ein Rollrasenreparatur-Gerät (im Bild). Die Anregung dafür kam von Mitarbeitern des Zentralstadions. „Wir wurden gefragt, ob wir nicht etwas bauen könnten, womit man schadhafte Stellen im Rasen vernünftig auswechseln kann", so Hergert. Inzwischen gibt es das Gerät: eine runde Edelstahlhülse mit Federvorrichtung, mit der zunächst schadhafter Rasen ausgestanzt und dann gesunder exakt wieder eingesetzt werden kann. Das Patent ist sofort auf Gegenliebe gestoßen. Und was für Leipziger Fußballer noch in weiter Ferne liegt, hat Großsteinberger Edelstahltechnik schon geschafft: Sie ist in der Fußball-Bundesliga angekommen. Beim Hamburger SV wird Rasen mit Frelu-Hergert-Gerät repariert und das haben andere Bundesligisten dort bereits aufmerksam registriert. „Das wird sicher kein Massenmarkt", sagt Hergert. Doch es sei für ihn symptomatisch für die wirtschaftliche Lage. „Wer in den Wellen des Ozeans nicht untergehen will, muss sehr flexibel sein."

Die sinkende Zahl der Beschäftigten pro Betrieb im Landkreis – sie fiel von 7,2 vor zwölf Monaten auf 6,9 in diesem Jahr und liegt unter dem Durchschnitt des Kammerbezirks Leipzig – bestätigt Hergerts Einschätzungen. Die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer im Bereich der Metallbauer und Elektromaschinenbauer zeigt ebenfalls einen negativen Trend: Eine gute Entwicklung erwarten nur 16 Prozent, jeder Dritte befürchtet eine Verschlechterung der Lage. Und Erweiterungsinvestitionen, die als Indikator für wirtschaftlich starke Zeiten

gelten, werden quer über alle Branchen vermisst. Dennoch, so zeigt die Umfrage der HWK, hat sich die Stimmung verbessert. Der Geschäftsklimaindex stieg von 72,5 auf 77.5.

Heinrich Lillie

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