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Kraftakt: Belgershainwill neue Sporthalle bauen

Kraftakt: Belgershainwill neue Sporthalle bauen

Als "mehr als renovierungsbedürftig" bezeichnet Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) die Anbauten der Belgershainer Turnhalle, in denen sich unter anderem die Sanitäranlagen befinden.

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Da lässt sich nichts mehr machen: Bürgermeister Thomas Hagenow vor der Belgershainer Turnhalle. Ihre Schwachstelle war schon immer dort, wo Runddach und Anbauten aufeinandertreffen.

Quelle: Thomas Kube

Belgershain. Eine Sanierung, sagt er, wäre aber finanziell zu aufwendig. Deshalb diskutierte der Gemeinderat jetzt darüber, den gesamten Komplex abzureißen und eine neue Halle zu errichten. Doch auch das wäre nicht mit dem Taschengeld zu erledigen. Die Kommune müsste zum ersten Mal seit langer Zeit einen Kredit aufnehmen.

Die in den 1970er-Jahren erbaute Halle macht an und für sich keinen schlechten Eindruck. In den 90ern wurde sie schon einmal saniert, an sechs Tagen der Woche wird sie laut Hagenow von früh bis in die Nacht hinein genutzt. Ihre Anbauten sehen hingegen schäbig aus und sind den Schülern und Sportlern im Grunde nicht mehr zuzumuten. Hier müsste viel investiert werden, um Zustände zu schaffen, die den heutigen Ansprüchen entsprechen. Dazu würde auch eine Wärmedämmung gehören, über die das Bauwerk bislang nicht verfügt.

Bei allem Aufwand bliebe aber noch ein riesiges Problem: die Gesamtkonstruktion. Zwischen dem Runddach der Halle und den Dächern der Anbauten wird das Regenwasser aufgefangen. In all den Jahrzehnten, seit der Komplex steht, drückt es bei starken Niederschlägen aus den Rohren und überschwemmt die Sporthalle, die Umkleideräume, Duschen, Toiletten und Abstellräume für die Geräte. "Dieses Übel ist nicht zu beheben", sagt Hagenow. Die kostengünstigste Variante wäre es, die Anbauten zu entfernen und durch neue mit einer effizienten Regenwasserentwässerung zu ersetzen. Doch das, so der Bürgermeister, halten Bauexperten für unmöglich. "Sie sagen, dass die gesamte Halle ihre Statik verliert und zusammenstürzt, sobald die Anbauten entfernt werden", erläutert er. Die Trägerkonstruktion abzufangen wäre so aufwendig, dass sich dieses Verfahren nicht rechnet. Thomas Hagenow: "Die beste Variante ist es, alles abzureißen und neu zu bauen."

Bis das so weit ist, mag wohl noch einiges Wasser ins Innere fließen. Die jetzige Halle mit ihren Anbauten war ein Standardmodell in der DDR. Doch solche festgelegten Typen für öffentliche Gebäude gibt es nicht mehr. Das heißt, es muss ein Architekt beauftragt werden, das konkrete Projekt zu entwerfen. "Das ist nicht nur etwas teurer, sondern dauert auch länger", sagt Hagenow.

Er schätzt, dass die Kommune einen Eigenanteil von einer knappen Million Euro zu tragen hätte. "Die können wir nicht aus dem Ärmel schütteln", weiß das Gemeindeoberhaupt. "Wir müssten einen Kredit beantragen. Das wäre dann der erste in den 14 Jahren, die ich hier Bürgermeister bin. Bisher haben wir alles ohne Darlehen hingekriegt."

Sollte der Kredit gewährt werden, hofft Hagenow, dass der Freistaat Fördermittel zuschießt. "Ohne sie würde auch nichts gehen", stellt er klar. "Erst wenn die Finanzierung, die auf diesen beiden Füßen steht, gesichert ist, kann sich etwas bewegen. Das heißt, in diesem Jahr wird auf alle Fälle noch kein Grundstein gelegt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2015
Frank Pfeifer

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