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Grimma Konkurrenz erkennt Wahlsieg an und gratuliert neuem Colditzer Bürgermeister
Region Grimma Konkurrenz erkennt Wahlsieg an und gratuliert neuem Colditzer Bürgermeister
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00:36 13.04.2018
Rathaus Colditz Quelle: Röse
Colditz

Es war ein bisschen wie beim Videobeweis in der Fußball-Bundesliga. Als ihm Freunde aus dem Colditzer Rathaus die Zahlen durchtelefonierten, sei er im ersten Moment sprachlos gewesen, sagt Wahlgewinner Robert Zillmann. „Natürlich hatte ich mich riesig gefreut, aber weil es so knapp war und ich mit den 50,1 Prozent die absolute Mehrheit wirklich gerade so erreichte, verhielt ich mich anfangs noch abwartend.“ Am Tag danach hat der 33-jährige Jurist seinen sensationellen Sieg realisiert. Er dankte den Mitstreitern, den Wählern und vor allem auch seiner Familie, mit der er im Hausdorfer Garten feierte. Ehefrau und Tochter, Eltern und Großmutter, Onkel und Tante, Cousins und Cousinen – alle waren sie am Wahlabend gekommen, um dem Einzelbewerber zu gratulieren. Am 1. Juni wird Zillmann das Amt des Bürgermeisters antreten, er habe Respekt vor der Aufgabe, freue sich aber darauf, mit Bürgern, Verwaltung und Stadträten „was zu gestalten“.

Der ebenfalls unabhängige Uwe Quedenbaum, der als Zweitplatzierter auf 19,7 Prozent kam und den Wahlausgang mit Freunden und Unterstützern in einem Colditzer Pub verfolgte, bezeichnet das Ergebnis als „sehr eindeutig“. Er erkennt das Resultat vorbehaltlos an, gratulierte dem neuen Amtsinhaber und wünschte ihm in seiner Arbeit ein glückliches Händchen: „Ich nehme es sportlich, die Welt dreht sich weiter.“

Auch Sascha Schmiedel (Freie Wählervereinigung „Für unsere Heimat“), mit 19,5 Prozent Dritter, übermittelte dem Sieger seine guten Wünsche: „Ganz viel Schaffenskraft und Ausdauer!“ Natürlich habe er für sich selbst auf ein besseres Abschneiden spekuliert, räumt Schmiedel ein: „Kurzzeitig hatte ich auch mit Enttäuschung zu kämpfen. Aber ich habe mich ganz schnell wieder gefangen. Ich freue mich, dass sich Colditz für einen jungen Kandidaten ausgesprochen hat.“ In seiner Funktion als Stadtrat bot Schmiedel ihm inzwischen seine Zusammenarbeit an.

Einzelkandidat Dirk Jaworski (8,5 Prozent) bezeichnete den Triumph seines Mitbewerbers als große Überraschung: „Niemand hat im Vorfeld erwartet, dass es einer von uns Fünfen bereits im ersten Wahlgang schafft. Alle waren sich sicher, dass es einen zweiten Wahlgang geben würde.“ Jaworski, langjähriger Bauhofleiter, beglückwünschte seinen Konkurrenten und zeigte sich alles andere als traurig: „Der Wahlkampf war für mich und mein Team eine völlig neue Erfahrung. Ich bin mit so vielen Leuten ins Gespräch gekommen, dass ich mir sogar vorstellen könnte, bei den nächsten Stadtratswahlen erneut anzutreten. Aber wie gesagt, das muss ich mir noch überlegen.“

Matthias Muschter (CDU) wollte seine eingefahrenen 2,3 Prozent nicht schön reden: „Es war schon absehbar, dass ich auf den hinteren Plätzen landen würde. Wir werden darüber zu reden haben“, äußert sich CDU-Stadtverbandschef Muschter selbstkritisch. Dass im Colditzer Wahlkampf die Parteien eine derart verschwindende Rolle gespielt hätten, müsse zu denken geben: „Parteien gehören doch zur Demokratie“, betont Muschter, der seit 1990 der CDU angehört. Inwieweit er sich künftig auch weiter kommunalpolitisch engagieren werde, ließ er offen. In jedem Falle aber wünschte er dem neuen Bürgermeister gutes Gelingen.

Ob es das in Deutschland schon so oft gab – daran hat Silvio Gleffe, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, seine Zweifel: „Fünf Kandidaten, überwiegend Laien, kein Amtsbonus – es ist schon eine faustdicke Überraschung, dass Zillmann die 50-Prozent-Marke im ersten Wahlgang knacken konnte. Alle hatten wir schon mit Neuwahlen geplant.“

Er werde vor allem viele Gespräche führen, kündigte Robert Zillmann an. „Ich bin der Meinung, dass der Bürgermeister auch ein guter Moderator sein muss. Er sollte sich nicht auf eine bestimmte Seite schlagen, sondern zwischen Stadtrat und Bürgerschaft vermitteln.“ Es bleibt ein lachendes und ein weinendes Auge: „Denn nun muss ich mich vom Posten des Stadtwehrleiters trennen. Den Kameraden bleibe ich trotzdem treu. Der Bürgermeister ist ohnehin der Dienstvorgesetzte der Feuerwehr.“

Von Haig Latchinian

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