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Kopfjäger schnappt wieder zu

Kopfjäger schnappt wieder zu

Grimma/Golzern. Der „Kopfjäger" hat abermals zugeschnappt. Nachdem Spaziergänger enthauptete Rehe im Schmorditzer Wald, zuletzt aber auch an der Teichmühle, entdeckt hatten, meldete Uwe Glöckner gestern zum dritten Mal in Folge einen übel zugerichteten Strauß auf seiner Farm.

. Die alarmierte Behörde will nichts dem Zufall überlassen und nahm Fleischproben des gerissenen Riesenvogels. Eine DNA-Probe soll klären, welches Tier die Gegend nun schon seit Monaten in Angst und Schrecken versetzt.

Als Züchter Uwe Glöckner gestern früh das „Straußenland" betrat, um seine urigen Lieblinge zu füttern, machte er den grausigen Fund: „Schon wieder lag da ein Strauß ohne Kopf. Wie bereits bei den Übergriffen zuvor, klaffte auch diesmal eine große Fleischwunde." Doch eines war anders an den sterblichen Überresten des zehn Monate alten, fast ausgewachsenen, 60 Kilo schweren Ur-Viehs: „Wir konnten fünf Zentimeter breite Kratzspuren nachweisen. Zwar entdeckten wir auch Wildschweinfährten, aber der Biss deutet auf einen anderen Angreifer hin", so Glöckner.

Selbst erfahrene Jäger und auch die herbei geeilten Mitarbeiter der Naturschutzbehörde konnten sich gestern nicht erklären, welches Tier die für ihre Abwehrstärke bekannten Strauße derart „gefressen hat". Brigitte Laux vom Landratsamt: „Unsere Kollegen nahmen Fleischproben. Möglicherweise finden sich dort Speichelspuren, die labortechnisch untersucht werden können. Die genetische Probe soll klären, welches Tier den Strauß gerissen hat. Das Ergebnis erwarten wir in einer Woche."

Der erneute Vorfall ist längst Dorfgespräch: „Ich komme mit vielen Leuten in Kontakt. Alle sind beunruhigt, machen sich große Sorgen, auch ihre Hühner, Kaninchen oder Hunde könnten dem vermutlich gefährlichen Tier zum Opfer fallen", sagt Glöckner, der Halter von insgesamt 46 Straußen, deren Delikatessen er immer freitags und sonnabends verkauft. Obwohl er die Zäune nochmals verstärkte und verlängerte, entdeckte er gestern eine womöglich undichte Stelle: „Hier könnte der Angreifer eingedrungen sein. Wir haben jedenfalls kleinere Härchen am Zaun gesichert." Und dann spricht der Straußen-Glöckner noch eine Vermutung aus: „Womöglich ist es ja ein Luchs. In Westdeutschland wütete ein gewisser Luchs namens Lothar einen Monat lang und riss 14 Strauße." Wie auch immer, der Angreifer werde wieder kommen, fürchtet der Züchter: „Unsere Farm ist für ihn das reinste Schlaraffenland, hier erwartet ihn ein reich gedeckter Tisch."

 

 

 

Haig Latchinian

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