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Grimma Kontaktbörse: Firmen und Langzeitarbeitslose kommen sich näher
Region Grimma Kontaktbörse: Firmen und Langzeitarbeitslose kommen sich näher
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00:36 23.03.2018
Die Arbeitgeberbörse im Rathaussaal Grimma war gut besucht. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Die Grippewelle schlug noch am Morgen Lücken in die Reihen der Aussteller. Drei Firmen sagten der Arbeitgeber-Kontaktbörse im Grimmaer Rathaus kurzfristig ab, weil zu viele Mitarbeiter das Bett hüten müssen. Im Rathaussaal ging es dennoch eng zu bei der fünften Auflage der vom Kommunalen Jobcenter des Landkreises initiierten Jobbörse. Mit der Organisation war erneut das Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) beauftragt. Sie lag in den Händen der Berufspädagogin Doreen Anders, die auch für die Nachbereitung sorgen wird.

520 Langzeitarbeitslose eingeladen

Die vierstündige Kontaktbörse soll Arbeitgeber und Langzeitarbeitslose der Region zueinander bringen. Dieses Mal präsentierten sich 22 Unternehmen im Saal, darüber hinaus lagen von 18 Firmen, die kein Personal schicken konnten, Stellenangebote aus. Eine Beteiligung, die Jens Ranft, Jobcenter-Teamleiter im Bereich Arbeitsintegration, als „gute Basis“ bezeichnet. 520 Arbeitslose, die vom Jobcenter Leistung beziehen, waren eingeladen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre nutze jeder Zweite das Angebot, so Ranft. Auch Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen oder den Weg von einem 450-Euro-Job in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung suchen, schauten vorbei.

Qualifikationen machen auch Langzeitarbeitslose zu Fachkräften

„Wir wollen die Möglichkeit bieten, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf dieser Ebene begegnen, so der KJC-Teamleiter. „Das ist uns ein wichtiges Anliegen.“ Derzeit sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt so, dass händeringend Leute gesucht würden. Das biete auch Langzeitarbeitslosen neue Chancen. Das Jobcenter setzt die Kontaktbörse bewusst an den Anfang des Jahres, weil im Frühjahr eine konjunkturelle Belebung einsetzt. Indes ist dem Teamleiter bewusst, dass sich unter den Langzeitarbeitslosen Fachkräfte nicht gerade tummeln. „Für uns ist die Motivation und der Wille wichtig, dann finden sich auch Wege, eine Qualifikation zu unterstützen“, betonte Ranft. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liege darin, die Arbeitslosen zu aktivieren und ihnen die regionalen Jobangebote vor Augen zu führen. Manche haben Ranfts Worten zufolge gleich eine Bewerbung dabei, und auch die ein oder andere Vermittlung kommt zustande.

22 Unternehmen präsentierten sich im Rathaussaal. Quelle: Thomas Kube

Der Trebsener Uwe Wischke lebt schon einige Jahre von Hartz IV. Der 56-Jährige ist gelernter Eletromechaniker und schulte in den 1990ern auf Zentralheizungs- und Lüftungsbauer um. Eigentlich gesuchte Berufe. Doch ein gesundheitliches Handicap und auch das Alter erschweren seine Jobsuche. „Ich bemühe mich um Arbeit“, erzählte der Trebsener. „Es ist aber nicht einfach, etwas für meine körperliche Situation zu finden.“ Er habe über Jahre Erfahrungen gesammelt, wie die Chancen wirklich stehen.

Testballon Kontaktbörse: „Vielleicht kommt ja was dabei raus“

Auch bei der Metall Meister Grimma GmbH informierte sich Wischke. Die 70-Mitarbeiter-Firma nahm erstmals an der Kontaktbörse teil, und Betriebsleiter Thomas Piontkowski wurde es nicht müde, seine Offerten zu erklären. „Wir brauchen Konstruktionsmechaniker“, so der Metallbauer. „Wir nehmen jeden, der Maschinen bedienen und schweißen kann.“ Die Teilnahme war für ihn ein Testballon, „vielleicht kommt ja was dabei raus“.

Ebenfalls erstmals mit von der Partie: die Regionalbus Leipzig GmbH. Muldental in Fahrt und andere Projekte, dazu Mitarbeiter, die vor der Rente stehen – „wir suchen gutes Personal, das Verantwortung übernimmt und zu Schichtarbeit bereit ist“, erläuterte Bereichsleiter Fred Janke. Busfahrer und Mechatroniker stehen auf der Liste ganz oben. Janke hoffte, zwei bis drei Leute zu finden. Regionalbus arbeite schon seit Jahren mit dem Jobcenter zusammen und habe dabei gute Erfahrungen gesammelt, merkte er an. „Es bildet für uns auch aus.“

Offerten auch aus anderen Regionen

Ein alter Hase bei der Kontaktbörse ist die Trainico GmbH, ein in Wildau ansässiger Bildungsdienstleister für Luftfahrtberufe. Mitarbeiter Harald Schmidt verwies auf Vermittlungserfolge dank der Grimmaer Börse und sucht aktuell Kandidaten für eine Ausbildung zum Fluggeräte-Mechaniker. Ein Job den die Elbe-Flugzeugwerke in Dresden zu besetzen haben. „Auch für die Flugzeug-Abfertigung werden Leute gesucht“, wollte Schmidt neugierig machen auf neue berufliche Richtungen, die nicht vor der Haustür liegen.

Von Frank Prenzel

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