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Grimma Kriminalitätsrate in Trebsen steigt enorm
Region Grimma Kriminalitätsrate in Trebsen steigt enorm
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13:06 27.11.2018
Blaulicht der Polizei: In Trebsen wurde es 2017 häufiger gesehen als im Vorjahr. Quelle: Archiv
Trebsen

Ein Tal durchschritt Trebsen in Sachen Kriminalität. Waren die Fallzahlen zuletzt enorm gesunken, so stiegen sie inzwischen auf den für die Stadt seit längerem normalen Wert an. Polizeirat Falk Donner, der am Montagabend die Daten von 2017 im Stadtrat vorstellte, versicherte jedoch, dass Trebsen im Vergleich zum gesamten Landkreis weiterhin gut dasteht.

Hatten die Beamten 2015 im Stadtgebiet 159 Straftaten registriert, so waren 2016 nur noch 108 zusammengekommen. 2017 nun die Kehrtwende, 153 Fälle nahm die Polizei auf. „Das ist enorm, fast ein Drittel mehr“, kommentierte Donner. Als wahrscheinlichen Grund nannte er aber, dass angesichts der geringen Zahlen sich schon kleine Veränderungen stark auswirken. Da reiche es bereits, wenn jemand dingfest gemacht wurde, dem mehrere Delikte angelastet werden.

Zahl der Sachbeschädigungen steigt

Die deutlichste Zunahme von Straftaten ergab sich im Bereich der Sachbeschädigungen. 2015 gab es elf, die zur Anzeige kamen, 2016 waren es zwölf, und 2017 schließlich 26. „Hierzu zählen wir, wenn sich Täter an Einrichtungen der Stadt, wie zum Beispiel Parkbänken, vergreifen, aber auch wenn jemand private Autos zerkratzt“, erklärte der Leiter des Grimmaer Reviers.

Auch auf dem Gebiet der Betrügereien ergab sich ein signifikanter Anstieg von vier auf zehn Fälle. Ansonsten bleiben die Zahlen 2017 gegenüber dem Vorjahr relativ konstant: 18 Körperverletzungen, 64 Diebstähle und fünf Drogendelikte.

Trebsen im Vergleich immer noch gut

„2016 waren wir in Trebsen sehr positiv unterwegs, jetzt befinden wir uns wieder auf einem normalen Niveau“, resümierte Donner. Die Häufigkeitszahl, bei der die Zahl der Fälle auf angenommene 100 000 Einwohner hochgerechnet wird, um Vergleiche zu ermöglichen, stieg von 2803 auf 4124. „Hier liegt Trebsen aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt des Landkreises, in dem die Häufigkeitszahl von 6081 im Jahr 2016 auf 5610 im vergangenen Jahr sank“, beruhigte der Polizeirat, der zugleich einräumte, dass Trebsen durch seine Nähe zur Autobahn den Tätern ihr Machwerk einfacher und der Polizei die Arbeit schwerer macht.

Auswärtige erhöhen Kriminalitätsrate

Hier hakte Peter Emmrich (Linke) ein. „Kann es sein, dass in unserer Statistik auch Auswärtige mitgezählt werden?“, fragte er. Donner antwortete mit einem eindeutigen „Ja“. Basis der Erhebung sei der Tatort, die Täter könnten durchaus aus Wurzen, Grimma oder anderen Orten stammen.

Donner freut, dass es gelang, die Aufklärungsquote im Landkreis weiter zu steigern, und zwar von 53,2 Prozent in 2016 auf 54,2 Prozent in 2017, wobei die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen gesunken sei. „Das ist eine gute Entwicklung“, kommentierte er. Besonders hoch sei die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten, deutlich geringer hingegen bei Diebstählen.

Einen hervorragenden Dienst leistet aus Sicht des Revierchefs die Bürgerpolizistin Tatjana Schöbel, was Hauptamtsleiterin Romy Sperling, die intensiv mit ihr zusammenarbeitet, bestätigt. Deshalb soll an der Personalie nichts geändert werden.

Intensive Präventionsarbeit

Was die Präventionsarbeit leisten kann, wollte Steffen Slowik (CDU) wissen. Donner verwies hier auf die im Sommer getroffene Kooperationsvereinbarung, nach der die Polizei, der Landkreis Leipzig und das Landesamt für Schule und Bildung seit Beginn des laufenden Schuljahres als Partner zusammenarbeiten. Ziel sei es, Problemen wie Sucht, Drogen, Gewalt und Jugendkriminalität gemeinsam zu begegnen. An den Fachdienst Prävention der Polizeidirektion könne sich jeder wenden, der zum Beispiel Fragen zur Sicherung seines Wohnhauses hat.

„Bei mir wurde auf dem Grundstück eingebrochen, nach einiger Zeit erhielt ich ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft, das Verfahren sei eingestellt“, schilderte der Trebsener Kreisrat Gerd Becker (SPD) und fragte: „Kann ich da mal wieder nachhaken?“ Davon riet Donner ab. Die Staatsanwaltschaft sei Herrin des Verfahrens und entscheide, ob nach den Ermittlungen der Polizei Anklage erhoben wird. Stellt sie das Verfahren ein, und im Zeitraum bis zur Verjährung der Tat werden Spuren entdeckt, die zum Täter führen, werde die Akte automatisch wieder geöffnet.

Von Frank Pfeifer

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