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Konzept für neuen Trebsener Brandschutzbedarfsplan liegt vor

Mehr Spezialisierung und Zusammenarbeit Konzept für neuen Trebsener Brandschutzbedarfsplan liegt vor

Weiterführung der Spezialisierung aller Trebsener Feuerwehren, neue Fahrzeuge für die Trebsener und Altenhainer Einsatzkräfte, bauliche Ertüchtigung des Seelingstädter Gerätehauses. Dies sind nur einige Stichpunkte aus dem neuen Brandschutzbedarfsplan, über den momentan die Entscheidungsträger der Kommune diskutieren.

Damit die Feuerwehr rechtzeitig an Ort und Stelle ist: Brandschutzbedarfspläne sollen eine realistische Einschätzung der Einsatzbereitschaft abgeben und aufzeigen, was in den kommenden Jahren an neuer Technik nötig wird.

Quelle: Volkmar Heinz

Trebsen. Weiterführung der Spezialisierung aller Trebsener Feuerwehren, neue Fahrzeuge für die Trebsener und Altenhainer Einsatzkräfte, bauliche Ertüchtigung des Seelingstädter Gerätehauses. Dies sind nur einige Stichpunkte aus dem neuen Brandschutzbedarfsplan, über den momentan die Entscheidungsträger der Kommune diskutieren. Im Technischen Ausschuss wurde das Konzept vorberaten, am 24. Oktober wird sich der Stadtrat damit befassen.

„Unser bestehender Plan stammt von 2007. Geändert wurde er, als wir zwei Jahre später ein Tanklöschfahrzeug für Trebsen gekauft haben“, erläutert Hauptamtsleiterin Romy Sperling. Weil solche Brandschutzbedarfspläne alle fünf Jahre fortgeschrieben werden sollen, sei es höchste Zeit, den Trebsener auf den aktuellen Stand zu bringen.

Gemeinsam mit der Stadtwehrleitung erarbeitete Sperling ein Konzept und ließ dabei die Empfehlungen des sächsischen Innenministeriums einfließen. Wichtigster Punkt für sie: „An unseren Standorten ändert sich nichts, in Trebsen, Seelingstädt, Altenhain und Neichen wird es weiterhin Gerätehäuser geben.“

Genügend Führungskräfte seien vorhanden, aber es fehle an Atemschutzträgern. „Einige Kameraden haben schon die ärztlichen Untersuchungen hinter sich und die Ausbildung begonnen“, gibt sie, was das Personal anbelangt, zumindest in dieser Hinsicht Entwarnung. Allerdings sei arbeitsbedingt die Einsatzbereitschaft tagsüber nicht immer gewährleistet. „Wir müssen die Zusammenarbeit der Wehren ausbauen“, fordert sie. „Alle gemeinsam können zwar ein Ereignis abdecken. Aber schon wenn wir zwei parallele Einsätze haben, brauchen wir Hilfe von außerhalb.“ Bei einem Wohnungs- oder größeren Brand sei ohnehin die Drehleiter von Grimma gefordert.

In Bezug auf die Technik weist das Konzept mittelfristig einen Ersatz für das Altenhainer Löschfahrzeug aus. Es stammt von 1994 und ist abgeschrieben, Ersatzteile sind nicht mehr erhältlich. Länger dürfte es dauern, bis die Trebsener Wehr ein neues Fahrzeug für die technische Hilfeleistung erhält, auch wenn der Ersatz schon jetzt im Konzept verankert ist. Dieses Jahr wird laut Sperling für das Auto erst einmal ein neues hydraulisches Rettungsgerät angeschafft. „Wir haben dafür gerade den Fördermittel-Zuwendungsbescheid erhalten“, erklärt sie.

Für die Waldgebiete um Altenhain soll ein Schlauchwagen angeschafft werden. Mittelfristig erhält die Wehr neue Schlauchboote für die Mulde, die bei Hochwassern zur Evakuierung, Rettung und als Transportmittel Verwendung finden. Kleinere Posten sind eine Wärmebildkamera und der Rest an Digitalfunktechnik, deren Grundausstattung auf den Fahrzeugen von Landkreis und Freistaat zwar zu 100 Prozent gefördert worden ist. „Es sind aber noch zusätzliche Geräte nötig, die die Stadt anschaffen muss“, erklärt Romy Sperling.

Wenn die neue Rettungsleitstelle in Betrieb genommen wird, benötigen alle Gerätehäuser einen Internetzugang; bisher hat diesen seit dem Hochwasser im Frühsommer 2013 nur das Trebsener. Über die neue Technik erfolgt die Alarmierung, wobei die Stadt auch die alten Sirenen funktionstüchtig erhalten hat, die im Normalfall dreimal und bei Katastrophen viermal aufheulen. Über sie und über die Funkmeldeempfänger, sogenannte Pager, werden die Einsatzkräfte benachrichtigt.

Hinsichtlich der Bausubstanz gilt das Seelingstädter Gerätehaus als absolutes Sorgenkind. „Der Baugrund hat sich gesenkt, das führte zu Rissen in den Wänden“, veranschaulicht Sperling. „Das Bauamt prüft derzeit Varianten, wie es erhalten werden kann.“

Was die Strukturen betrifft, zielt der aktuelle Brandschutzbedarfsplan auf eine weitere Spezialisierung der einzelnen Wehren ab, damit nicht jede Ortswehr mit aller Technik ausgestattet sein muss. Trebsen ist vorrangig für Unfälle zuständig und mit dem nötigen hydraulischen Rettungsgerät ausgestattet. Auch Altenhain und Seelingstädt werden an diesen Apparaturen ausgebildet. Altenhain besitzt zusätzlich Zug- und Hubgeräte sowie eine Monster-Kettensäge, um Fahrzeuge aus Gräben ziehen und umgefallene Bäume zerteilen zu können. Seelingstädt legt seinen Fokus außerdem auf die Sprechfunktechnik. Neichen verfügt über einen großen Beleuchtungssatz an einem Heliumballon und ist federführend in der Atemschutztechnik. Komplett wegfallen wird die Beseitigung von Ölspuren. „Das übernimmt künftig die Firma Topcar aus Leipzig; wir sind nur noch für die Absperrung der Straße zuständig, bis der Dienstleister am Ort des Geschehens eintrifft“, sagt Sperling. Die zunehmende Spezialisierung erfordert nach ihren Worten die verstärkte gemeinsame Ausbildung aller vier Ortswehren.

Von Frank Pfeifer

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