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Konzert in der Grimmaer Klosterkirche

Konzert in der Grimmaer Klosterkirche

Auf dem Programm eines Konzertes in der Klosterkirche Grimma standen Deutsche Volkslieder, die von zwei namhaften Künstlern zu Gehör gebracht worden sind – Kammersänger Martin Petzold und Martin Hoepfner.

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Konzert in der Klosterkirche in Grimma.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Obgleich sie auch international auf der Bühne stehen, haben sie zur Muldestadt einen sehr engen Bezug. Und so erschien es dem Tenor Petzold, der vom Gitarristen Hoepfner begleitet worden ist, legitim, eines der bekanntesten Volkslieder „augenzwinkernd", wie er sagte, abzuwandeln und damit den Liederabend anzustimmen. „Im schönsten Muldengrunde steht meiner Heimat Haus".

In der Tat ist Petzold im Pfarrhaus Ragewitz geboren und somit schon der zweite nicht unbekannte Musiker aus dem zehn Kilometer östlich von Grimma gelegenen Dorf. Denn auch Christian Steyer (Elefant, Tiger und Co.) hat dort einige Jahre gelebt, nachdem er als 15-Jähriger mit seinen Eltern ins Muldental kam. „Richtig, sein Vater war im Pfarramt der Vorgänger meines Vaters", bestätigte Petzold die Zufälle. Sein Großvater aber, Hans Neumann, war Stadtarzt von Grimma und hatte eine Praxis Am Markt 15. Dort hatte der kleine Martin in allen Ferien seine Großeltern besucht und, wie er heute schmunzelnd resümierte, „Grimma und die Gegend unsicher gemacht". Etwa im Stadtwald, wo er Löcher gegraben hat, um Zwerge zu suchen, oder um in der Mulde zu angeln, was so einfach gar nicht gewesen sei. Zu den schönsten Erinnerungen gehöre, „wenn mich mein Großvater losschickte Eis zu kaufen, das wir dann im Garten sitzend verzehrten und ich immer eine Extraportion bekam." Als Thomaner bis zum Abitur musikalisch geprägt, durfte Petzold nicht Musik studieren, er hatte nämlich den Waffendienst verweigert. Und so hat er das Handwerk des Kunstschmiedes erlernt, bevor er dann „als singender Arbeiter" doch noch studieren durfte und den Grundstein für seine musikalische Karriere legte. Den aus Leipzig stammenden Martin Hoepfner zog 1999 die Liebe auf den ersten Blick nach Grimma. In Hohnstädt gefiel ihm ein altes Fachwerkhaus neben dem Göschenhaus, welches er erwarb und als Wohnsitz sanierte. „Nach dem Umbruch hat Leipzig an Reiz verloren, so dass wir uns nach etwas anderem umgesehen hatten", blickte Hoepfner zurück. Nicht ganz zufällig auch in Grimma, denn die Stadt kannte er schon aus der Zeit vor der Wende. „In der Galerie am Markt habe ich schon zu DDR-Zeiten zu einer Vernissage musiziert".

Und auch heute noch gehört er immer wieder zu jenen Musikern, die zu solchen Anlässen in der Rathausgalerie zu erleben sind. Mit dem Auftritt in der Klosterkirche haben sich beide Musiker zur Aufgabe gemacht, „das deutsche Volkslied zu beleben." Wie notwendig das sei, beweise die Tatsache, so der Kammersänger, „dass beispielsweise in der Ukraine, wo ich jüngst ein Gastspiel hatte, die Leute die Texte der deutschen Volkslieder besser kennen wie wir Deutsche."

Frank Schmidt

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